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Thema: Autismus mit ADHS und Schnuller?

  1. #1
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    Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Hi

    Ich bin gerade irgendwas am suchen und finde es nicht wirklich.

    Ich weiß das ich Autismus habe mit ADHS,
    letzter Zeit besonders nachts bauche ich Schnuller,
    Ich weiß das mir was fehlt aber was weiß ich nicht

    Ist hier jemand der auch Autismus mit ADHS hat und Schnuller braucht?

    Im Netz finde ich sensorisch Regulatsion.
    Ich weiß nicht genau wie der schnuller auf Autistische mit ADHS Auswirkt.
    Ich trage gerne pampers an manche tage will ich einfach nur ein baby sein,

  2. #2
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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Hi,

    ich habe auch (leichten) Autismus, aber kein ADHS. Schnullern tue ich (zum Schlafen) trotzdem gerne.
    Beim Surfen im Internet habe ich zum Thema ADHS und Schnuller auch den Hinweis auf Beruhigung/ Regulation gefunden.
    Mein Tipp: Such mal nach "Schnuller bei ADHS" und lass den Autismus erst mal weg.
    Und noch eine Frage am Rande: Hast du eine ärztliche Diagnose für Autismus und ADHS?
    Denn beides hat zwar ähnliche Symptome, aber es sind völlig verschiedene "Krankheiten".

    Gruß
    AlbSchnuller
    Ein Leben ohne Schnuller mag möglich sein, ist aber nicht sinnvoll.

  3. #3
    Senior Member Avatar von djwindel

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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Ich habe selber NUR ADHS als Diagnose und kann mit Schnuller so garnix anfangen.

    Würde aber zustimmen, dass er eine regulierende und beruhigende Wirkung haben könnte.
    Da 20 ADHSler aber so unterschiedlich sindwie 20 "normale" Menschen, wird das auch nicht auf jeden zutreffen.

  4. #4
    Senior Member Avatar von schnulliboy

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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Beide Krankheitsbilder, sofern sie diagnostiziert sind, muß man voneinander trennen. Allerdings kann sich das im Einzelfall schwierig gestalten, da, wie hier schon gesagt, die Symptome ineinander verschwimmen können.
    Zwar ist bei beiden Krankheitsbildern nirgens ein Nachweis zu finden, daß es einen Zusammenhang zu extrem langen Nuckelgewohnheiten gäbe, aber immer wieder hört - o. liest man von derartigen Fällen.
    Natürlich hat das Nuckeln für Säuglinge u. Kleinkinder u.a. die Fkt. einer Selbstregulation, was vll. auch mal bei Kindern mit Autismus, mehr aber bei ADHS mit sehr langen Nuckelgewohnheiten einhergehen kann! Leider gibt es dazu auch keine Statistiken - o. gar wissenschaftliche Erkenntnisse. Aber "gefühlt" denke ich, daß dies Einzelfälle sind.

    diaper-fan, aus Deinem Post geht hervor, daß Du DL und AB bist. Bei vielen AB gehört nuckeln zum Babysein dazu, aber in Form des "Spieles", eine wirkliche Affinität zum Schnuller (meist ist es ein Schnuller) besteht bei Vielen aber nicht. Allerdings scheint es so, daß das bei Dir anders ist und Du vll. schon immer gern den Schnuller gehabt hättest. Irgendwann hast Du dann halt Deine Neigung ausgelebt und letztlich hilft Dir der Schnuller auch bei der Bewältigung gewisser Probleme, die sich aus vor allem Deinem ADHS ergeben.

    Aber ob ADHS - o. Autismus - o. nichts von beidem, gibt es Leute, wie z.B. mich, die auch so eine lebenslange Affinität zum Nuckeln haben. Wenn man bei sich merkt, daß das so ist, dann ist es so und man muß es für sich selbst akzeptieren, Gegenwehr zwecklos. Wenn es Dir gut tut u. vll. auch hilft, dann ist es für Dich einfach richtig, dann tuh es einfach, Du bist damit nicht allein!

    LG!

  5. #5
    Senior Member Avatar von Runhild

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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Ich bin autistisch, aber das Nuckeln habe ich mir bereits mit 1 Jahr abgewöhnt und nie wieder angefangen. Etwas im Mund zu haben, was man nicht nach einer kurzen Zeit herunterschlucken kann, ist für mich unangenehm. Auch Finger oder Daumen nehme ich nie in den Mund. Die Zahnspangen in meiner Kindheit fand ich ekelig.

