Hallo zusammen,
ich mache mir Gedanken darüber, warum das Thema Inkontinenz – vor allem bei jüngeren Betroffenen wie mir (bin 39 bzw. war 34 als es das erste Mal angefangen hat) – gesellschaftlich immer noch so Tabu ist.
Niemand schämt sich für eine Brille.
Niemand schämt sich für einen Rollstuhl.
Niemand schämt sich für eine Zahnspange.
Aber sobald es um Blase oder Darm geht, wird es plötzlich still.
Warum ist das so ?!
Ich glaube das es darin liegt dass Kontrolle über Ausscheidungen gesellschaftlich stark mit „Erwachsensein“ verknüpft ist. Als Kinder werden wir „sauber“, und das gilt als (gefühlt wichtigster?!) Entwicklungsschritt. Wenn diese Kontrolle später wegfällt – egal aus welchem Grund – fühlt es sich automatisch wie ein Rückschritt an. Obwohl es medizinisch schlicht erklärbar ist.
Was mich persönlich beschäftigt:
Gerade als jüngerer Betroffener fühlt man sich oft allein. Man sieht keine anderen in seinem Alter, die offen darüber sprechen. Dabei sind wir definitiv nicht so selten, wie es wirkt.
Vielleicht würde sich vieles entspannen, wenn wir:
• offener darüber sprechen
• sachlicher damit umgehen
• jüngere Betroffene sichtbarer machen
• Partnerschaft und Alltag ehrlich thematisieren
Mich würde interessieren:
Wie erlebt ihr das Thema Tabu?
Habt ihr Strategien entwickelt, damit entspannter umzugehen – gerade im öffentlichen Raum?


Zitieren

