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Thema: Hass (Eine Liebesgeschichte)

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    Hass (Eine Liebesgeschichte)

    Hass (Eine Liebesgeschichte)

    Ich, die Erzählerin dieser Geschichte, bin Sarah. Ich selbst nenne mich eine Außenseiterin. Denn ich bin inkontinent, schon immer.
    In der Schule war ich immer die Windel-Sarah, die Pissnelke, das Baby. Ja, ich ging auf eine normale Regelschule. Wie das, fragt ihr euch? In der Grundschule, eine Inklusionsklasse, gab es andere körperlich stärker beeinträchtigte Schüler, deren Betreuer ich bitten durfte, mir beim Windelwechsel zu helfen. Meist war dies aber gar nicht nötig, denn eine Windel reichte den Vormittag über aus. Im Gymnasium habe ich dann alles selbst gemacht.
    Früher habe ich die Schule gehasst. Ich habe meine Eltern verflucht, dass sie mich in dieser Schule gelassen haben. Nur mit Hilfe eines Therapeuten konnten sie mich überreden überhaupt weiterhin dorthin zu gehen. Und wie habe ich meine Mitschüler gehasst, für ihre Blicke, für ihre Sprüche, für ihre Schimpfnamen, für ihre „spielerischen Klapse“ auf meinen gewindelten Po. Wie habe ich meine Lehrer gehasst, für ihren mitleidigen Gesichtsausdruck, für ihre versteckten Anspielungen, für ihre normalen Sätze, die nur ich in meinem Hass für versteckte Anspielungen hielt. Und ich hasse mich selbst, meine nicht vorhandene Schlagfertigkeit, meine fehlende Begabung mich gegen die Klapse und Blicke zu wehren. Ich hasse meine Inkontinenz, meine Windeln, meine Tabletten, mein Plastik-Laken auf der Matratze. Ich hasste die Demütigung, mit nasser Hose in der Fußgängerzone zu stehen und so noch eine halbe Stunden heim laufen zu müssen. Nur weil mein Schließmuskel mal wieder trotz der Medikamente nicht funktioniert hat. Ich hasse den Geruch nach Urin, der in meinem Zimmer steht. Ich hasse Wasser trinken, Wein trinken, und dann die Nachfragen meiner Eltern ob es nicht schon wieder Zeit für einen Wechsel sei. Ich hasse ihr „Sei doch nicht immer so wütend.“, ihr „du bist nicht behindert“, ihr „auch andere Menschen leben damit“, ihr „das ist doch alles nicht so schlimm.“ Es war schlimm. Es zerstörte meine Jugend.
    Zum Beispiel, dass mein Opa mir immer erklärte, die Windel sei doch voll praktisch, weil dann der Hintern so gut gepolstert wäre, wenn man den Hintern versohlt bekäme. Mir wurde nie der Hintern versohlt, aber mein Opa fand den Witz alle drei Monate aufs Neue komisch. Oder meine Oma, die ihr Rudel Enkelkinder vor dem Weg zu Eisdiele jedes Mal einzeln zur Toilette schickte, und dann noch sagte „nur die Sarah, die kann es dann ja einfach laufen lassen“. Das fand ich ebenfalls nicht witzig.
    Zum Beispiel, als ich 12 war und wir gerade ein paar Medikamente ausprobierten. Nicht nur, dass sie mich müde machten, sie versagten auch regelmäßig in den unpassensten Situationen. Und dann lief es nicht nur ein bisschen aus mir heraus, dann kam eine richtige Ladung. Zum Beispiel mitten in der Fußgängerzone. Mit einer Stunde Heimweg vor mir. Oder bei der Oma auf dem Sofa, die dann dachte ich hätte es mit Absicht gemacht.