    Zur Beruhigung (Stimming) benutze ich andere Dinge, unter anderem auch die Windeln und die Gummihosen.

    Viele Grüße
    Runhild
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  6. #6
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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Zitat Zitat von schnulliboy Beitrag anzeigen
    Beide Krankheitsbilder, sofern sie diagnostiziert sind, muß man voneinander trennen. Allerdings kann sich das im Einzelfall schwierig gestalten, da, wie hier schon gesagt, die Symptome ineinander verschwimmen können.
    LG!
    Warum muss man die Diagnosen trennen?
    Gemäß aktueller Forschung können Autismus und ADHS durchaus gemeinsam auftreten. Nennt sich dann AuDHS. https://audhs.com/

    Ob es einen wissenschaftlichen Zusammenhang gibt, kann ich nicht sagen. Ich hab ADHS noch nicht offiziell als Diagnose, aber ich kann sagen das ein Schnuller im Mund die innere Unruhe bei mir deutlich mindert. Kann im Alltag auch auch Essen / Kauen sein. Aber stärker wirkend ist tatsächlich der Schnuller.

  7. #7
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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    @RePam: Danke für den Hinweis, war mir noch nicht bekannt.

    Einen wissenschaftlichen Zusammenhang müssten entsprechende Fachleute, insbesondere Neurologen, nachweisen. Dafür sollten diese am besten beide Krankheitsbilder als Schwerpunkt haben. Sonst wird es bei Jugendlichen/ Erwachsenen im Hinblick auf Autismus (sehr) schwierig.

    Gruß AlbSchnuller
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  8. #8
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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Zitat Zitat von AlbSchnuller Beitrag anzeigen
    @RePam: Danke für den Hinweis, war mir noch nicht bekannt.

    Einen wissenschaftlichen Zusammenhang müssten entsprechende Fachleute, insbesondere Neurologen, nachweisen. Dafür sollten diese am besten beide Krankheitsbilder als Schwerpunkt haben. Sonst wird es bei Jugendlichen/ Erwachsenen im Hinblick auf Autismus (sehr) schwierig.

    Gruß AlbSchnuller
    Ich vermute, die Stellen, welche sowohl ADHS als auch Autismus bei Erwachsenen diagnostizieren können sind Rar und werden völlig überrant.
    Ich wurde in einer Klinik wegen Depressionen behandelt. In den 8 Wochen hat man aber nie überlegt, ob die Diagnose richtig ist.
    Heute weiß ich, das einfach die Maskierungskräfte nachgelassen haben.

    Es ist ein Drama einen Termin für die ADHS Diagnostik bei Erwachsenen zu bekommen. Am Ende habe ich die Testung und Auswertung Privat bezahlt.
    Die nächste Hürde wir sein, die Testung von einem Psychiater überprüfen zu lassen und ADHS als Diagnose offiziell zu Bestätigen.

    Ich werde das Thema zwar beim Psychiater ansprechen. Aber nochmal eine Testung als Selbstzahler werde ich nicht machen lassen.

  9. #9
    Senior Member Avatar von Runhild

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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Es wird derzeit diskutiert, ob Autismus und ADHS aus der gleichen Ursache entstehen. Ich kenne auch einige Menschen, die beide Diagnosen haben.

    Ich als Autistin empfinde Menschen mit ADHS als sehr anstrengend. Ihre Unruhe überrennt mich regelmäßig und es kostet bei mir viel Kraft, dies auszuhalten. Wenn es mir zu viel wird, muss ich mich zurückziehen. Das verstehen jedoch die Menschen nicht und Rücksicht ist für sie ein Fremdwort.

    Die wenigen Diagnosestellen sind derzeitig völlig überlastet. Man kommt nicht mal mehr auf Wartelisten. Das Problem ist, dass man nur Unterstützung bekommt, wenn man eine entsprechende Diagnose hat. Diese Unterstützung kostet der Allgemeinheit viel Geld und benötigt viele Fachkräfte. Deshalb wird bei der Diagnose sehr genau hingesehen.

    Da Hilfe rar ist, werden gerade auch die Selbsthilfegruppen überrannt. Für eine Gruppe mit Autismus können schon 15 Personen zu viel sein.

