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Thema: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

  1. #1
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    Post Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Hallo liebe ABDLs,

    Dieses Thema geht mal wieder etwas in Richtung der Frage nach dem "Warum" bzw. "Woher kommt das ABDL Interesse/Verhalten". Ich weiß, da gab es schon eine nicht geringe Anzahl an Diskussionen.
    Ich kann alle verstehen, welche die Frage nach dem Ursprung ihrer Leidenschaft nicht suchen möchten oder sie einfach akzeptieren. Ich selbst habe ein paar große Vorstellungen bzw. Ideen woher das bei mir stammen könnte, aber wirklich wissen tue ich es nicht und mir persönlich ist es nicht genug es einfach zu akzeptieren, sondern ich will es verstehen.

    Dazu habe ich mittlerweile eine gute Anzahl an psychologischen Veröffentlichungen gesammelt und gelesen und bin bei einer relativ neuen (2018) auf eine sehr interessante Theorie gestoßen. Wer auch mal einen Blick in das Paper "Etiological Perspectives of ABDL Behavior from Members of an Online ABDL Community" werfen möchte, hier der Link: https://scholarworks.waldenu.edu/dissertations/6216/

    Wie der Titel (Research) schon suggeriert, möchte ich mit diesem Thema eine Diskussion über den aktuellen Forschungsstand zu – „uns“ – anstoßen.
    Ich habe das Gefühl, das gerade die neuere Paper von Brian Zamboni einen guten Beitrag dazu leisten, das ABDL nicht mehr als „Mental Health Issue“ bzw. „krankhafte“ Paraphilie gesehen wird.

    Das oben erwähnte Paper geht in die gleiche Richtung, legt aber der Focus auf den Ursprung und Entstehung von ABDL Verhalten. Zur abschließenden Theorie des Forschers: "Environmental Shaping Theory of ABDL"

    Diese sagt aus, das ABDL weder genetischen noch biologischen Ursprung hat, sondern auf Umwelt- und Kontextfaktoren basiert. D. h. man wird nicht als ABDL geboren, sondern meist tragen Umwelteinflüsse aus der frühen Kindheit zur Formung des ABDL Interesses bei.
    Das ist jetzt sehr stark verkürzt, ganz ausführlich erklärt ist die Theorie auf Seite 59/60 des Papers und wie er zu dem Ergebnis kommt, begründet er auf den Seiten davor, …

    In dem Paper sind sehr viele interessante Thesen drin, aber ich würde erst mal mit einer anfangen:
    > ABDL ist eine Paraphilie und Paraphilien sind an eine Kultur gebunden.
    > Also im Sinne … eine Kultur die keine Windeln verwendet, kann keine DL’s hervorbringen.
    Anders herum bedeutet das ja dann auch … eine Kultur in der, der Umgang mit Windeln „entspannter“ ist, ist die Wahrscheinlichkeit bzw. die Anzahl der ABDL größer.
    Das bestätigt so ein bisl mein Gefühl, das es im Englischsprachigen Raum, relativ zur Bevölkerung sehr viel mehr ABDL gibt als im deutschsprachigen Raum.

    Wie denkt ihr darüber?

  2. #2
    Senior Member Avatar von windelente

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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Hi,

    ich sehe AB/DL als kleine Schwester von trans*. Interssant ist ja auch, das einer der Doktorväter auch an folgender Arbeit mit beteiligt ist:

    TRANSGENDER INDIVIDUALS AMONG AN ABDL ONLINE COMMUNITY 2

    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j...Qeszv6IiWphUme
    Das Leben ist ein Karpfenteich. Slava!
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  3. #3
    Senior Member Avatar von Pimpernuckel

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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Zitat Zitat von dJonas Beitrag anzeigen
    > ABDL ist eine Paraphilie und Paraphilien sind an eine Kultur gebunden.
    > Also im Sinne … eine Kultur die keine Windeln verwendet, kann keine DL’s hervorbringen.
    Naja, das ist ja nix neues. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab's ja auch noch kein Gummi, als kann's auch keine Latexfetischisten gegeben haben. *g* Hab's mal kurz überflogen, aber abgesehen von ein paar Binsenweisheiten im Sinne von "Deine Mutter hat's schon immer gewusst." kann ich da nicht wirklich viel Neues finden. Die Studie hat auch insofern methodische Schwächen, da die direkte Frage nach einer eigenen Einordnung selten eine schlüssiges Ergebnis bringt. Hier hätte man meiner Meinung nach viel stärker hinterfragen müssen, wie ABDL von den Studienteilnehmern auch effektiv ausgelebt wird. Ich werd auch das Gefühl nicht los, dass trotz gegenteiliger Behauptung immer dieses alte Ding von Kindheitstrauma/ Schlüsselerlebnis mitschwingt, was eigentlich nur zeigt, wie ratlos und ahnungslos die forschende Wissenschaft weiterhin ist, was Paraphilien und Fetische angeht. Sicher ist zu begrüßen, dass die Studie zumindest keine voreiligen negativen Schlüsse zieht, aber wirklich revolutionäre Erkenntnisse liefert sie auch nicht.

    Zitat Zitat von dJonas Beitrag anzeigen
    Anders herum bedeutet das ja dann auch … eine Kultur in der, der Umgang mit Windeln „entspannter“ ist, ist die Wahrscheinlichkeit bzw. die Anzahl der ABDL größer. Das bestätigt so ein bisl mein Gefühl, das es im Englischsprachigen Raum, relativ zur Bevölkerung sehr viel mehr ABDL gibt als im deutschsprachigen Raum.
    Ob das nun wirklich entspannter ist? Wirklich offen für bestimmte Spielarten sind ja z.B. viele Amis auch nicht aufgrund ihrer zwiespältigen moralischen Vorstellungen. Ich erinnere nur an den Ärger, den beispielsweise ABU und Tykables immer mal wieder haben, und die betreiben kein Bordell, sondern verkaufen nur das Zubehör. Ich halte das nicht für eine treffende Aussage. Nur, weil man gefühlt im Internet den einen oder anderen häufiger offenherzig sieht, sagt ja nix über die generelle Wahrnehmung von anderen aus. Da muss man aufpassen, dass man nicht zu sehr in seiner eigenen Blase denkt. Vieles hat für mich auch viel mit einem weiter gefassten kulturellen Kontext und z.B. Verfügbarkeit von Produkten zu tun. Liegen die Buxen in jedem Supermarkt im Regal und du musst nicht ins Sanitätshaus rennen, fällt ja schon mal eine kleine Schamhürde weg. Genau deswegen wird ja unter anderem auch in anderen Ländern viel offener mit Inkontinenz umgegangen. Für mich sind es also eher viele solche kleine Bausteine.

    Ich würde deswegen aber nie sagen, dass es darum einfacher wäre oder es anderswo mehr ABDLs gäbe. Wäre das so, wäre auch jeder Versuch, ABDL irgendwie rational und wissenschaftlich erklären zu wollen, völlig überflüssig, weil es dann genaue Muster und Trigger geben müsste, die zur Entwicklung dieser Verhaltensweisen führen und man sich seinen Fetisch quasi gezielt aussuchen und antrainieren könnte. Genau die gibt es aber nicht und ich glaube auch nicht, dass das auf absehbare Zeit gelingt. Dazu sind die Spielarten innerhalb des ABDL-Überbegriffs noch viel zu unterschiedlich. Es gibt faktisch nicht den prototypischen ABDL und jeder Versuch einer Klassifizierung ist eigentlich wie ein Wollknäuel, aus dem immer wieder neue Fäden hervorkommen. Ich glaube eher, dass es wie bei jeder anderen Spielart einfach eine gewisse Menge an Leuten gibt, die aber nicht genau messbar sind, weil nicht jeder offen damit umgeht. Hier könnte man sogar wieder auf die Studie zurückkommen, weil sehr wahrscheinlich ja da auch nur Leute drin auftauchen, die kein Problem damit haben.