    Ode zum Beispiel ein Jahr später, ich war 13, trug wieder Windeln rund um die Uhr und war mit meiner Mutter Einkaufen in der Stadt. Wir waren spät dran und wollten dringend auf den Bus. Ich wollte noch eine Toilette suchen, ich musste groß. Sie bestand auf dem schnellen Heimweg mit den Worten „Du wirst das schon durchhalten und wenn nicht, wäre es ja auch nicht schlimm.“ Ich musste aber langsam dringend, bezweifelte das Durchhalten außerordentlich und widersprach ihr weiterhin. An der Bushaltestelle hatte sie dann genug von meinem Gequengel, drehte sie sich zornig um und sagte viel zu laut „Sarah, verdammt nochmal, wozu hast du eine Windel an?“ Alle an der Bushaltestelle konnten es hören. Und ich hasste sie für ihr Versprechen, mein Problem in der Öffentlichkeit niemals zu thematisieren. Ich habe mich weg gedreht und es einfach geschehen lassen. Etwas, was ich so nie wollte. Als ich mich im Bus weigerte mich hinzusetzen verstand meine Mutter natürlich was los war, und es tat ihr auch Leid. Eine „Scheiß“-Situation, im wahrsten Sine des Wortes. Ich hatte danach bestimmt eine Woche mit meiner Mutter nur das Nötigste geredet.
    Ein weiteres Beispiel, ich war 16 und wurde doch mal auf eine Party von Leuten aus der Schule eingeladen. Es war echt nett, es wurde ordentlich viel Sekt getrunken und später am Abend gab es viel Geknutsche mit Jungs. Zuerst war ich da sehr zögerlich – ich war ja das Windelbaby oder die Pissnelke. Aber ein Junge, den ich nicht kannte wollte mit mir knutschen (er wusste noch nichts von meiner Inkontinenz). Und es war schön. Bis seine Hand über meinen gut gepolsterten Hintern streichelte. Dann sprang er auf und schrie „Bäh, was ist denn das?“ Die anderen haben es ihm später am Abend wohl erklärt, während ich mich weinend von meinen Eltern abholen lies. Hab ich schon erwähnt, dass ich pubertierende Jungs hasse?
    Und ein letztes Beispiel. Ich war 17 und abends mit in die Disco gefahren. Damit dort beim Tanzen kein weiterer Hintern-Streichel-Unfall passiert, trug ich zu dieser Gelegenheit nur Vorlagen und keine richtigen Windeln und setzte mich alle 20 Minuten Richtung Toilette ab. Die Mitternachtsgrenze für uns unter 18-Jährige sahen wir damals aber eher locker und blieben zu lange. An besagtem Abend fand jedoch gegen ein Uhr eine Polizeikontrolle statt. Ich bekam erstmal einen tüchtigen Anschiss und wurde dann für eine persönliche Heimfahrt in den Streifenwagen gesetzt. Immerhin war ich nicht die Einzige. Die Kehrseite war aber, dass die Heimfahrt ziemlich lange dauerte. Während der Fahrt lief es also langsam aber stetig, in vielen kleinen Schwalls, aus mir heraus. Die Vorlage hat natürlich nichts gehalten. Schon bald merkte ich wie sich die Nässeunter meinem Po und meine Oberschenkel entlang ausbreitete. Als wir endlich da waren schaute der Polizist recht verdutzt auf meinen durchnässten Hintern und meinte so etwas wie „Gute Güte, Mädchen. So betrunken bist du doch gar nicht.“ Ein weiterer denkwürdiger Satz für die Shut-the fuck-up-I-hate-you-Liste. Für meine aus dem Bett geklingelten Eltern setzte es dann ebenfalls einen gewaltigen Anschiss, auf eine Anzeige wegen Verletzung der Aufsichtspflicht (oder so ähnlich) wurde aber verzichtet. Dafür trudelte kurze Zeit später eine saftige Rechnung für „Reinigung des Einsatzfahrzeugs“ in Haus. Die wurde mir in voller Höhe vom Taschengeld abgezogen und Disco hatte sich damit erstmal erledigt. Außerdem machte die Geschichte natürlich die Runde und in einer weiteren gesellschaftlichen Situation war ich das Gespött der Schule. Und ich war wirklich wütend wegen der Polizei – und wegen des Taschengelds.
    Aber heute habe ich die Schule überstanden. Mit dem Abi in der Tasche wollte ich einfach nur weg. Nein, nicht auf Abi-Fahrt mit den anderen. Keine zehn Pferde bringen mich dahin. Sie waren nett, haben gefragt. Aber ich weiß, dass sie wussten, dass ich Nein sage. Sonst hätten sie wahrscheinlich nicht gefragt. Ich weiß es. Ich wollte weg. Studieren, möglichst weit weg von allen. In einer Stadt möglichst weit weg – von allen Dingen die ich hasse. Also zog ich vom Rand des Schwarzwald nach Rostock und schrieb mich für Informatik ein.
