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Thema: Statistik

  1. #1
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    Statistik

    Ihr Lieben,

    ich hoffe, ihr verbringt ein schönes Wochenende! 😊

    Es ist ja gar nicht wirklich hinreichend bekannt, wie weit Inkontinenz tatsächlich verbreitet ist, da sich viele scheuen, das Problem zu besprechen - auch mit ihrem Arzt.
    Eine Zahl, wie viele Menschen unter Inkontinenz leiden, würde aber bestimmt auch vielen Betroffenen helfen, da sie damit sehen können, dass sie nicht alleine sind.

    Viele Berufsgruppen bekommen ja automatisch mit, wenn Patienten/ Kunden/ Menschen unter Inko leiden.

    Daher würde ich mich mal freuen, wenn alle, die etwas beizutragen haben, mal ihren Senf zu diesem Thema abgeben können. Sind hier medizinisches Personal, Physiotherapeuten, Apotheker, Mitarbeiter in Sanitätshäusern, ..., ..., die mal schildern können, wie aus ihrer Sicht die Verbreitung nach Alter, Schweregrad und bevorzugten Produkt ist? 😊

    Vielen Dank und viele liebe Grüße

  2. #2
    Senior Member

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    AW: Statistik

    Hallo Phillip

    Grundsätzlich glaube ich zwar, das sich kein repräsentativer Überblick mit dieser Methodik erstellen lässt, aber ich will Dir gerne meine Erfahrungen als Krankenpfleger mit 34 Jahren Berufserfahrung schildern:

    Zunächst ist es natürlich vom medizinischen Fachbereich abhängig. In der neurologischen Frührehabilitation (Phase B) waren 100% aller Patienten bei der Aufnahme inkontinent, bei der Entlassung noch 90 %. Im Fachbereich Kardiologie lag die Quote von Inkontinenten Patienten bei etwa 20%, dies ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass rund 75% unserer Patienten älter als 65 Jahre waren. In der Altersmedizin ist der Anteil inkontinenter Patienten auch höher, werden hier häufig Patienten mit der Diagnose Demenz behandelt. Auch in der Unfallchirurgie, der Allgemeinpsychiatrie und Suchtmedizin häufen sich die Fälle mit Inkontinenz im höheren Lebensalter. So lässt sich insgesamt, wenig überraschend sagen, Inkontinenz ist im höheren Lebensalter häufiger, Frauen sind nach meiner Erfahrung 3 x häufiger betroffen. Isolierte Stuhlinkontinenz ist selten, am häufigsten liegt eine isolierte Harninkontinenz vor.
    Bei Kindern halte ich die veröffentlichen Zahlen für zutreffend, obwohl sich dies nicht auf berufliche Aspekte, sondern meine Erfahrung als Vater bezieht.
    Hinsichtlich der verwendeten Hilfsmittel ist meine Beobachtung, das Patienten, die mobil sind und aktiv am Leben teilnehmen, eher Vorlagen oder Pants benutzen. Klassische Windeln (zum Kleben) finden eher ihre Verwendung bei immobilen Patienten oder in der Nachtversorgung. Die geringste Akzeptanz hinsichtlich aufsaugender Hilfsmittel habe ich übrigens bei Kindern und Jugendlichen festgestellt.

  3. #3
    Fördermitglied 2019 Avatar von Inkymatz

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    AW: Statistik

    Der Bär schreibt genau das, was ich auch erwarten würde.
    Wobei die Sache mit den Vorlagen & Pants auch nicht primär dem Alter geschuldet ist, sondern dieser zwei Umstände:
    1.) Firmen wie Essity mit Marken wie Tena lenken Leute gezielt zu Pants und weg von Klebeslips (klassischen Windeln), verschweigen sie ja fast schon, zumindest im Online-Berater. Woher das kommt? Einerseits ist natürlich der Umsatz (und Gewinn) bei Pants höher, andererseits liegt es wohl mehr noch daran, dass viele Leute psychisch Probleme mit „Windeln“ haben und anstatt diesen Leuten dabei zu helfen, diese psychische Blockade zu lösen und die Vorurteile / Fehlinfos zu beseitigen, ist es leichter genau auf diese Psychosomatik aufzubauen. Wer bestätigt wird in seinen Stress- und Angstverhalten, auch wenn dies eigentlich fehl am Platze ist, gewinnt quasi schon mal einen Freund und dann kommt dieser Freund um die Ecke mit einer Windel, die geringfügig weniger nach Windel und mehr nach gewöhnlicher Unterhose aussieht und sagt: „Hier haste was, das passt besser zu jungen Leuten, besser zu Dir, muss ja keine Windel sein. Ok, kostet das Doppelte, aber guck, Windeln sind nur für Babys und Rentner. Die Pants hier für alle dazwischen“. Und falls eine Einlage reicht, hat schon mal mindestens eine Frau mehr Vertrauen, Selbstbewusstsein und weniger Berührungsängste, da es ja „nur größere, dickere Damenbinden“ sind und die kennt man schon ewig. ;-)
    2.) Eine Mehrheit der Inkontinenten schafft es noch hin und wieder bis häufig zum Klo. Entsprechend soll die Möglichkeit nicht nur erhalten, sondern falls machbar, auch ausgebaut werden - Stichworte Blasentraining und Toilettentraining. Selbstverständlich geht das auch mit eng zugeklebter Windel (Inkontinenz-Slip), aber einfacher und schneller, gerade für mobil eingeschränkte, geht dies mit Pants oder Vorlagen in Netzhose. Auch hier kommt es also weniger aufs Alter an, als viel mehr auf die Sachlage selbst. Gestresste Alten- und Krankenpfleger kommen mit Vorlagen auch was schneller und einfacher durch, bei gleichzeitig auch geringeren Materialkosten.
    Schade finde ich nur, dass dabei der Tragekomfort und die Sicherheit uvm. der individuell angepasst zugeklebten Windelslips für die Verwender in den Hintergrund geraten, da diese Dinge doch beim Klebeslip spürbar besser sind, als bei Vorlagen in Netz- und Unterhosen.

    Letztlich muss jeder diese Erfahrungen selbst machen. Schwierig wird dies jedoch, sowie es neutral und objektiv, sachlich richtig zu betrachten, wenn eine neue Norm-Blase, eine neue „Normalität“ geschaffen wird, gerade auch von Profis und Herstellern, in der Einlagen, Vorlagen und Pants bewusst reingenommen und auf nen Podest gehoben werden und klassische Windeln zum Zukleben mit Fingerzeig dort aktiv rausgenommen und rausgehalten werden.
    Geändert von Inkymatz (17.11.2019 um 07:42 Uhr)

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