    Pi
    Geändert von Pimpernuckel (20.02.2019 um 19:05 Uhr)
    Ada, ada! Haba umu mimu?
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  4. #4
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Zitat Zitat von Pimpernuckel Beitrag anzeigen
    Die Studie hat auch insofern methodische Schwächen, da die direkte Frage nach einer eigenen Einordnung selten eine schlüssiges Ergebnis bringt. Hier hätte man meiner Meinung nach viel stärker hinterfragen müssen, wie ABDL von den Studienteilnehmern auch effektiv ausgelebt wird.
    Naja, ... das wird ja ganz am Anfag schon erläutert, dass der Forscher nur auf den Ursprung des ABDL Interesses eingehen will, weil sich Hawkinson und Zamboni in "A Qualitative Exploration of Adult Baby/Diaper Lover Behavior From an Online Community Sample" schon mit der Klassifikation der ABDL Community und das Ausleben der Leidenschaft beschäftigt haben. Gefragt wurde ja explixit nach der eigenen Einschätzung und der Einschätzung der Mehrheit der ABDLs in der Community. Die Grenzen der Arbeit sind ja alleine schon durch die Durchführung einer anonymen Online Umfrage, bei der doppelteilnahme/ falschangaben nicht ausgeschlossen ist, klar. Schreibt er aber auch und führt sogar noch aus, dass viele der Teilnehmer eine genaue Vorstellung vom Ursprung ihrer ABDL Leidenschaft haben und diese an ein Vorkommnis knüpfen, welches aber den wirklichen Ursprung verschleiert.

    Zitat Zitat von Pimpernuckel Beitrag anzeigen
    Vieles hat für mich auch viel mit einem weiter gefassten kulturellen Kontext und z.B. Verfügbarkeit von Produkten zu tun.
    Bin ich voll bei dir. Das die Amis in einem Zwiespalt in ihren moralischen Vorstellungen leben ist ja bekannt. Ich meinte mit dem entspannteren Umgang auch eher nicht ABDL spezifische Themen, wie dass es sowas wie die DryNites zuerst dort im Supermarkt gab. Ich sehe jetzt auch bei befreundeten Eltern, dass es fast ein Wettkampf ist, welches Kind zuerst Toilettentrainiert ist und jeder Rückfall ist gleich ein Thema für den Kinderartz. Aber das ist wohl etwas zu generalisierend.

    Zitat Zitat von Pimpernuckel Beitrag anzeigen
    Wäre das so, wäre auch jeder Versuch, ABDL irgendwie rational und wissenschaftlich erklären zu wollen, völlig überflüssig, weil es dann genaue Muster und Trigger geben müsste, die zur Entwicklung dieser Verhaltensweisen führen und man sich seinen Fetisch quasi gezielt aussuchen und antrainieren könnte. Es gibt faktisch nicht den prototypischen ABDL und jeder Versuch einer Klassifizierung ist eigentlich wie ein Wollknäuel, aus dem immer wieder neue Fäden hervorkommen.
    Mit der Aussage tue ich mich jetzt schwer, ... Natürlich gibt es keinen Prototypen ABDL und auch nicht den einen Trigger der jemanden zum ABDL macht. Dass liegt ja alleine schon daran, dass wir alle Individuen mit verschiedenem Sozialem Umfeld, Wertevorstellungen und Erziehungen sind. Die Studie sagt doch auch garnicht, dass es den einen oder anderen Trigger gibt. Sie sammelt die Einschätzungen von einer Teilmenge der ABDL Community und klassifiziert diese. Und dabei kommt sie ja auch zu dem Schluss, das Traumata in der Kindheit eher schwach räpresentiert als Ursprung angeführt werden. Alleine das finde ich einen guten Schritt in die richtige Richtung, wo gerade ältere Veröffentlichungen hauptsächlich klinische Parienten untersuchen, die neben anderen mentalen Erkrankungen auch eine ABDL Neigung aufweisen.

    Du spricht aber einen Punkt an, bei dem ich ein Problem mit der Studie habe. Den Punkt dass "man sich seinen Fetisch quasi gezielt aussuchen und antrainieren " bzw. auch abtrainieren könnte. In der Studie wird relativ am Ende, gerade eine sexuelle Ausprägung des AB/DL, eher als sexuelles Interesse, welches veränderbar ist, und nicht als sexuelle Orientierung bzw. Identität eingestuft. Das wiederspricht dann auch @windelente

    Zitat Zitat von windelente Beitrag anzeigen
    ich sehe AB/DL als kleine Schwester von trans*.
    Von einigen Berichten hier im Forum aber auch aus anderen und aus eigener Erfahrung glaube ich nicht, dass man die ABDL identität ablegen/abtrainieren kann.

  5. #5
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Ich äußere mich mal auch zum Thema, weil ich mich natürlich auch einst gefragt habe, warum stehe ich drauf?

    Trigger / Auslöser? Ja, die muß es doch geben, ansonsten würden wir ja nicht so handeln! Trauma aus der Vergangenheit? Ja und nein.


    Mein persönliches Beispiel zwecks etwas Vertiefung und als meine eigene Antwort zur Frage:

    ich wurde mit bereits mit gut einem Jahr trocken (1977) - aber nicht wegen extremer Trockenheitserziehung meiner Eltern, sondern weil es einfach so war. Es gab in dem Zeitraum ein Schlüsselerlebnis, an was ich mich bis heute exakt erinnern kann. Das Trockensein ging zu schnell, mir fehlte die Windel als Sicherheit / das Gefühl der Geborgenheit. Sowohl bewußt als auch unbewußt.

    Also habe ich noch Windeln aus dem Schrank gemopst (auch wenn ich sie nicht selber angelegt habe, sondern eher zerflückte). Als diese dann augrunddessen entfernt wurden, fehlten sie also noch mehr. Anschließend simulierte ich dann noch circa 2 Jahre Windeln mit Kleidungsstücken, bis ich erwischt wurde. Dann war`s das bis zum Jugendalter.

    Dazu kamen kurze Zeit später noch verstärkene Faktoren - in meinem Fall der damalige unwiderstehliche Geruch von Baby-Puder und Creme seiner Zeit, was sich beim Wickeln der Artverwandten auch noch zusätzlich im Kopf festbrannte. Dann noch schlichtergreifend die Optik und Farbe einer Windel als weiteren Bezugswert dazu. Wenn in meiner Umgebung, als ich praktisch selber noch hätte Windeln anhaben können, andere Kids welche trugen, war ich jedesmal neidisch. Und die Verbindung dazu als "Kind sein", "klein sein", harmlos und unbeholfen usw. kommt wohl auch auch dazu...


    Also ist bei mir letztlich schon recht früh eine Art "Auf Entzug" enstanden - und das Belohnungssystem im Gehirn macht später auch seine Arbeit - was bei Befriedigung jeder Art bekannlicherweise Glückshormone ausschüttet - spätestens dann, wenn Gelegenheit entsteht, also z. B. wenn man selber shoppen kann.

    Studien, Untersuchungen usw.? - ich habe schon die Antwort darauf gehabt, als ich gerade so eben sprechen und denken konnte. Das war mir bereits mit ein bis zwei Jahren klar, dass und warum ich darauf stehe - inklusive was der Auslöser war.

