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Pampers

Pampers, eine Marke des Verbrauchsgutherstellers Procter&Gamble ist die wohl bekannteste Windelmarke. Mit "Pampers" wurden Einwegwindeln im 20. Jahrhundert im Westen populär gemacht und lösten die Mehrwegwindeln ab. Procter&Gamble bewirbt seine Produkte offensiv im Internet, in Werbespots und in Elternzeitschriften und steht in der Kritik, vor allem in den USA versucht zu haben, Eltern zu einem späteren Beginn mit dem Töpfchentraining beeinflusst zu haben.

Zur Historie:

Die Idee und Ursprung der ersten Wegwerfwindel kam dem Chemieingenieur Viktor Mills 1955 als er bei seinem ersten Enkelkind miterlebte, wie stressig und wieviel Arbeit die damalige Wickel und Windelprozedur machte. Als Innovativer Chemiker musste es da eine andere, leichtere, sowie Alternativ Lösung zu Stoffwindeln geben.

Da es damals keine Alternative gab, waren die Eltern von Kleinkindern mit den Stoffwindeln bis dahin zufrieden. Für die Idee an einer Wegwerfwindel interessierten sich vor allem die Ärzteschafften von Krankenhäusern, da sie die große Menge an anfallender Wäsche deutlich reduzieren würde. Milles Sah als angesehener Ingenieur die Möglichkeit den Vorstand für die Zweckmäßigkeit sowie Notwendigkeit einer Wegwerfwindel zu überzeugen. Ziel war es nicht nur einfach eine Einmalwindel zu erfinden, sondern man wollte auch zusätzlich ein Auslaufen verringern, vor allem aber die Haut des Kindes trockener halten, was ein Wundwerden deutlich reduziert.

Beginnend im Jahr 1956 führte diese gemeinsame Anstrengung zu der Entwicklung der ersten Einmalwindel. Die ersten Windeln wurden 1957 in Dallas in zwei Versionen getestet. Sie waren eigentlich nur Einwegpapiereinlagen die man in Gummihosen legte, diese wiesen sich aber durch die Luftundurchlässige Gummihose besonders im Sommer als zu warm und waren deshalb sehr unangenehm die Babys. Norma Baker eine Heim-Ökonomin wurde engagiert um die Windeln vor Ort zu testen. Sie befragte zahlreiche Eltern was sie praktisch und was sie für unpraktisch hielten, so sammelte man auch weitere Erfahrungen.

Als man zahlreichende Verbesserungen des ersten Entwurfs getätigt hatte wurden für den Testmarkt 37.000 Windeln Handgenäht. Nach erfolgreichem auswerten der Tests begann 1959 die Maschinelle Produktion.

Nun brauchte man noch einen Namen um nicht immer nur von einer Einweg oder Wegwerfwindel zu sprechen, denn so würde sich das Produkt nicht vermarkten lassen. Der Name Pampers entstammte dem Creative Direktor der Werbeagentur Benton & Bowles, Alfred Goldman. Das Wort Pamper (zu deutsch verwöhnen) gab den Grundstein des Namen Pampers.

Als 1961 der Name Pampers Urheberrechtlich eingetragen wurde, die Produktion nun unter dem Namen Pampers anlief und Viktor Mills in Ruhestand ging, gab es bereits zur Markteinführung zwei verschiedene Größen. Sie hatten eine einfache rechteckige Form und wurden von zwei Sicherheitsnadeln zusammen gehalten (Stift-und Tape-on Design).

Der Durchschnittspreis von 10 Cent war für die Verbraucher für den täglichen Einsatz zu teuer. Darum bemühte sich die Konstruktions-und Fertigungsabteilung von Procter & Gamble die kosten für jede einzelne Windel zu reduzieren und die Produktion Effizienter sowie schneller zu gestalten. Noch im selben Jahr (1961) war die Pampers-Windel nun für jedermann erschwinglich und eroberte nun im Sturm den amerikanischen Markt.