    Die Uni war schön. Ich fand ein kleines Apartment in einem kleinen Studentenwohnheim. Ich begann noch viel ausgiebiger als früher hauptsächlich Röcke zu tragen um meine Windeln zu kaschieren, von Medikamenten und Vorlagen lies ich jetzt die Finger und lernte an den Wochenenden die Millionen Geschmacksrichtungen von Fertig-Tomatensoße aus dem Glas kennen. Unter der Woche lernte ich dagegen die eine Geschmacksrichtung der Mensa-Bratensoße schätzen, aber das gehört wohl dazu. Überhaupt war der Beginn des Studiums für mich eine Explosion des Lebens. All die neuen jungen Menschen, die sich jeden Abend in den Aufenthaltsräumen und der eigenen Bar des Wohnheims (Bier für 1,50) einfanden. Sie alle wussten nichts von meinem Problem und ich bemühte mich es niemandem auf die Nase zu binden. Ich lernte echt viele Leute kennen, ich war so ungezwungen wie nie zuvor, lachte und trank mit den anderen im Wohnheim, spielte Karten und Singstar und scheinbar bemerkte niemand mein Geheimnis. Nicht mal meine beiden neuen besten Freundinnen, Anna und Johanna, weihte ich ein.
    Mit dem Winter kam die Arbeit. Das Studium war anstrengend. Jeden Tag lernte ich bis spät in die Nacht. Und mit der Anstrengung kam auch die Wut zurück. Nicht auf die Inkontinenz oder die Windeln, zumindest nicht primär – sondern auf die schweren Übungsaufgaben und den unverständlichen Stoff. So fiel ich in ein kleines seelisches Tief aus Arbeit fürs Studium und Selbstmitleid. Tagsüber wollten die Code-Zeilen und Algorithmen in meinem Kopf nicht ausreichend Sinn ergeben und am Wochenende abends trank ich im Wohnheim immer wieder zu viel Bier. Ich blieb zu lange auf und verlor mich Internet, ich war zu müde um zu arbeiten und zu nervös um zu schlafen. Nervös von den schweren unerledigten Übungsaufgaben. Aber das Bier in der Bar des Wohnheims half gegen die Nervosität. Mehrmals bemerkte ich das Auslaufen der Windel gerade noch rechtzeitig. Mehrmals trank ich so viel, dass die Kapazität meiner Nachtwindel bei weitem nicht ausreichte. Nicht immer konnte ich mich aufraffen mich auch noch um die Bettwäsche zu kümmern. Ich stand einfach auf, setzte mich an den Laptop und versuchte zu einem 15 Uhr-Frühstück aus Doppelkeksen die Übungsaufgaben zu programmieren. Währenddessen ließ ich das Bettzeug trocknen – die Matratze war ja geschützt – und legte mich abends wieder hinein. Teilweise stank mein Bett – und damit auch mein Appartement – fürchterlich nach Urin. Und teilweise, wenn die Kapazität der Nachtwindel ausgereicht hatte – ich aber am frühen Morgen wegen dem anstehenden „Bierschiss“ erwachte, sich gleichzeitig aber noch alles drehte, nutzte ich für dieses Bedürfnis ebenfalls die Windel und schlief einfach weiter. Und auch wenn ich in meiner Jugend viele erniedrigende Erlebnisse hatte, so fühlte ich doch am Morgen danach wohl am „elendsten“. Verkatert, mit Kopfweh, mit dem Verwesungsgeschmack eines Alkoholabends ohne Zähneputzen im Mund, und dazu noch total verschwitzt, voll gepinkelt und eingeschissen aufzuwachen … das erweiterte meine persönliche Selbsthass-Skala noch um ein gutes Stück nach oben.