    In meinem Fall habe ich also noch Erinnerungen daran. Eine feste Verknüpfung. Das dürfte auf die meisten anderen Fetischisten nicht zutreffen. Da kommen eher andere Günde ins Spiel. Personenkontakte, sexuelle Erfahrungen, alternative Lebensansichten als Brücke dahin usw....


    Kein Wissenschaftler, Seelenklempner oder sonst wer, kann klären, wieso weshalb warum! Jeder Mensch hat seine individuelle Geschichte und Ursache dazu.

    Mir ist es schon inzwischen aber lange egal, warum ich der Leidenschaft einst verfallen bin. Stattdessen genieße ich es noch, so lange ich es kann und will.

    Aber: wozu immer solche Fragen ergründen wollen? Ist es doch nicht wirklich egal, warum? "Das Endergebnis zählt" heißt es doch immer. Man muss und kann als Mensch nicht immer alles beantworten und das ist auch gut so. Man lebt jetzt und wohl morgen, das zählt. Geschichte hilft nur, um mit dessen Erfahrungen die Zukunft zu gestalten.


    Zum Stichwort Paraphilie: natürlich hängt das eigene Verhalten stets von der Umwelt ab. Man kommt als Mensch naiv auf die Welt. Im Gegensatz zur Tierwelt wären wir als Neugeborenes nicht mal überlebensfähig. Insofern kommt Genetik nicht in Frage, unwahrscheinlich: mein Papa war Fetischist, jetzt ich auch, weil veerbt?.

    Seitdem Menschen existieren, haben wir auch stets irgendwelche "unnormale" Verhaltensweisen gehabt. Auch Fetische. Garantiert hat der eine oder andere Höhlenmensch mit einem Stück Fell rumgemacht, oder so...

    Naja, man könnte diese Ursachen-Frage (so wie viele unzählige andere) auch mit der alten Frage nach dem Sinn des Lebens vergleichen: es hat gar keinen Sinn! Man Lebt - Punkt!

    Hoffentlich war das jetzt nicht zu oberflächlich oder weit ausgeholt...

  6. #6
    Senior Member Avatar von Pimpernuckel

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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Zitat Zitat von dJonas Beitrag anzeigen
    Schreibt er aber auch und führt sogar noch aus, dass viele der Teilnehmer eine genaue Vorstellung vom Ursprung ihrer ABDL Leidenschaft haben und diese an ein Vorkommnis knüpfen, welches aber den wirklichen Ursprung verschleiert.
    Sicher, aber genau das ist ja der Punkt: Wenn man eine Studie mit "Environmental shaping..." klassifiziert, ist das vielleicht jetzt nicht der optimale Weg, der Sache auf den Kern zu kommen. Ich denke, ganz klassisch Interviews und Hausbesuche wären für sowas ein besserer Ansatz.

    Zitat Zitat von dJonas Beitrag anzeigen
    Sie sammelt die Einschätzungen von einer Teilmenge der ABDL Community und klassifiziert diese. Und dabei kommt sie ja auch zu dem Schluss, das Traumata in der Kindheit eher schwach räpresentiert als Ursprung angeführt werden. Alleine das finde ich einen guten Schritt in die richtige Richtung, wo gerade ältere Veröffentlichungen hauptsächlich klinische Parienten untersuchen, die neben anderen mentalen Erkrankungen auch eine ABDL Neigung aufweisen.
    Siehe oben. Für meinen Geschmack fehlt da einfach eine "neutrale" Referenz. Die Studie verlässt sich zu sehr auf Selbsteinschätzungen und wird der Komplexität der Zielgruppe aus meiner Sicht nicht gerecht. Ich will's nicht ganz in den Boden stampfen, aber das erinnert mich immer an Marketingumfragen, wo eigentlich nur rauskommen kann, das von Firma X alles toll ist.

    Zitat Zitat von dJonas Beitrag anzeigen
    Du spricht aber einen Punkt an, bei dem ich ein Problem mit der Studie habe. Den Punkt dass "man sich seinen Fetisch quasi gezielt aussuchen und antrainieren " bzw. auch abtrainieren könnte. In der Studie wird relativ am Ende, gerade eine sexuelle Ausprägung des AB/DL, eher als sexuelles Interesse, welches veränderbar ist, und nicht als sexuelle Orientierung bzw. Identität eingestuft. Das wiederspricht dann auch @windelente
    Wiederum siehe vorherige Punkte (oder eben die fünf Millionen anderen Studien zum Thema ABDL): Die jeweiligen Betreiber der Studien scheinen völlig ahnungslos in Bezug auf die Diversität der möglichen Spielarten, andere, gleichzeitig bestehende Fetische und Paraphilien und letzten Endes eben doch auch entwicklungsbedingte Faktoren zu sein. Es muss ja weder das eine, noch das andere sein, kann aber auch alles zusammen sein. Ich glaub aber auch nicht, dass man das irgendwie lösen kann, weil eine derartig komplexe Erlebenswelt nicht sinnvoll nach außen zu erklären ist. Es gibt im Prinzip keine zwei ABDLs auf dem Planeten, die den gleichen Hintergrund haben und es gibt ja nichtmal einen gemeinsamen Nenner, was z.B. materialbezogene Paraphilien angeht. Ich fürchte, da kann sich die Wissenschaft noch die nächsten hundert Jahre damit abmühen, ohne ein brauchbares Erklärungsmuster zu finden.

    Pi
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    24/7 in Windeln

  7. #7
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Zitat Zitat von dJonas Beitrag anzeigen
    Dazu habe ich mittlerweile eine gute Anzahl an psychologischen Veröffentlichungen gesammelt und gelesen und bin bei einer relativ neuen (2018)....
    Sind die Studien denn alle zugänglich. Als ich auf welche gestoßen bin (Uni Amerika) musste dafür etwas bezahlt werden?
    dJonas: würdest du mir welche von deinen Sammlungen zu Verfügung stellen?
    Gibt es auch Studien zu DL oder sind die alle auf ABDL ausgerichtet? Ist ja schon ein unterschied.

    Lg Blu

  8. #8
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Sorry, ich war längere Zeit offline, ... aus verschiedenen Gründen, ...
    Auch wenn der Post schon relativ alt ist, möchte ich fürs Archiv trotzdem antworten.

    Zugänglichkeit von Studien:
    Leider Sind die meisten Studien die ich habe nicht öffentlich aber über Umwege bekommt man die meisten doch.
    Diese Umwege umfassen bei mir hier in München die Staatsbibliothek. Dort gibt es Rechner zur Rechnerche die im Münchner Wissenschaftsnetzwerk hängen und daher Lese-Zugriff auf viele Publicationswebseiten haben.
    Der andere Umweg ist ResearchGate. Dort kann man viele Publicationen direkt einsehen oder eine fulltext Request senden. Mit etwas Erklärung an den Autor, warum ich dieses Paper gerne lesen möchte, habe ich bisher alle Anfragen bestätigt bekommen.
    Letztendlich kann man die Autoren natürlich auch ohne ResearchGate anschreiben.