1966 verbesserte Procter & Gamble die Windel, das alte Stift-und Tape-on Design musste dem Wingfold Design weichen. 1969 erweiterte man das Angebot indem man eine dritte größe eingeführt hatte das Ziel war es logischerweise noch mehr Verbraucher zu erreichen und somit den Absatz weiter zu erhöhen. Ab 1971 ersetzte man den alten Pin-on-Verschluss durch Klebetapes, ein weiterer Meilenstein der bis heute nicht mehr weg zu denken ist.
Zu dieser Zeit kannten in Deutschland keine Eltern die Windel-Revolution am amerikanischen Markt. Nun wollte Procter & Gamble aber auch den Ausländischen Markt revolutionieren, so kam die Pampers-Windel 1973 nach Deutschland sowie in 100 weitere Länder.

Vom Saarland aus eroberte sie sich den deutschen Markt. Alle waren erstaunt über die neue Papierwindel, die viel leichter an zu legen war und die Babys wurden nicht mehr so schnell wund. Der Absatz wuchs sehr rasant, sogar so schnell, dass die Firma Procter & Gamble die bereits seit 1960 einen Sitz in Deutschland hatte, die Windel nicht mehr aus Amerika importierten ließ, sondern die Pampers-Windel wurde nun direkt in Deutschland produziert.

1980 wurde das Design weiter verbessert. Vor allem das Auslaufen wurde weiter verringert durch die bis heute noch eingesetzten Innenbündchen, die nach den Klebetapes ein weiterer Riesen Meilenstein waren. Interessant ist, dass bis heute fast alle Windelverbesserungen aus den Federn der Ingenieuren von Procter & Gamble entstammen.

Eine neue Form machte 1984 die Windel körpergerechter und verhindert seitdem das Zusammenknautschen des Saugkissens im Schrittbereich. Die Windel sitzt besser ist für die Kinder angenehmer zu tragen und lässt ihnen einen größeren Bewegungsfreiraum durch den besseren Sitz schützt sie auch nochmals besser vor dem Auslaufen.

Ab 1985 bekam das Pampers-Logo ein neues Design, indem man das alte deutlich auffrischte (Bild). Ab da wurden auch die Windeln nicht mehr in Kartons gepackt sondern man verwendete nun als Verpackung eine Verpackungsplastikfolie, die die Produktionskosten weiter verringerte um auch Preislich mit der Konkurrenz die zwischenzeitlich immer stärker wurde mit zu halten.

Auch der ab 1987 verwendete Superabsorber wurde erstmals in einer Pampers-Windel eingesetzt, der die Windel deutlich saugstärker machte, da dieser ein Vielfaches seines Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen kann. Man erhöhte hiermit nicht nur die Saugstärke sondern auch hier wieder die Auslaufsicherheit. Auch konnte so die Windel dünner gestaltet werden, trotz genannter höherer Saugkraft und war der Konkurrenz wieder ein sehr weites Stück voraus.

Bis 1995 wurde bis auf das Außendesign die Pampers-Windel nicht weiter verändert. Lediglich die Menge an Superabsorber wurde erhöht und die Windel dadurch weiter immer dünner und somit stetig für die Kinder angenehmer zu tragen. Die größte Neuerung ab 1995 war, das man die seit Jahren eingesetzte Außenfolie in Rente schickte und überzog sie mit einer dünneren Außenfolie und zusätzlich mit dem sogenannten Cottonfeel. Dies brachte den großen Vorteil, dass man die Windel mehrmals öffnen und schließen konnte. Es war ab hier möglich das fast trockene Kind auf Toilette zu bringen ohne dass man die eventuell unbenützte Windel weg werfen musste da sie unter anderem auch einfacher an zu legen war. Ein weiterer Vorteil brachte das Cottonfeel da dieses die Windel atmungsaktiver machte und die Haut besser Atmen konnte.

Sechs Jahre später also 2001 führte man neben dem klassischen Slip zwei weitere Windeltypen ein. Mit New Born, dem genannten Windelslip und den Pampers Easy-up-Pants hatte man nun für jede Entwicklungsstufe eine passende Windel. Gerade die Easy-up-Pants boten dem Kind nun die Möglichkeit ohne Eltern alleine auf Toilette gehen zu können. Auch gab es nun eine Schwimmwindel, die Pampers Sunny-Swim-Pans. Bei dieser Gelegenheit wurde das mittlerweile veraltete Logo Marktgerecht erneuert.