    Meine Freunde im Wohnheim bemerkten natürlich, dass es bei mir gerade nicht so rund lief und versuchten immer wieder nach mir zu sehen. Doch ich blockte sie ab. Ich wollte nicht, dass sie mich und meine Wohnung so sahen. Ich schämte mich und hatte Angst vor Entdeckung. Doch eines Abends – schon kurz vor dem Ende des Semesters – hatte ich natürlich mal wieder etwas zu viel getrunken und meine engsten Freundinnen, Anna und Johanna, begleiteten mich nach Hause. Sie zwangen mich gerade zu. Und der Schock saß. Sie waren waren kurz paralysiert, brauchten ein paar Momente die Situation zu erfassen. Doch dann wechselten sie meine Bettwäsche, lüfteten gründlich, schleiften mich erst unter die Dusche und dann ins Bett und entschuldigten sich noch bei den Nachbarn für den nächtlichen Tumult. Ich hatte aufgrund meines aufgedeckten Geheimnisses regelrecht Panik, dass ich wieder ausgeschlossen würde – wie in der Schule – und machte die Nacht fast kein Auge zu. Aber es kam anders. Am nächsten Morgen klingelten die beiden Sturm an meiner Tür. Sie hatten Frühstück gekauft und machten starken Kaffee. Ziemlich schnell machten sie laut und deutlich klar, dass sie sich heute weder von meinen Launen, noch von meinen Kopfschmerzen beindrucken lassen würden. Sie wollten meine Geschichte hören. Sie fragten, was mit mir los sei, warum ich Windeln trage, wie meine Familie so ist. Kurz: Sie fragten mich nach meiner ganzen Lebensgeschichte und schließlich … schließlich erzählte ich sie. Ich erzählte davon wie die Inkontinenz mein ganzes Lebens bestimmte, von der Angst vor Entdeckung, von der Wut, vom Hass auf alle die mit meinen „Umständen“ zu tun hatten. Und von der Befreiung der ersten Wochen, des Neuanfangs. Und auch dieses Gespräch war ein Neuanfang, der Beginn einer tiefen Freundschaft, einer Freundschaft die ich so vorher noch nicht hatte. Sie argumentierten viel in die Richtung wie es früher auch meine Eltern getan hatten. Wir seien jetzt alle erwachsen und müssen die anderen akzeptieren, wie sie eben sind. Sie akzeptieren mich auch gerne undicht. Und ich müsse positiv denke, selbstbewusster auftreten, die Angst überwinden. Und auch wenn ich es den beiden an diesem Tag noch nicht glauben wollte du mich gegen ihren Rat wehrte so gut es ging – so glaubte ich ihnen doch schon etwas mehr als meinen Eltern früher.
    Und außerdem analysierten die beiden an diesem Tag eiskalt: „Sarah, du brauchst ‚nen Kerl.“ Ich reagierte erst grummelig, verwies auf die Windeln, aber sie ließen nicht locker. Für die Semester-Abschluss-Party der Informatik-Fakultät wurde also eine kleine Offensive geplant. Und Offensive ist hier an sich nicht mal schwer. Als Mädel im technischen Studiengang muss man nur noch etwas Interesse für diverse Nerd-Themen zeigen … und die Angebote kommen wie von selbst. Aber … das Windelproblem: Ich zog für die Party einen langen und weiten schwarzen Rock an. Der Plan war im Falle des Falles noch kurz zur Toilette zu verschwinden und die Windel durch ein recht dezentes Vorlagen-Exemplar zu ersetzen. Für enges Tanzen und so. Der Plan klappte wie am Schnürchen. Ich traf einen heißen Typen, er hieß Sebastian, unterhielt mich gut, verschwand in der Toilette und tanzte im Anschluss eng (ja: Offensive!), verschwand dann bald wieder auf der Toilette, er wartete, und wir tanzten noch enger. Nochmals auf Toilette, „nur das viele Bier“ flüsterte ich ihm ins Ohr und wollte weiter tanzen. Nur … er verstand das als Signal mich nach Hause zu begleiten. Jetzt war der entscheidende Moment der Offensive gekommen („zu mir oder zu dir?“), aber … ich war zu schüchtern. Die richtigen Worte wollten mir nicht über die Lippen. Er war auch höflich zurückhaltend und begleitete mich nach Hause. Also letzte Chance, ich wollte ihn an der Haustür noch mit nach oben bitten. Aber dann merkte ich, wie mir der Urin die Strumpfhose hinab sickerte – diese Vorlagen taugen einfach nichts. In meinem Kopf tauchte daraufhin das Bild auf, wie mir Sebastian die vollgepieselte Strumpfhose herunter zieht und angewidert das Gesicht abwendet. Das aufkommende Kopfkino zertrümmerte direkt sämtliches auf dem Heimweg mühsam zusammen gesammeltes Selbstbewusstsein, so dass ich mich eher hektisch von Sebastian verabschiedete und an der Haustür stehen ließ. Übrigens … hatte ich wohl tatsächlich zu viel Bier, denn am nächsten Morgen wachte ich trotz dicker Nachtwindel wieder in einer Überschwemmung auf. Und zu allem Überfluss hatte ich wegen der „Urin-in-der Strumpfhose-Panik“ den Abend so plötzlich beendet, dass wir nicht mal einmal die Nummern oder Nachnahmen getauscht hatten. Es gibt hier ja nur so viele Studenten wie in meiner alten schwäbischen Kleinstadt.