    Gibt es auch Studien zu DL oder sind die alle auf ABDL ausgerichtet?
    Generell würde ich erstmal unterscheiden zwischen Studien vor und nach 2014 unterscheiden.
    2014 haben Hawkinson und Zamboni das Paper "Adult Baby/Diaper Lovers: An Exploratory Study of an Online Community Sample" veröffentlicht (https://link.springer.com/article/10...508-013-0241-7)
    Dieses Paper ist das erste was sich mit der ABDL Community beschäftigt. Die Paper vor 2014 beschäftigen sich eher mit klinischen Berichte von Patienten usw.
    Das Schöne an dem Paper von Hawkinson und Zamboni ist aber, dass sie von Anfang an AB und DL unterscheiden und beides untersuchen.

    Wie beantwortet das jetzt die Frage nach Studien nur zu DLs???

    Nunja, das hängt davon ab, was die Studien untersuchen, ... Ja ABs und DLs unerscheiden sich in vielen Gesichtspunkten, es gibt aber auch einige Gemeinsamkeiten wie z.B. das tragen von Windeln. Und gerade wenn diese Gemeinsamkeiten in einer Studie Untersucht werden, dann steht zwar meistens ABDL oben drauf, der Inhalt kann aber auf beide angewendet werden. Oder es findet halt wie bei Hawkinson und Zamboni klar Unterschiedung statt.

    Vielleicht ist die richtige Antwort auf die Frage, dass die meisten Autoren seid Hawkinson und Zamboni begriffen haben, dass es eine ABDL Community gibt, die aus zwei, teilweise sehr unterschiedlichen Gruppen besteht.

    Würdest ich meine Sammlung fon Verfügung zur Verfügung stellen?
    Hm, ... Schwierig, ... letztendlich sind viele Publikationen Urheberrechtsgeschützt, ... und gerade bei den Papern die ich auf Anfrage erhalten habe, wurden einige explizit für meinen privaten gebrauch zugesendet.
    Wie ich oben schon geschrieben habe, ist es am besten selbst anzufragen. Außerdem gibt es immer mehr Wissenschaftler die ihre Publikationen zusätzlich Open Source stellen. Die sind nur manchmal etwas scherer zu finden als die Springer links, ...

    Was ich tun kann, ist meine Zotero Bibliographie hier posten, wenn das gewünscht ist

  9. #9
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Ganz egal, was bei solchen Forschungen über uns herauskommt, ich find‘s schon mal toll, dass wir nun Forschungsobjekte sind und dass ein paar schlaue Zeitgenossen wegen uns sogar die Doktorwürde erlangen können. Summa con Windel, sozusagen

  10. #10
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    haha. guter thread ....

    hab schon mal an sowas teilgenommen unter der voraussetzung, dass ich auch an den ergebnissen "beteiligt" werde ...
    m.m.n. nur müll -

    das sind nur "aussensichten", eine "innensicht" fehlt mangels betroffenheit.
    ist so wie bei einem ebola-doktor, der noch nie jemanden sah, der sich seine biologie rauskotzt ... sorry ...

    was den teilnehmern fehlt ist wiederum die "aussensicht" : sämtlich ersticken in ihren primären befindlichkeiten, was dann jede evaluationsmöglichkeit zerstört ...
    frag einen sterbenden zum tod ... ähnlich sinnlos - sorry

    das alles scheitert an den messinstrumenten, die sich natürlich an selbsteinschätzungen orientieren müssen und dann einen bezug zum grossen ganzen herstellen.
    ich wage zu behaupten, es gibt keine adäquate selbsteinschätzung, die mit skalen oder korrelationen gegen irgendwelche inventories auswertar wäre.

    möglicherweise gibt es teilnahmende beobachtung, was allerdings voraussetzt, dass die das untersuchen selber teil der szene sind - welcher art auch immer ...........
    nur solche leute können auch valide fragen stellen und daraus resultierende valide hypothesen veri-/falsifizieren.

    also - mal ein paar plüscho-/soziologen mit einschlägigen avancen finden/ausbilden - dann wirds vllt. was

    my 2euro-cents

  11. #11
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Zitat Zitat von rmn Beitrag anzeigen
    hab schon mal an sowas teilgenommen unter der voraussetzung, dass ich auch an den ergebnissen "beteiligt" werde ...
    Würde mich interessieren welche Studie das war, ...
    War das zufällig die Studie von Johannes Fuss zu "Self-Reported Childhood Maltreatment and Erotic Target Identity Inversions Among Men with Paraphilic Infantilism"

    Zitat Zitat von rmn Beitrag anzeigen
    das sind nur "aussensichten", eine "innensicht" fehlt mangels betroffenheit.
    Naja, ... Ist das nicht irgendwie der Punkt von vielen Studien eine unvoreingenommen Untersuchung durchzuführen?!
    Also ich finde die "Aussensicht" teilweise spannender, weil ich von der "Innensicht" genug Referenzpunkte aus diesem und anderen Foren habe, ...
    Außerdem ist manchmal eine unvoreingenommene Aussensicht ganz hilfreich, seine eigenen Ansichten zu evaluieren.

    Speziell im Paper, weshalb ich diesen Thread angefangen habe erklärt die Forscherin ziemlich genau, dass sie die Innensicht der Teilnehmer untersucht. Das macht sie um ein besseres Verständnis der Community bei Ausenstehenden bzw. ihren Kollegen zu ermöglichen, was sie dann als nicht Betoffene doch am ehesten qualifizieren dürfte?

    Zitat Zitat von rmn Beitrag anzeigen
    ist so wie bei einem ebola-doktor, der noch nie jemanden sah, der sich seine biologie rausk**** ...
    Damit unterstellst du den Forschern doch irgendwie, dass sie sich nicht wirklich mit dem Thema beschäftigt haben?! Bzw. dass sie noch nie mit jemandem zu tun hatten, der ihr Forschungsgebiet betrifft. Wissen kann man das aber nicht und dass sie von allen Themen die es so gibt, genau dieses wählen,...

    Die Forscherin im Paper erklärt ziemlich genau, warum sie dieses Thema untersucht und woher ihr Wissen von der Community stammt.
    Unabhängig davon wird sie auch ein ABDL gesehen haben, wenn sie schon die ABDL-Episode von My Strange Addiction zitiert.

    Zitat Zitat von rmn Beitrag anzeigen
    das alles scheitert an den messinstrumenten, die sich natürlich an selbsteinschätzungen orientieren müssen und dann einen bezug zum grossen ganzen herstellen
    Da hast du einerseits Recht, sagt sie auch selbst in den Limitations: "The process of coding data may be biased by the individual coder. I made attempts to minimize the effects of this limitation..."

    Andererseits verwendet sie explizit das etablierte Model der "love maps" (Robinson et al. ,2002) für ihre Untersuchung. Ob das Model oder die Anwendung des Models zu diesem Thema falsch ist, muss der Leser selbst entscheiden bzw. andere Forscher untersuchen. Darum gehts ja auch bei der Forschung, Theorien begründet hinterfragen, bestätigen oder wiederlegen.

    Zitat Zitat von rmn Beitrag anzeigen
    ich wage zu behaupten, es gibt keine adäquate selbsteinschätzung, die mit skalen oder korrelationen gegen irgendwelche inventories auswertbar wäre.
    War ja auch nicht Ziel der Arbeit irgendwelche Metriken zur Korrelation zu entwickeln.

    Ich verstehe deine Aussage aber auch vielleicht falsch.
    Das es in psychologischen Unersuchungen schwierig ist irgendwelche Skalen oder Inventories zu definieren, ergibt sich doch auch irgendwie aus der Individualität jeder einzelnen Person?! Da man aus der Psyche nunmal nicht wie aus einen Datenspeicher fixe Werte auslesen kann, bleibt doch nur die Selbsteinschätzung des Individuums, die von dessen Wissen beeinflusst ist. Wenn man jetzt diese Einschätzung stumps mit einem Katalog abgleichen würde, kämme natürlich nix sinnvollen bei rum. Ich habe aber ehrlich gesagt noch keine einzige Studie gelesen wo sowas gemachte worden wäre.