    Mir sagte mal ein Psychiater, ich solle eine Beziehung eingehen. Dann würde die Depression verschwinden. Er hat nie verstanden, dass die Depressionen eine andere Ursache haben. Von seinem Blickwinkel ausgehend, habe ich mich nicht genügend angestrengt.


    Viele Grüße
    Runhild
    Geändert von Runhild (11.08.2025 um 08:25 Uhr)
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  10. #10
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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Zitat Zitat von Runhild Beitrag anzeigen
    Es wird derzeit diskutiert, ob Autismus und ADHS aus der gleichen Ursache entstehen. Ich kenne auch einige Menschen, die beide Diagnosen haben.

    Ich als Autistin empfinde Menschen mit ADHS als sehr anstrengend. Ihre Unruhe überrennt mich regelmäßig und es kostet bei mir viel Kraft, dies auszuhalten. Wenn es mir zu viel wird, muss ich mich zurückziehen. Das verstehen jedoch die Menschen nicht und Rücksicht ist für sie ein Fremdwort.

    Viele Grüße
    Runhild
    Ich könnte mir vorstellen, das einige Autisten die Unruhe des Gegenüber viel früher und stärker wahrnehmen können.

    Studierst du in der Fachrichtung Autismus / ADHS?

    Mich würde interessieren, ob es einen wissenschaftlichen Zusammenhang mit den Rezeptoren im Mund und der Selbstregulation gibt.
    Fressattacken sind ja typisch für ADHS und soll mit dem Dopaminspiegel zusammenhängen. Ich frage mich gerade, ob das Essen ansich was mit dem Dopaminspiegel macht oder ob es einfach nur der volle Mund ist. Das würde ja eklären, warum ein Schnuller ähnlich oder sogar stärker wirkt. Hab es auch schon mit Kaugummis probiert. Vermutlich durch die fehlende Masse wirkt der aber im Mund nicht.

  11. #11
    Senior Member Avatar von schnulliboy

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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Zitat Zitat von RePam Beitrag anzeigen
    Ich könnte mir vorstellen, das einige Autisten die Unruhe des Gegenüber viel früher und stärker wahrnehmen können.

    Studierst du in der Fachrichtung Autismus / ADHS?

    Mich würde interessieren, ob es einen wissenschaftlichen Zusammenhang mit den Rezeptoren im Mund und der Selbstregulation gibt.
    Fressattacken sind ja typisch für ADHS und soll mit dem Dopaminspiegel zusammenhängen. Ich frage mich gerade, ob das Essen ansich was mit dem Dopaminspiegel macht oder ob es einfach nur der volle Mund ist. Das würde ja eklären, warum ein Schnuller ähnlich oder sogar stärker wirkt. Hab es auch schon mit Kaugummis probiert. Vermutlich durch die fehlende Masse wirkt der aber im Mund nicht.
    Das sind sehr interessante Aspekte!
    Mit ADHS - o. Autismus kann ich nicht dienen, wohl aber mit einem Dopaminmangel. Dieser bewirkt bei mir ein "Restles Leggs Syndrom" (RLS) (Syndrom der unruhigen Beine). Fakt ist, daß vieles gerade auf dem Gebiet Psychiatrie/Neurologie noch lange nicht erforscht ist und selbst die Fachleute oft im Dunkeln tappen, nur vermuten können.
    Mein RLS ist vererbt und ich leide oft SEHR darunter, ist es ja das eigene Nervensystem, was einen regelrecht foltert und manchmal zum Wahnsinn treiben kann! Die eigentlichen Ursachen sind weitestgehend unbekannt. Auch daran beißt sich schon seit 30 Jahren die Fachwelt die Zähne aus! Aber es wirken die selben Medikamente, wie beim "Morbus Parkinson Syndrom", weshalb man von einem Dopaminmangel ausgeht.
    Ich bin Mitglied einer regionalen Selbsthilfegruppe RLS und so kann ich sagen, daß Fressattacken bisher noch nie beschrieben wurden. Somit wäre die These, daß ein Dopaminmangel Freßattacken auslösen kann, in Frage gestellt. Wie das bei einem Dopaminüberschuß aussehen könnte, weiß ich nicht. Dieser bewirkt meines Wissens nach ein ganz anderes psychiatr. Krankheitsbild, welches ich hier lieber nicht nenne!