    Aber Sebastian hatte bei unseren Gesprächen wohl gut aufgepasst. Er wartete nach dem Ende einer Informatik 1 Vorlesung am Ausgang des Hörsaals und passte mich ab. So waren wir für das nächste Wochenende erneut verabredet. Wir bummelten zusammen durch die winterliche Stadt, waren erst Tee trinken und dann Döner essen und schließlich am frühen Abends lud mich Sebastian zu sich in die WG ein. Ich ging mit. Er holte Rotwein, legte Musik auf, der Kerl war vorbereitet. Und nachdem ich mich unten rum nochmal kurz frisch gemacht hatte gab es sanftes Geknutsche. Ich hatte jetzt wieder eine von den Vorlagen, ich wollte, dass Sebastian diese für eine Binde hielt. Aber beim Knutschen floss doch immer wieder ein bisschen Pipi und ich musste die Vorlage bald wechseln gehen. Und als Sebastians streichelnde Hände sich langsam Richtung Hintern vorarbeiteten bekam ich langsam Panik wie das denn weiter funktionieren sollte. Ich musste wohl oder gleich wieder wechseln gehen. Und mir wurde schlagartig klar, sollte es jetzt zu Sex kommen, dann würde ich sein Bett vollpinkeln. Wenn ich mastrubierte pinkelte ich auch fast immer. Sollte es nicht zu Sex kommen, aber ich hier übernachten und in seinen Armen einschlafen – nichts lieber als das – aber auch dann würde ich sein Bett vollpinkeln. Also ging ich. Ich war sowieso schon ganz verkrampft. Ich erklärte nichts und bat einfach um Verständnis. Immerhin tauschten wir noch unsere Nummern.
    Am nächsten Tag hatte ich Besuch von zwei sehr neugierigen Freundinnen, Anna und Johanna, sie brachten Zeug für ausgiebigen Brunch. Ich heulte und jammerte, dass es so mit den Windeln nie mit dem Sex klappen könnte. Ich würde das Bett vollpinkeln und überhaupt, die Windeln würden jeden Mann sicher direkt abtörnen. Es war viel Aufbau-Arbeit nötig. Aber am Ende des Nachmittags hatten mich die beiden zu einem Plan B überredet. Ich solle mir etwas Zeit lassen und der Sex müsse bei mir stattfinden, dann sei ein nasses Bett auch nicht so schlimm. Und ich sollte es Sebastian vorher sagen – damit er sich mental darauf vorbereiten könne. Wenn er das nicht schaffe, sei er eh ein Arsch. Und damit das „Zeit lassen“ auch klappen könne, trafen wir uns nächste Mal mit unseren Freunden im Schlepptau auf neutralem Terrain. Anna und Johanna wollten den Kerl schließlich vorher begutachten. Auch Sebastian hatte Freunde dabei. So gingen einige Woche mit netten Abenden und Gesprächen ins Land. Und dabei wurde auch mein Nachholbedarf in Sachen „Nerdkultur“ entdekt. So kam schnell heraus, dass ich noch nie Star Wars gesehen hatte. Große Bildungslücke. Und Johanna, selbst großer Fan, bestand darauf, dass ich zumindest den ersten Film „Die dunkle Bedrohung“ unbedingt ansehen müsse. Da stieß bei den anderen zwar auf Unverständnis, die wollten diesen direkt überspringen (Stichwort Machete-Order), aber Johanna blieb hart – die anderen könnten ja erst später einsteigen. Sebastian lud dann direkt zum Filme Abend zu sich sein. Aber: Bei Blickkontakt mit Sebastian