    Zitat Zitat von rmn Beitrag anzeigen
    ..., dass die das untersuchen selber teil der szene sind ... nur solche leute können auch valide fragen stellen und daraus resultierende valide hypothesen veri-/falsifizieren
    Findets du das es wirklich zwangsläufig so sein muss? Kann beispielsweise nur ein Psychologe der selbst Depressionen hat, Patienten mit Depression wirklich verstehen und behandeln?

    Ich war mal eine Zeit lang bei einer Sexualpsychologin wegen meiner ABDL Seite. Die Fragen die diese mir gestellt hat, wären mir niemals in den Sinn gekommen, aber die haben mich tief zum Nachdenken gebracht. Speziell die unangenehmeren Fragen haben mich letztendlich bedeutend weiter gebracht in meiner Selbsteinschätzung. Ich glaube nicht, dass mir solche Fragen von einem ABDL gestellt worden wären, weil der ja einige Ansichten teilt und wahrscheinlich nicht mehr hinterfragt.


    @rmn: Bitte verstehe meine lange Antwort auf deinen Post jetzt nicht falsch. Ich möchte dich damit nicht angreifen oder irgendwie beleidigen. Wenn irgendwas so rüber kam, dann entschuldige ich mich. Mir gehts eher darum deine Sichweise zu verstehen.

    Ich habe so ein bisl das Gefühl, dass du dich über die Fragen die in einigen solcher explorativen Studien gestellt werden geärgert hast, weil die irgendwie nicht so richtig gepasst haben.
    Ich fand einige der Fragen bei Hawkinson und Zamboni beispielsweise auch irgendwie komisch und nicht zum Thema passend. Größtenteils zeigten diese Fragen bei der Auswertung dann auch keine großartige Signifikanz. Aber das ist doch dann auch eine valide Aussage. Und vielleicht sind es ja genau solche Fragen, die erstmal komisch oder unpassend anmuten, welche dann doch irgendwie einen Zusammenhand offenbaren. Ich weiß, ... für die Statistiker unter uns ... Korrelation bedeutet nicht gleich Kausalzusammenhang, ... ich hatte genug Statsitik im Studium um die verschiedenen Möglichkeiten für Fehlschlüsse zu kennen und auf der Hut vor pauschalen Aussagen zu sein.

    @rmn: Was denkst du denn, dass die "Plüschologen" lernen müssten, damit sie qualifiziert wären das Thema ABDL zu untersuchen?
    "Plüschologen" ( Luster Begriff, den kannte ich noch nicht)

  12. #12
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    >djonas
    wui. wollte da keine zehen treten - sorry, vllt. hab ich bloss ein bisschen zuviel grant abgelassen über soz*/psy* -
    habe oft den eindruck, die "forschungsinteressen" kommen zustande wie im zoo wo die absolventen durchmarschieren (oft im auftrag ihrer dissväter etc.) und sich dann der lustigsten viecherl annehmen oder auch vor ihnen zurückschrecken wenns denn doch zu steil und/oder aussichtslos erscheint ....
    ich persönlich bin halt - wenn schon eher ein fan von teilnehmender beobachtung bzw. qualitativer methoden - merkt man hoffentlich ;-)
    ich glaube so wie bei allen "devianten" gebieten ist deren natur nur schwer erfassbar von menschen, die diese nicht wirklich durchdringen können weil sie dabei sehr schnell an ihre eigenen grenzen stossen und dadurch unnötige verzerrungen reinbringen (müssen).
    gebe dir vollkommen recht : es bedarf einer unvoreingenommenen sicht. aber die braucht auch "kontexte". ich kann dir ein beispiel geben :

    ein alien der menschliche musik (noten, instrumente, akteure wie komponisten, interpreten usw.) auf der erde untersuchen würde, könnte niemals analysieren geschweige denn verstehen können was menschen dabei bewegt und warum ...
    er würde spektralanalysen machen, enzephalogramme aufnehmen, vielleicht sogar versuchen eine partitur nachzuspielen, aber das wärs dann auch schon.
    er könnte wohl niemals irgendeine 5minuten-partitur von chopin am klavier nachspielen ohne ihre interpretation vorher "verstanden" zu haben - es wäre wohl nur ärmliches geklimper - von der partitur zu spielen : no way ... warum ? ich denke -
    wenn er nicht von seiner grundexistenz her bzw. nach ausreichendem aufenthalt hier (durch selbst gemachte erfahrungen die er zur deckung mit hierörtlichen menschen bringen kann) dieses phänomen durchdringen können, seine erkenntnisse wären dürftig und die aliens zuhause ebenso ratlos was da abgeht ;-)

    nunja, der "gap" ist hier (bei ab dl etc.) nicht ganz so gross, aber mich erstaunt immer wieder, wie ratlos viele aussenstehende sind und wie sehr sie danebenstochern...
    stört mich nicht im geringsten, im grunde würde ich auch über viele dinge mir niemals zutrauen halbwegs sinnvoll dort "forschen" zu können - mangels erfahrung mit dem gegenstand, mangels sinnvoller durchdringungstiefe.

    um bei deinem beispiel der depression zu bleiben : ja, ich glaube dass jemand der hier sinnvoll forschen will diese erfahrung auch mal gemacht haben sollte - und auch distanzfähig dazu. innen- und aussensicht sozusagen zu besitzen.
    irgendwie da drumzudilettieren, das geht natürlich immer. sowohl nur von innen als auch nur von aussen.

    p.s.

    es war nicht diese erwähnte studie. welche sonst ? ich muss ehrlich gesagt passen, ich hab da alle mails etc. schon gelöscht. war mir zu dünn die suppe die da gekocht wurde und habs dementsprechend entsorgt ... war aber im angloamerikanischen raum und in etwa diprom-/hausarbeitsniveau mit etlichen hypothesen, fragebogen, auswertung nach netten dimensionen, statistischem krimskrams dazu der das auch (mathematisch) seriös macht und dem übliche bullshit-bingo - eben was man in uni-netzen bis zum abstinken zu gott und der welt finden kann ...

    habe mal extensiv vor jahren im netz gestöbert, aber muss sagen, nix gefunden ...
    man muss auch ehrlicherweise sagen, diese nische ist auch nicht von grossem interesse denke ich, ausnahme ist vllt. der bereich "regression" der sonstwo nirgends in diesem ausmass und konsequenz mit allen dazugehörigen tabubrüchen anzutreffen ist ...
    wenns dann ums sexualisieren geht, dann ist das alleinstellungsmerkmal schon wieder passee, dann ist es schon wieder eine baustelle von "üblichem" fetischismus der wie überall nur noch zum gähnen ist ...
    nach dem motto "hatte einen steifen als in der küche der kochlöffel zu boden fiel. damit war der objektbezug hergestellt und seither ... blahblah"

    p.s.2

    zu "Was denkst du denn, dass die "Plüschologen" lernen müssten, damit sie qualifiziert wären das Thema ABDL zu untersuchen?"
    für die reine fetischismussache : fetischismus *ggg*
    für das andere : gerne per pn
    Geändert von rmn (28.11.2020 um 01:04 Uhr)

  13. #13
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Den Begriff "Plüschologie" hat vor Jahren hier im Forum ein*e gewisse*r "lunerouge" eingeführt.
    Auch sonst sich "lunerouge" und "rmn" im Stil ziemlich ähnlich.