2003 feierte Pampers 30. Geburtstag in Deutschland. Passend dazu gab es weitere Innovative Verbesserungen die dem Windelmarkt immer weiter neue Impulse gab. So passte man die Größen immer weiter an und erweiterte somit die Produktpalette. Bis heute Arbeitet man in Bad-Schwalbach, dem Hauptsitz von Procter & Gamble an weiteren Meilensteinen. Auch werden die erhältlichen Größen stetig weiter angepasst in Grund dafür ist, dass die Kinder im Durchschnitt ein halbes bis ein Jahr später trocken werden als das noch zu Beginn 1961 war. In Amerika gibt es bereits eine Größe 7. Die Größtmögliche Größe in Deutschland ist aktuell die Baby-Dry 6+.
Die letzte Neuerung gab es 2014 wo das Logo nochmals dezent verändert wurde.

Sonstiges / Wissenswertes

Was die wenigsten wissen, seit geraumer Zeit werden die Weiterentwicklungen der Pampers-Windel in Deutschland, im Forschungszentrum in Bad-Schwalbach ausgearbeitet und von dort aus die Neuerungen in die Welt getragen. Dazu werden Wöchentlich bis zu 1.000 Babys und Kleinkinder von ihren Eltern in das Forschungszentrum eingeladen um an Tests unterschiedlichster Neuerungen mit zu arbeiten. Ist eine Weiterentwicklung nach Monaten oder Jahren abgeschlossen, wird sie dann in Euskirchen bei Köln im Pampers-Werk Produziert.

Die heutigen Pampers sind weniger Materialintensiv als noch vor 20 Jahren und können dabei bis zum 12 Fachen ihres Eigengewichtes an Flüssigkeit aufnehmen.
Das Pampers-Produktions-Werk in Euskirchen ist seit dem Baubeginn 1974 stetig gewachsen und erstreckt sich heute auf eine Größe von über 600.000 Quadratmeter. Auf dem Werksgelände befinden sich 17 Werkshallen alleine für die Windelproduktion. 1976 nahm man die Produktion der Pampers-Windel auf. Mittlerweile arbeiten dort über 6.000 Mitarbeiter aus 42 Ländern. Auch Weitere Produkte neben den Windeln werden dort Hergestellt z. B. Die Pampers Feuchttücher. Wie viele Windeln täglich produziert werden ist leider ein Betriebsgeheimnis.

Das Forschungszentrum in Schwalbach ist eines der größten Forschungszentren im Procter & Gamble Konzern und das weltweit größte für Pampers. Hier arbeiten 350 Mitarbeiter auf 20.000 m² an den Technologien, die in den nächsten Jahren in Pampers auf der ganzen Welt Verwendung finden. 40 Millionen Euro hat der Konzern in die Pampers Forschung investiert und betreibt in Schwalbach seit dem Jahr 2000 eines der größten Forschungszentren dieser Art und das einzige in Europa mit integriertem, klinischen Testlabor.

Neue Ideen werden bei Pampers direkt am Kunden getestet. Zusammen mit mehreren hundert Familien betreibt Pampers fortlaufende Tests, sogenannte Panels. Eltern aus der Region, melden sich schon oft vor der Geburt um an dem Pamperstestprogramm teilzunehmen. Die Mitarbeit hat für alle Beteiligten Vorteile. Die Eltern bekommen für ein wenig Aufwand kostenfreie Windeln und können die neuesten Produkte testen und Pampers bekommt kontinuierliches Feedback und Testergebnisse direkt vom Verbraucher. Regelmäßig kommen die Familien in das hausinterne Spielzimmer zur „Pampers Spielgruppe“. Hier können die Eltern mit ihren Kindern spielen und werden von Pampers Mitarbeitern beobachtet. Es wird geprüft wie sich neue Windeln in der Praxis bewähren.