knisterte die Luft. Es wurde Zeit für den nächsten Schritt. Ich musste ihn einweihen. Ich erzählte ihm also von meiner Inkontinenz und den Windeln am Telefon – so konnte er dabei meine Tränen nicht sehen. Er war baff. Er sagte zwar, es mache ihm nichts und er wolle sich trotzdem weiter mit mir treffen, aber er war wirklich beeindruckt. Nachdem Gespräch heulte ich die ganze Nacht. Ich war überzeugt er wolle jetzt nichts mehr von mir wissen. Aber Johanna bestand auf dem Filme-Abend. Nur wir drei. Sebastian, Johanna und ich. Die anderen wollten dann tatsächlich erst zum zweiten Film hinzustoßen. Also stand ich am nächsten Freitagabend vor Sebastians Tür. Und ich trug eine meiner normalen Windeln, ich zitterte vor Nervosität, lies mir dann aber vor Sebastian möglichst wenig anmerken. Ich war eher wortkarg und startete der Film. Ich saß in der Mitte. Sebastian hielt meine Hand, später legte ich meinen Kopf auf seine Schulter. Ehrlich gesagt weiß ich heute gar nicht mehr so viele Details des Films. Der ist in meinem Gedächtnis eher so nervige Echse, Pod-Rennen, Fuchteln mit Lichtschwerten. Aber es gab diese eine Stelle, an die erinnere mich deutlich. Diese war es, warum Johanna darauf bestand, dass ich den Film ansehe. Es war die Stelle, in der Yoda Anakin begutachtet: "Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass – führt zu unsäglichem Leid." Und Johanna stupste mich an und flüsterte mir ins Ohr: „Wegen dieser Stelle musstest du diesen Film sehen, Sarah. Du bist mit deiner Inkontinenz schon recht weit gekommen auf dem Weg zur dunklen Seite. Heute ist eine gute Gelegenheit zum Umkehren.“ Johanna hatte Recht.
    Nach dem Ende des Films verabschiedete sich Johanna und zwinkerte mir zu. Sebastian fragte, ob ich nicht noch bleiben möchte. Ich nickte. Die Tür fiel hinter Johanna zu und wir küssten uns. Wir küssten uns lange. Ich hob sogar mein Bein und zog meine Ferse zum gewindelten Po. Sebastian sagte nochmal, er möge mich so wie ich bin, und seine Hand wanderte langsam in Richtung Po. Sie fuhr über meinen Rock und ich erzitterte, während seine Finger unter dem Stoff meine schon gut gefüllte Windel befühlten. Ich unterbrach die Stimmung, sagte ich müsse mich frisch machen, und wechselte in seinem Bad. Er erwartete mich und zeigte mir den Mülleimer. Das Werfen meiner vollen Windel in seinen Mülleimer … oh Gott, war mir das unangenehm – viel schlimmer als das Streicheln über den Po. „Dann erzähl mal“ sagte er, meinte mein Leben und wir redeten die ganze Nacht. Und wir kuschelten. Oben ohne. Meinen Rock behielt ich an. Es war sehr schön, wenn man unter stundenlanger erotischer Spannung einen Menschen fest hält und sich kennen lernt. Leise Musik, seine Hände an meinem Rücken, in meinen Haaren, auf meinen Brüsten und auf meinem gewindelten Po. Vor dem Inneren meiner Windel hielten seine Finger Gott sei Dank noch respektvollen Abstand. So weit war ich noch nicht. Nicht an diesem Abend. Zum winterlichen Sonnenaufgang ging ich dann nach Hause.