  14. #14
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    aargh - ein semiotiker ... ... oder nur einer der meisterhaft die forensuche bemühen kann ?
    plüschologe/ie usw. ist auf der gruwi und auch sonst in den fachschaften aber schon eher weit verbreitet (gewesen *gg*)
    du scheinst ja auch nicht der frischeste zu sein, also ...
    ... vielleicht kennst ja noch die biberwitze ?

  15. #15
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Für den Anfang finde ich es gut, dass dieses Thema Teil der Forschung wird. Aber dieForschung steht beim Thema Fetisch und ABDL ziemlich am Anfang. Wenn man mal darüber nachdenkt, wie die medizinische Forschung begann und was man in den Jahrzehnten alles vereorfen hat, was mal Stand der Forschung war, dann kann man erkennen, dass auch der Irrtum ein Teil des Weges ist. Wichtig ist doch, dass man den Weg geht.

    Ich persönlich frage mich eigentlich nicht, warum Menschen einen Windelfetisch entwickeln und gerne Rollenspiele als Baby spielen. Ich nehm es hin. Windeln sind für mich normale Unterwäsche und ob jemand einen Grund zum Tragen dieser Unterwäsche hat oder nicht, dasist mir eigentlich egal. Hauptsache, die Leute fühlen sich wohl.

    Die Forschung wird da noch viele Fragen stellen müssen, um eine Idee davon zu bekommen, was die Ursachen sind. Vielleicht eird man die endgültige Antwort nicht finden, sondern einfach festellen: das ist so. Auch gut, wie ich finde, weil die Betroffenen sowieso damit leben müssen und meistens auch wollen. Denke ich jedenfalls. In einer Welt ohne Diskriminierung und Mobbing ist es ja eigentlich kein Schaden, wenn jemand Windeln anzieht, ohne dass ein medizinsch dringender Grund besteht.

  16. #16
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    @rmn: Erstmal Danke für die ausführliche Antwort. Ich mag konstruktive Diskussionen und ich verstehe deine Ansichten jetzt besser.
    Du bist mir keinesfalls auf die Zehen getreten, ... ich diskutiere halt gerne und bei dem Thema vielleicht auch etwas leidenschaftlicher, ...

    Zitat Zitat von rmn Beitrag anzeigen
    habe oft den Eindruck, die "Forschungsinteressen" kommen zustande wie im zoo wo die absolventen ... sich dann der lustigsten Viecherl annehmen ...
    Ja, ... da würde ich dir teilweise zustimmen.

    Speziell wenn es Bachelor oder Masterarbeiten sind macht es manchmal den Eindruck, dass das Thema wohl vom Prof gestellt wurde. Ich meine das darn zu erkennen, dass die Fragen relativ oberflächlich sind und die Autoren eher ihre statistischen Fähigkeiten aus dem Studium in der Auswertung beweisen als die Ergebnisse tiefer zu hinterfragen.

    Gerade bei Forschern die schon viele Paper veröffentlich haben und das erste mal ABDL betrachten, lohnt es sich deren anderen Paper mal zu überfliegen. Da kann man dann auch das "Zoo" Phänomen, nennen wirs mal so, ... beobachten. Ist nämlich schon auffällig, wenn vor der Untersuchung der ABDL Community schon andere Communities, wie Furries, ... mit der gleichen Methodik untersucht wurden. Das hatt dann schon den Beigeschmack, dass der Forscher mal die Liste an Deviationen abarbeitet.

    Gibt aber halt auch Ausnahmen mit Forschern die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen oder echt gut begründen, warum oder zu welchem Zweck sie dieses Thema untersuchen.

    Zitat Zitat von rmn Beitrag anzeigen
    ja, ich glaube dass jemand der hier sinnvoll forschen will diese Erfahrung auch mal gemacht haben sollte
    Ich verstehe deinen Punkt jetzt besser, ... das geht in die Richtung Wissen durch eigene Erfahrung ... bin ich prinpiziell auch großer Fan von ... aber speziell in der Forschung bin ich da anderer Meinung.
    Ich glaube, dass man da die Distanz der eigenen nicht Betroffenheit braucht um unvoreingenommen bleiben zu können und ich glaube auch, dass man Erfahrungen auch "by Proxy" machen kann.

    Wie heißt es so schön, ... Let's agree to disagree ... ?

    Zitat Zitat von rmn Beitrag anzeigen
    man muss auch ehrlicherweise sagen, diese nische ist auch nicht von grossem interesse denke ich ...
    Ja, da hast du recht. Die Begründungen die ich von meiner Sexualtherapeutin damals bekommen habe waren:
    - ABDL wenden sich nur selten an Fachpersonal
    - was auch damit zusammenhängt, das viele ABDLs keinen straken Leidensdruck durch ihren Kink oder Fetisch verspüren
    - oder die ABDL Seite nur als Symptom neben anderen "Störungen" angesehen wird, wenn sich diese an Fachpersonal wenden.

    Dass geht dann so in die Richtung von dem was EngelNullSieben sagt:
    Zitat Zitat von EngelNullSieben Beitrag anzeigen
    Ich nehm es hin. ... Hauptsache, die Leute fühlen sich wohl.
    Was niemandem schadet und nicht gegen irgendwelche Gesetzt verstößt "ist auch nicht von grossem Interesse" und wird erst erforscht, wenn alle anderen (wichtigeren) Themen erschöpft sind, ...

    Um jetzt nicht auf einem negativen Punkt zu enden, ...
    ... ich finde es dennoch gut, dass sich einige Forscher der Grundlagenforschung annehmen und unterstütze diese gerne.
    Auch wenn deren Motivation für bestimmte Themen manchmal fraglich ist, können diese bei ordentlicher Arbeit auch brauchbare Ergebnisse liefern. Selbst wenn das Ergebnis im Ausschluss falscher Ansätze besteht.

    Meiner Meinung nach tragen gerade die neueren Publikationen, sowohl vom Ton, als auch dem Inhalt, alle zu einer gewissen Akzeptanz der ABDL Community bei. Auch wenn sich diese vielleicht nur auf medizinisches und psychologisches Personalbeschränkt ist das doch mal ein Anfang.

  17. #17
    Junior Member Avatar von ByeBye_

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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    Vielen Dank für den interessanten Thread, dJonas. Gleichzeitig habe ich aus verschiedenen Gründen ein Problem mit der Herangehensweise, die Brian Zamboni vertritt.

    1. Es braucht ihn nicht, um ABDL zu ent-pathologisieren.

    Das sehr einflussreiche, von der American Psychiatric Association herausgegebene DSM differenziert in seiner aktuellen, fünften (2013) Auflage bereits zwischen "paraphilias" und "paraphilic disorders"; Unterscheidungskriterium zwischen beiden ist der Leidensdruck.

    In Deutschland wird das verwandte ICD genutzt. Diese Titel sind nicht einfach irgendwelche Fachbücher, sondern institutionell anerkannte Referenzhandbücher. Psychotherapie in der ambulanten Versorgung (Richtlininienpsychotherapie) setzt voraus, dass eine klinisch relevante psychische Störung nach ICD-10 vorliegt. Das ICD ist also ziemlich mächtig und kann als Katalog dessen angesehen werden, was unsere Gesellschaft als behandlungsbedürftig ansieht. Das ICD-10 kennt noch Fetischismus als Diagnose (F65.0; im ICD-11 wird diese Diagnose wegfallen, vgl. https://www.amboss.com/de/wissen/St%...pr%C3%A4ferenz).