    Ob es einen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen den Rezeptoren im Mund und Selbstregulation gibt, weiß ich auch nicht. Zumindest ist nachgewiesen, daß es bei Säuglingen und Kleinkindern so ist, weshalb das Nuckeln bei dieser Altersgruppe als normal gesehen wird. Aber es gibt auch Babys, die kaum nuckeln, es einfach nicht brauchen, während es dann Leute wie mich gibt, die als Kind immer einen Nuckel haben wollten und sich irgendwann einen besorgt und (heimlich) benutzt haben. Und warum? Weil man für sich festgestellt hat, daß es einfach gut tut und für einen selbst richtig ist, man besser "runter kommt", besser schlafen kann u.s.w.. Dabei spielt wohl der Saugreflex eine Rolle. Dieser mög wohl bald verkümmern, ist aber ganz schnell reaktivierbar (war niemals weg).
    Immer hatte ich mich gefragt, woher dieses Verlangen kam trotz recht früher Entwöhnung. Es kann nur veranlagungsbedingt sein.
    Aber Dopamin hat scheinbar noch viel mehr Funktionen, z.B. auch bei der Verdauung. Man unterscheidet ja 5 Arten von Dopaminrezeptoren (D1 - 5). Kaugummi war für mich nie interessant und meine Eßgewohnheiten würde ich als "normal" bezeichnen, esse auf keinen Fall zu viel. Dopamin soll aber auch eine Rolle spielen bei der Produktion von Glücksgefühlen (aber welche und wie?). So beschreiben ja Personen mit Essucht auch jenes Glücksgefühl, wenn sie massenhaft essen. Die hier geschilderten Sachverhalte würden die Vermutung von "RePam" bestätigen.

    Wir sehen die Komplexität dieser ganzen Thematik und daß auch die Fachwelt in vielen Punkten nur vermuten kann. Erschwerend kommt hinzu, daß jeder Mensch anders ist, auf Medikamente ect. anders reagiert. Deshalb finde ich es gut, daß wir in diesem Thread diskutieren, uns austauschen, ggf. neue Erkenntnisse gewinnen können. Anders arbeiten Selbsthilfegruppen auch nicht. Dennoch hilft es vielen Betroffenen weiter.

  12. #12
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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Zitat Zitat von AlbSchnuller Beitrag anzeigen
    Und noch eine Frage am Rande: Hast du eine ärztliche Diagnose für Autismus und ADHS?
    Denn beides hat zwar ähnliche Symptome, aber es sind völlig verschiedene "Krankheiten".
    Bedingt. Zum Teil wird mittlerweile sogar das ADHS und das Autismus-Spektrum als ein gemeinsames Spektrum mit verschieden stark vorhandenen oder ausgeprägten Symptomen angesehen.

    80% der Symptome überschneiden sich.

    audhd.jpg

    Zitat Zitat von schnulliboy Beitrag anzeigen
    Das sind sehr interessante Aspekte!
    Mit ADHS - o. Autismus kann ich nicht dienen, wohl aber mit einem Dopaminmangel. Dieser bewirkt bei mir ein "Restles Leggs Syndrom" (RLS) (Syndrom der unruhigen Beine). Fakt ist, daß vieles gerade auf dem Gebiet Psychiatrie/Neurologie noch lange nicht erforscht ist und selbst die Fachleute oft im Dunkeln tappen, nur vermuten können.
    Mein RLS ist vererbt und ich leide oft SEHR darunter, ist es ja das eigene Nervensystem, was einen regelrecht foltert und manchmal zum Wahnsinn treiben kann! Die eigentlichen Ursachen sind weitestgehend unbekannt. Auch daran beißt sich schon seit 30 Jahren die Fachwelt die Zähne aus! Aber es wirken die selben Medikamente, wie beim "Morbus Parkinson Syndrom", weshalb man von einem Dopaminmangel ausgeht.
    Ich bin Mitglied einer regionalen Selbsthilfegruppe RLS und so kann ich sagen, daß Fressattacken bisher noch nie beschrieben wurden. Somit wäre die These, daß ein Dopaminmangel Freßattacken auslösen kann, in Frage gestellt. Wie das bei einem Dopaminüberschuß aussehen könnte, weiß ich nicht. Dieser bewirkt meines Wissens nach ein ganz anderes psychiatr. Krankheitsbild, welches ich hier lieber nicht nenne!
    Bei ADHS gibt es keinen absoluten Dopamin-Mangel, sondern nur einen Mangel im synaptischen Spalt, da das Dopamin zu schnell wieder von der ursprünglichen Nervenzelle aufgenommen und abgebaut wird. [1] [2]
    An diesem Punkt setzen auch die Medikamente mit Methylphenidat oder Lisdexamphetamin an. Denn dieses blockiert einen Teil der Rückkanäle und hemmt somit die Wiederaufnahme vom Dopamin. [3]