    Zwei Tage später war es so weit. Ich lud ihn zu mir ein. Wir kochten und tranken zusammen eine Flasche Wein. Und dann waren da wieder seine Hände, welche mir das T-Shirt über den Kopf streiften, meinen BH öffneten und meine Brüste streichelten. Und später als sie meinen Rock herabstreiften und ich nur in Windel vor im lag. Seine Hände auf meinem gewindelten Venushügel. (Meine Hände in seiner Boxershorts.) Und dann öffnete ich die Windel streifte sie aus dem Bett und zog ihn schnell an mich. Sein Penis drang direkt in mich ein. Unser Sex war kurz und heftig. Danach die Windel schnell entsorgen, eine frische nehmen, sie mit einer kurzen Schlafanzughose bedecken. (Nur in Windel vor ihm zu stehen war mir noch immer unangenehm.) Dann nur noch kurz die Bettwäsche wechseln. Natürlich hatte ich beim Sex ins Bett gepinkelt. Dann redeten wir wieder und schliefen irgendwann ein.
    Danach waren wir ein Paar, und Sebastian entwickelte ein großes Talent für äußerst zärtliche Windelwechsel bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten. Den typischen Winterabend verbrachte ich mit Sebastian beim Serien Bingen auf dem Sofa. Ich musste mich nur meines Rocks und meines BHs entledigen und kuschelte mich dann in Strumpfhose, Windel und warmen Longsleeve Shirt an ihn. Kam ich nach der Vorlesung zu Sebastian, fragte er mich bald ob denn meine Windel nicht einen kleinen Vorabend-Wechsel benötigte – und meinte natürlich Vorabend-Sex. Oder in der Stadt – wenn ich doch mal beim Shoppen wechseln musste, dann fragte ich direkt nach dem Behinderten-WC, denn da gibt es ja mehr Platz für den Quickie. Oder eines Morgens, als ich noch verschlafen, aber vom Kaffee-Duft angezogen, mit schwer durch-hängender Windel zu Sebastian an der Küchenzeile waschelte. Während des ersten Kaffees tauchten wir schon wieder lüsterne Blicke, also wiegte ich meine Hüften so, dass die schwere Windeln langsam nach unten rutschte und auf den Boden platschte, dann drückte Sebastian mich an die Wand zum Guten-Morgen-Küchen-Sex.
    Sebastian half mir auch beim Programmieren, gab mir Tipps, wenn ich den Fehler mal wieder nicht sehen wollte, und wir holten meine Defizite in Nerdkultur bei Filmen und sogenannten Kultserien nach, bis uns unsere Freunde auf das Vernachlässigen der Kneipenkultur hinwiesen. Mittlerweile haben wir es halbwegs raus.
    Kurz gesagt war Sebastian meine ganz persönliche Cinderella-Story: Charmanter Nerd trifft auf wütende junge Frau. Und bekehrt sie schließlich doch noch zur hellen Seite.
    Read the original news thread here.

  2. #2
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    AW: Hass (Eine Liebesgeschichte)

    Schöne Kurzgeschichte.

  3. #3
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    AW: Hass (Eine Liebesgeschichte)

    schöne Geschichte, die mal eine ganz andere Perspektive aufzeigt.
    Allerdings zieht mir das Erzähltempo gegen Ende ein bisschen zu stark an. Der Schalter wird, finde ich, zu schnell umgelegt.
    Den Prozess, vom Stadium der verlorenen Selbstachtung und dem Verabscheuen der eigenen Inkontinenz bis hin zum lustgeprägten DL Leben mit dem neuen Freund, hätte man ein bisschen langsamer aufbauen können.

  4. #4
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    AW: Hass (Eine Liebesgeschichte)

    Stimmt.
    Aber das Tempo ist eigentlich in der ganzen Geschichte sehr hoch. Ich bin ja am Anfang auch sehr grob über die Erlebnisse drüber. Ich wollte quasi mehr von oben einen Überblick über die bisherige Geschichte geben. Und das Ende war eigentlich genauso gedacht. Also mehr ein schneller Ausblick wie es weiter geht. Eigentlich wollte ich die Geschichte bereits direkt nach dem Film enden lassen. Aber ich gebe zu, ein schönen weichen Übergang habe ich nicht hinbekommen. (Und ich wollte auch noch etwas "DL-Service" ins Ende stecken.)

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