    Aber auch im ICD-10 ist eingebaut, dass Fetschismus nicht als Phänomen selbst als behandlungswürdig eingestuft wird, sondern dann, wenn er die alleinige / primäre Quelle von sexueller Lust ist. Indirekt wird hier also auch ein Leidensdruck vorausgesetzt.

    Es gibt viel Kritik am ICD oder generell an einem solchen diagnosezentrierten Umgang mit psychischem Leid, aber das ist hier nicht Thema. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass ich es wichtig finde, dass Menschen, die an ihrer erotischen Orientierung leiden, Hilfe finden und dass der Zugang zu dieser Hilfe nicht von ihrem Geldbeutel abhängig ist. Das spricht m. E. gegen eine vollständige Herausnahme sexuell abweichenden Verhaltens aus solchen Katalogen. Wer in einer Großstadt in der BRD aufwächst, früh Bestätigung erfährt, Zugang zur Szene hat und sich selbst autonom mit seinem Begehren verwirklichen kann, für den ist es absurd zu lesen, dass seine Orientierung in irgendeinerweise Gegenstand klinischer Psychologie ist. Wer wenig aufgeklärt in irgendeinem Dorf heranwächst, eingebettet in zum Einfamilienhaus gewordener Heteronormativität, früh erfährt, dass, wer abweicht, bestenfalls Opfer von Hohn und Spott wird, für den mag in späteren Jahren der Weg zu einer freudvoll erlebten Sexualität auch über eine Therapie führen.

    Das führt mich zu meinem nächsten Punkt.

    2. Gibt es denn "ABDL" überhaupt?

    Ich finde es zunehmend irritierend, irgendwo von "ABDL" zu lesen und dabei so zu tun als sei das so etwas wie ein Tisch oder eine Katze -- etwas, das erkennbar mit einigermaßen bestimmbaren Eigenschaften in der Welt herumläuft.

    In den rund 15 Jahren, die ich mittlerweile "ABDL" verfolge, finde ich es wahnsinnig spannend zu sehen, wie krass sich die Vorstellungen davon unterscheiden. Da gibt es die Leute, für die das eher ein Fetischismus ist, also etwas, das zwischen ihren Dingen (die sich zum Teil auch deutlich unterscheiden) und sich selbst abspielt. Für andere ist es eher eine Beziehungsdynamik in Richtung BDSM, seit ein paar Jahren nennt sich ein Teil davon "Ageplayer" oder "Little". Manche, die sich als letztere verstehen, betonen nicht das Sexuelle, sondern behaupten das als eine Art Lifestyle. Dazwischen gibt es hunderte Schattierungen.

    Ist das alles nur Effekt einer sich ausdifferenzierenden Szene? Oder macht es nicht andersherum mehr Sinn: Es gibt keine feste erotische Orientierung "ABDL" (oder Little,...), sondern es gibt Menschen, die ganz unterschiedliche Knöpfe haben, die ganz unterschiedliches bei ihnen auslösen und das auf unterschiedliche Weisen mit anderen teilen wollen und dafür sich die passenden Leute suchen, was dann wiederum zu unterschiedlichen Entdeckungen führt ("Oh, X macht ja doch Spaß, hätte ich nie dran gedacht, wenn ich das nicht mal ausprobiert hätte"). Also eigentlich ziemlich ähnlich zu dem, wie sich Vanillas verhalten.


    So ein Ansatz wie der von Zamboni kann diese Perspektive aber nicht einnehmen. Er muss vereinheitlichen. Er muss so tun, als würde es "ABDL" als Phänomen wirklich geben. Sonst hätte er ja nichts, an dem er herum forschen kann.

    Das ist übrigens keine wissenschaftsfeindliche Perspektive. Feindlich ist sie nur gegenüber so empirisch-vereinheitlichenden Ansätzen. Es gibt z. B. aus der Psychoanalyse sehr kluge Ansätze, um über Sexualität zu reden, ohne dabei normativ zu werden oder bestimmte Orientierungen als gegeben vorauszusetzen. Das passiert dann z. B. über die Untersuchung der Knöpfe selbst, also Sexualität als dynamisches Geschehen aufzufassen. Es gibt den wirklich hervorragenden Band "Sexualität", der auch für Laien einigermaßen zugänglich ist und in für eine solche Perspektive zentrale Begriffe einführt (https://www.psychosozial-verlag.de/2155).

    Pumpernickel hat es ja schon sehr gut auf den Punkt gebracht:


    3. Für eine andere Perspektive auf Sexualität

    Zitat Zitat von Pimpernuckel Beitrag anzeigen
    Dazu sind die Spielarten innerhalb des ABDL-Überbegriffs noch viel zu unterschiedlich. Es gibt faktisch nicht den prototypischen ABDL und jeder Versuch einer Klassifizierung ist eigentlich wie ein Wollknäuel, aus dem immer wieder neue Fäden hervorkommen. Ich glaube eher, dass es wie bei jeder anderen Spielart einfach eine gewisse Menge an Leuten gibt, die aber nicht genau messbar sind, weil nicht jeder offen damit umgeht. Hier könnte man sogar wieder auf die Studie zurückkommen, weil sehr wahrscheinlich ja da auch nur Leute drin auftauchen, die kein Problem damit haben.
    Ich würde es nur noch stärker formulieren. Menschliche Sexualität *ist* genau dieses "Wollknäuel". Die heteronormative Kultur täuscht nur darüber hinweg, indem sie so tut, als gäbe es ein irgendwie normales Begehren. Die taz fasst ein sehr kluges Buch zu dem Thema schön zusammen:

    Es gibt Sexualität als solche, aber sie ist nicht so beschaffen wie andere uns bekannten Dinge. Man kann keinen positiven Begriff von ihr geben, der zudem klar abzugrenzen wäre. Sexualität ist das, was sich entzieht. (Link)
    Das ist das Problemniveau, an das die hier vorgeschlagene Perspektive halt einfach nicht rankommt. Sexualität als das, was eben nicht durch eine bestimmte Menge an Eigenschaften definierbar ist, sondern als etwas, das sich gerade dadurch auszeichnet, dass es nicht fix umrissen werden kann, eher ein stetes Werden ist als ein fixierbares Sein. Oder um eben mit dem erwähnten Buch zu sprechen: Als etwas, das sich "entzieht", bestenfalls in Spuren (wie vielleicht das andere erwähnte Buch sagen würde) und nur mit einem ganz vorsichtigen Blick erahnbar wird. Spuren sind etwas, das nicht mit der Sache selbst zu verwechseln ist, Spuren sind ein Abdruck der zugleich Abwesenheit signalisiert, etwas das hinterlassen worden ist und ein Rätsel für die neugierige Fährtenleserin hinterlässt.

    Damit ist, das wäre jedenfalls meine These, die von dir vorgeschlagene Perspektive gerade in ihrem Versuch, ABDL zu entpathologisieren, Ausdruck eines Teils der Gewalt, die Menschen in Kategorien einpfercht -- statt sie einfach ihre Sexualität bunt leben zu lassen.

    Dein Einwand:

    Zitat Zitat von dJonas Beitrag anzeigen
    Die Studie sagt doch auch garnicht, dass es den einen oder anderen Trigger gibt. Sie sammelt die Einschätzungen von einer Teilmenge der ABDL Community und klassifiziert diese.
    übersieht, dass eine solche Klassifizierung immer auch Behauptung einer Zusammengehörigkeit ist, immer Realität schafft -- ob es nun zum Gegenstand passt oder nicht. Und, wenn sie so wie hier vorgeht, dabei von der Gefahr geprägt ist, einfach nur zu reproduzieren, was so als Vorstellungen in den Köpfen der Leute herumspukt.