    Ähnlich wie es die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), welche als Antidepressiva eingesetzt werden, das für das Serotonin machen.


    [1] https://www.kinderaerzte-im-netz.de/...rung/ursachen/
    [2] https://www.youtube.com/watch?v=sA915ur_pdw
    [3] https://www.youtube.com/watch?v=lFO2HLPyw-s

    Zitat Zitat von Runhild Beitrag anzeigen
    Da Hilfe rar ist, werden gerade auch die Selbsthilfegruppen überrannt. Für eine Gruppe mit Autismus können schon 15 Personen zu viel sein.
    Wobei es nun nicht unbedingt der klassische Stuhlkreis sein muss. Vielleicht hilft dir auch ein Forum oder eine Gruppe die sich per Videokonferenz trifft.

    Auch schon so mancher Windelstammtisch bei dem ich war, hatte was von einer Selbsthilfegruppe.

    Überschneidungen zwischen AB/DLs und neurodivergenten Personen sind häufiger zu beobachten, siehe:
    https://www.wb-community.com/showthr...l=1#post921003
    Geändert von DiaperDino (11.08.2025 um 22:44 Uhr)

  13. #13
    Senior Member Avatar von Runhild

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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Mein Studienfächer waren Physik und Astronomie. Damit habe ich etwa 48 Jahre meines Lebens an einer Uni verbracht. Mit Psychologie und Medizin, mit dem Schwerpunkt Autismus, ADHS und mit Biochemie habe ich mich nur aus Eigennutz beschäftigt. Ich musste irgendwie mein Leben im Griff bekommen und Ärzte haben mir da wenig geholfen. Daher besitze ich in diesen Bereichen eher Inselwissen.

    Soweit ich mich erinnere, wird Nahrungsaufnahme mit Dopamin belohnt. In der Urzeit des Menschen war das auch notwendig, da die Beschaffung von Nahrungsmitteln nicht so einfach war, wie heute. Kohlenhydrate wurden dabei besonders belohnt. Das ist auch heute noch so und führt dazu, dass wir oft zu viel davon essen. Wenn wir ein Brötchen essen, schnellt unser Insulinspiegel in die Höhe und wir fühlen und glücklich. Spätestens nach 2 Stunden ist das Brötchen verarbeitet und der Insulinspiegel fällt wieder rasant ab. Dann fühlen wir uns weniger glücklich und fangen an nach weitere Nahrung zu suchen, obwohl wir eigentlich noch genügend Kalorien im Körper vorrätig haben. So ein Brötchen ist hoch konzentrierte Energie.

    Ein Schnuller hilft da wenig, weil der den Insulinspiegel nicht beeinflusst. Er wirkt wahrscheinlich aus anderen Gründen beruhigend. Den Mechanismus kenne ich aber nicht. Ein Kaugummi hilft auch nur so lange, bis der Zucker verbraucht ist.

    Aber eigentlich ist es egal, wie der biochemische Vorgang abläuft. Wichtig ist, dass er funktioniert. Ich habe mir eine persönliche Liste von Ritualen und Dingen gemacht, die mir helfen, mich zu beruhigen. Auf der Liste stehen dann auch die Windeln und die Gefühle beim Einmachen und vieles mehr, aber nicht der Schnuller oder Babyspiele. Es stehen viele Dinge auf der Liste, die die Menschen von heute verschiedenen Fetischen zuordnen. Aber ich frage mich, ob das wirklich ein Fetisch ist oder einfach nur ein anderes Fühlen meines Körpers.