Diese Praxistests werden durch klinische Tests unterstützt, die wissenschaftlich belegen sollen ob und wie gut die Pampers funktionieren. Für die Kinder sind diese Tests wie ein Spiel und sie machen den 90 Sekunden dauernden Testvorgang gerne mit.
Nachdem die Idee für eine neue Pampers oder eine Veränderung an einer bestehenden Windel geboren ist, muss diese auf die Umsetzbarkeit und Funktionalität getestet werden. Hierzu werden Pampers Prototypen gebaut, die die Babys im Testraum tragen und ausprobieren können.

Der Prototyp einer Windel ist ein handgefertigtes Einzelstück und hat einen Wert von über 50€/Stück. Zum Vergleich, der Ladenpreis einer fertigen Pampers liegt um ca. 0,24 €.
Bisher wird in Windeln viel Zellstoff verwendet, der die Windeln dick macht und es bisher noch nicht geschafft hat die Feuchtigkeit optimal zu binden. Bei der neuen Dry Max ist der Zellstoff erstmals komplett verschwunden, was die Windel super dünn macht.
Der Kern der Technologie, die das möglich gemacht hat ist ein weißes Granulat, dass sich „Superabsorber“ nennt und von dem man für die gleiche oder eine bessere Aufsaugwirkung wesentlich weniger benötigt. Desweiteren schließt der Superabsorber die Flüssigkeit zuverlässiger ein so dass, anders als bei Zellstoff, selbst bei Druck auf die Windel die Feuchtigkeit nicht wieder heraus kommt.

Pampers Baby Dry

Pampers Baby Dry (Eigenschreibweise "Pampers baby dry") ist eine der drei Baby/Kleinkinderwindelnprodukte von Procter&Gamble in Europa. Pampers vermarktet sie mit Stichworten wie "Bis zu 12 Stunden trockenheit" gegenüber der Pampers Active Fit als Nachtwindel, dementsprechend ist die Windel dicker und die Kapazität höher. Die Baby Dry gibt es bis zur Größe 6+, offiziell empfohlen bis etwa 6 Jahre, erfreut sie sich jedoch auch bei Diaper Lovern und Adult Childs eingeschränkter Beliebtheit, wegen ihrer Breiten Verfügbarkeit vor allem als "Einstiegsdroge", grade bei jüngeren da der Hüftumfang der Windel Größenbedingt "nur" bis zu 70 Zentimeter beträgt.
Die Pampers Baby Dry hat eine Cotton-Feel-Oberfläche, elastische Seitenflügel (auch "Stretch-Flügel" genannt), eine extra Trockeneinheitseinlage sowie Klettstreifen zur Befestigung der beiden Klebestreifen (Einer pro Seite). Das Saugvolument beträgt bis zu einem Liter.

Pampers Active Fit

Pampers Ative fit (Eigenschreibweise "Pampers active fit") werden gegenüber den Baby Dry als Tagwindeln vermarktet und sind weniger saugfähig und auch dünner und werden dementsprechend von Diaper Lovern und Adult Childs seltener bis nie genutzt. Die Features gleichen größtenteils der Baby Dry, die größte Größe ist jedoch 6 und nicht 6+.

Pampers Underjams

Pampers Underjams ist das Kinderwindelprodukt von Procter&Gamble, welches sich an bettnässende ältere Kinder richtet. Wie Drynites gibt es die Underjams in geschlechterspezifischer Aufmachung in den Größen S/M (4-7 Jahre) und L/XL (8-12 Jahre). Windeltechnisch handelt es sich bei den Underjams um eine Pullup, es ist also keine Windel mit Klebestreifen sondern mit geschlossenen Seitenflügeln wie bei einer Unterhose welche das problemlose anziehen durch den Träger selbst ermöglichen soll und weniger Assoziationen mit einer Windel hervorrufen soll. Die Underjams fassen je nach Ausführung ebenfalls bis zu einem Liter. Aufgrund ihrer Größe eignen sie sich von allen Pampers-Windeln am besten für Diaper Lovers beziehungsweise Adult Babys.
Categories: Windelmarken

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