    Oder andersherum:

    Zitat Zitat von dJonas Beitrag anzeigen
    Ja ABs und DLs unerscheiden sich in vielen Gesichtspunkten, es gibt aber auch einige Gemeinsamkeiten wie z.B. das tragen von Windeln.
    Warum ist das eine Gemeinsamkeit? Das ist eine Unterstellung. Allein wenn ich hier in diesem Form mich umsehe, stoße ich auf so viele verschiedene Arten von Windeltragen, so viele unterschiedliche Sachen, die das für Leute bedeutet, dass allein der Umstand, dass sie die Gemeinsamkeit "Windel" haben, ziemlich genau nichts aussagt.

    Es ist doch eher ein gesellschaftlicher Effekt, dass das etwas ist, das als gemeinsam behauptet wird -- nur weil "Windeln" eben nicht zur vermeintlich normalen Sexualität gehören, werden sie als etwas sichtbar, das möglicherweise völlig unterschiedliche auf Windeln zurückgreifende Praktiken als zusammengehörig erscheinen lässt. Diese Community hier ist ja eher ein ziemlich bunter Mischmasch aus ganz unterschiedlichen Leuten, die sich eben genau deshalb um das Thema Windeln versammeln, weil das nichts ist, über das sich in der Kneipe sprechen lässt. Das heißt aber nicht, dass sie dadurch in irgendeiner sinnvollen Weise miteinander verbunden sind, dort etwas teilen.


    Zitat Zitat von dJonas Beitrag anzeigen
    Außerdem gibt es immer mehr Wissenschaftler die ihre Publikationen zusätzlich Open Source stellen. Die sind nur manchmal etwas scherer zu finden als die Springer links, ...
    Kleine Anmerkung zur Lage von Open-Access-Publikationen, über die ich hier zu lesen mich sehr gefreut habe! Was öffentlich finanziert wird, wie Forschung, muss eben auch öffentlich kostenlos zugänglich sein.

    Und deswegen gibt es die wunderbare Open-Access-Suchmaschine BASE. Gibt man da umraffiniert ABDL und DIAPER ein, findet man auch gleich ein paar Sachen: https://www.base-search.net/Search/R...en&newsearch=1.
    Geändert von ByeBye_ (28.11.2020 um 23:37 Uhr)

  18. #18
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    @ByeBye_ Ich finde deine Aussage "Gibt es ABDL überhaupt" interessant. Die Gefahr einer Gruppenbildung (Schublade) besteht darin, dass man dann ungewollt Rahmenbedingungen schafft, die für alle gelten müssen. Aber ist der positive Bezug zu Windeln überhaupt ein Kriterium für ADBL? Gibt es vielleicht auch Menschen, die allgemein zu jugendlicher, kindlicher Kleidung einen Bezug haben und im Geiste sehr jung sind, ohne dabeiWindeln zu benutzen? Vielleicht gibt es auch Menschen, dieWindeln als solches einfach praktisch und angenehm finden, aber keinen Bezug zu Ageplay und Babyspielen haben?

    Ich sehe die Windel einfach als Einmalunterwäsche. Man kann zu seiner Unterwäsche einen positiven Bezug haben, so wie andere Spandex oder Latex oder was auch immer toll finden. Sich wohl zu fühlen in seiner Haut ist doch erst mal kein Kriterium für irgend eine Schublade. Natürlich kann man in gewissen Gruppen Gemeinsamkeiten finden. Die Zahl der Windelträger ist in der ADBL Gruppe höher, als in der Normalbevölkerung. Aber dieses Forum ist keine repräsentative Gruppe, weil nicht alle Personen mit Hang zu kindlichem Verhalten in diesem Forum sind und. icht alle in diesem Forum einen Hang zu kindlichem Verhalten haben.

    Wenn man forscht, sollte man erst mal eine repräsentative Gruppe aus der Allgemeinbevölkerung ziehen und dort durch Befragungen,Beobachtungen etc. entsprechende Daten ziehen. Mit Hilfe des Internets und der Metadaten kann man so eine viel genauere Analyse machen. Natürlich könnten Mitglieder solcher Foren erst mal die Grunddaten liefern, damit man weiß, nach welchen auffälligen Mustern man suchen muss, aber das wäre auch nur ein Anfang.

    Die Frage, die sich mir stellt: Was ist eigentlich die Frage? Was will man mit der Forschung erreichen? Will man ABDL therapieren? Will man ABDL verhindern? Ich denke mal, dass die meisten ABDL mit ihrer Persönlichkeit gut klarkommen. Einzigen Störfaktor sehe ich vor allem in der Kommunikation mit der Außenwelt. Wenn man dort die nötige Akzeptanz hätte, hätten viele ABDL kein Problem.

    Wenn ich mir eine Welt vorstelle, in der das Windeltragen ganz normal ist, also von Nichtwindelträgern völlig selbstverständlich hingenommen wird, wo eine Person mit Schnuller im Mund ganz normal behandelt wird, wo eine Person mit kindlicher Kleidung genauso behandelt wird, wie eine Person im Anzug, dann hätten meiner Meinung nach die meisten Leute, die heute ein Problem haben, keins mehr.

    Was also soll die Forschung für Antworten liefern und wozu braucht man diese Antworten?

  19. #19
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    AW: Research: Environmental Shaping Theory of ABDL

    naja. sexualität als telos und/oder nichttranszedierbaren gott, der sich nur in seinen taten offenbart, die von uns armen würmchen nur ex-post an seinen auswirkungen feststellbar ist -
    scheint mir irgendwie esoterisch oder maximal in richtung husserl mit kampfrhetorik (heteronormativ) zu gehen - aufklärung bzw. widersprüche dazu sind willkommen ;-)

    meine definition von sexualität ist eigentlich, die dass sie eine grundlegende umstellung des organismus bzgl. hormonhaushalte ist und sonst nix :

    die dadurch bedingte änderungen in den prinzipiellen organfunktionen sind offenbar
    a) reproduktionstechnisch notwendig und evolutionstechnisch sinnvoll
    b) biologisch "teuer" und im rahmen der "fitness einer spezies" eine ziemlich "gefährliche waffe" bzw. ein "zwischneidiges schwert"

    sexualität (nach dieser definition als "biologische möglichkeit") wird erst in der lebensmitte etabliert und nicht früher.
    ist offenbar notwendig und gut so. gibt und gab ja immer verschiebungen - die evolution ist da ja intakt ...

    die "nebenwirkungen" auf die individuen wie psychologische verwerfungen und verirrungen die eigentlich bloss "kollateralschäden" des reproduktionsprozesses sind wiegen offenbar weniger als das wozu sie gut ist : dass die reproduktion funzt ...

    ---

    bin auch sehr dafür, - wenn schon spuren einer rätselhaften monade - diese im richtigen dorf zu suchen zu beginnen.
    oder auch mal die warme luft rauszulassen aus diesem pseudoreligiösen geschwurbel das die existenz gottes im menschen anhand der linie eines wirkens von entität W (stecht für : wurscht) postuliert ... wo dann immer "das wahre" "das schöne" "das elegante" und alles wovon warme eislutscher träumen dann da drinnen eingepackt ist ...

    gerade im bereich "hier" wird sich die ästhetik gottes nicht ganz leicht finden lassen. und das definiert auch schon die "hiesige schicksalsgemeinschaft"

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