    Im Augenblick benutze ich ein Antidepressivum, das nur selten verschrieben wird. Es wirkt ganz anders als die SSRIs, die ich früher bekommen habe. Ich spüre nicht mehr, sondern weniger Hunger und esse daher ganz bewusst nur wenig, um abzunehmen. Außerdem unterdrückt es nicht die milde Euphorie, die mich gelegentlich begleitet und die ich gerne mag. Auch meine Kreativität und sexuelle Gedanken bleiben mir erhalten. Mit den SSRIs fühlte ich mich mehr wie ein Roboter, der gut funktionierte.

    Viele Grüße
    Runhild
    Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse LEBEN auf der Erde.

  14. #14
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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Zitat Zitat von Runhild Beitrag anzeigen
    Aber eigentlich ist es egal, wie der biochemische Vorgang abläuft. Wichtig ist, dass er funktioniert. Ich habe mir eine persönliche Liste von Ritualen und Dingen gemacht, die mir helfen, mich zu beruhigen. Auf der Liste stehen dann auch die Windeln und die Gefühle beim Einmachen und vieles mehr, aber nicht der Schnuller oder Babyspiele. Es stehen viele Dinge auf der Liste, die die Menschen von heute verschiedenen Fetischen zuordnen. Aber ich frage mich, ob das wirklich ein Fetisch ist oder einfach nur ein anderes Fühlen meines Körpers.
    Danke

    Ich denke auch, das es funktioniert ist am wichtigsten. Aber die Hintergründe, warum es funktioniert interessieren mich trotzdem.

    Hier mal eine Wiedergabe meines persönlichen Verständnisses. Ob alles so richtig ist, kann ich nicht sagen.

    Der Fetisch im Allgemeinen Sprachgebrauch ist der sexuelle Fetisch. Ein Objekt, das sexuell in irgend einer Form stimuliert.
    Sei es direkt oder in der Handlung (Dom / Sub Beziehung, Erniedrigung usw.)

    Auf der anderen Seite gibt es die Altersregression, welche mit Fetisch überhaupt nichts zu tun hat. Da geht es z.B. um wohlbefinden und Traumabewältigung.

    Nun kommt es auf die Motivation an, warum ein Mensch z.B. Windeln trägt und einmacht. Geht es um die sexuelle Stimulation, ist es ein Fetisch.
    Geht es um das Wohlbefinden, ist es eher Altersregression als Fetisch.

    Nun weiß ich aber von mir, das mal das eine oder andere eine Rolle spielt. Da die sexuelle Komponente bei mir meist eine Rolle spielt, würde ich mich in dem Fall als Fetischist sehen.
    Ich habe aber auch schon in Profilen gelesen, das Little komplett asexuell Leben oder sexuelle Reize im Littlespace nichts verloren haben. Da sehe ich die Altersregression.
    Beides kann ein Rollenspiel sein. In der Altersregression ist es der Caregiver, im Fetisch ein Dom / Sub Verhältnis.

    In beiden Fällen können Windeln, Schnuller, Kleidung und das umsorgt werden eine Rolle spielen. Die Unterschied ist die Motivation.

    Zurück zum Thema Schnuller.
    Es funktioniert nicht jeder Schnuller. Er muss die richtige Größe haben. Ich hatte erst den Medic Pro und im Vorfeld diverse Kinderschnuller probiert.
    Die haben lange nicht das Ergebnis gebracht wie das Modell was ich aktuell daheim habe. (Saveexpress)

    Irgendwas passiert, wenn der Lutschteil die Zunge und dem Gaumen berührt. Allein das Nuckeln ist es nicht.

    Zu den Fressattacken bei ADHS finde ich den Artikel recht interessant.
    https://pte.de/kinder-eltern/heisshu...lsivitaet-adhs

    Das Schnullern könnte demnach eine alternative Belohnung sein.

  15. #15
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    AW: Autismus mit ADHS und Schnuller?

    Zitat Zitat von Runhild Beitrag anzeigen
    Ein Schnuller hilft da wenig, weil der den Insulinspiegel nicht beeinflusst. Er wirkt wahrscheinlich aus anderen Gründen beruhigend. Den Mechanismus kenne ich aber nicht. Ein Kaugummi hilft auch nur so lange, bis der Zucker verbraucht ist.
    Schon das kauen alleine kann entspannend wirken.

    Kleine Kinder und Hunde kauen auch gerne auf was rum.

    Wurde auch schon wissenschaftlich untersucht:
    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4450283/

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