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Thema: Eine Autistische Windelgeschichte

  1. #1
    Member Avatar von Wipe

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    Eine Autistische Windelgeschichte

    Hallo!

    Ich möchte jetzt einfach mal hier kurz meine Geschichte zu den Windeln berichten.

    Angefangen hat bei mir alles mit einem Schlüsselerlebniss als ich in der 3. Klasse war, dort wolte ich im Hort nicht den Mittagsschlaf mit machen (warum komme ich später zu) und meine Betreuerin/Erzieherin drohte mir mich wie ein Baby zu wickeln wenn ich mich so verhalte. Gemacht hatte sie es nicht, aber einige Jahre später (in der 8. Klasse?) hatte ich immer mehr das Problem nicht mit meiner Umwelt klar zu kommen. Mittlerweile weiß ich, das ich ein Autist bin und daher mich immer mehr ausgegrenzt gefühlt habe (zu dem Zeitpunkt war mir das ganze Konzept des Smaltalks nicht verständlich, das hatte ich mir erst später selber beigebracht wie man darauf reagiert nur um mal ein Beispiel zu geben)
    Zu dem Zeitpunkt erinnerte ich mich wieder an das Gefühl der Geborgenheit welches ich gefühlt hatte als ich noch Windeln getragen hatte und an die Situation im Hort. Ich besorgte mir von irgentwo her Babywindeln und trug diese, das ganze Baute sich weiter aus und als ich mich Überwunden hatte richtige Windeln zu kaufen, wollte ich nichts anderes mehr haben.

    Mittlerweile Trage ich Windeln immer wenn ich in Stressigen Situationen war, sie helfen mir mit dem Stress der Sozialen Interaktion klar zu kommen die andere selbstverständlich beherschen (Ich muss Geräusche Bewusst filtern um z.B. eine Stimme von dem Ticken einer Uhr zu trennen, nutze erlerntes Wissen um Körpersignale zu Analysieren etc, das ist auf Dauer seeeehr Anstrengend!).
    Ich möchte sie mittlerweile nicht mehr weg Denken.

    Bemerkenswert ist denke ich noch wie meine Familie damit umgeht.
    Nachdem meine Eltern entdeckt hatten, dass ich Windeln heimlich Trage, wurde ich natürlich ausgefragtetc, aber als ich nach einer ganzen Weile zugegeben hatte die nicht zwingned zu benötigen sondern Trage um mich besser zu fühlen, war für sie alles ok. Meine Mutter schenkte mir sogar noch einen Windeleimer und ich Trage auch in ihrem beisein Windeln (auch mitunter außerhab des Hauses wenn es mir schlecht geht), achte aber darauf sie nicht auffällig zu Zeigen.
    Es sei noch angemerkt, dass meine Eltern das schon vor meine Autismus-Diagnose so hingenommen hatten, die Diagnose erklärte nur warum ich sie brauche.

    Es ist also wirklich möglich dafür zu Argumentieren mit der Familie und ja, mitunter akzeptieren sie das auch so toll.
    Also alle da draußen: Redet mit euern Eltern wenn ihr noch zuhause Wohnt, das Verstecken müssen mindert nur das gefühl der Geborgenheit und die schönheit der Windeln.

    ~WiPe

  2. #2
    Senior Member Avatar von DerDaniel

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    Ich finde es toll, dass du so offen über deine Gedanken und Gefühle schreibst. Das scheint mir für einen Autisten doch beachtlich.

    Das Gefühl der Geborgenheit durch die Windel kenne ich leider nicht, denn für mich war sie immer nur Ärgernis, störendes Element und Ursache zahlloser Reibereien mit meiner Umwelt, Streits und Hänseleien, extremer Demütigung in Schule und Internat.

    Leider fandich auch daheim keine Idylle, keinen Halt und wurde auch dort (von den Eltern - und z.T. von den älteren Geschwistern, aber auch ab und an von der kleineren Schwester) beschimpft, bestraft und ab und zu auch geschlagen, weil NIEMAND glaubte, dass ich einfach NICHTS spüre und es vorne und hinten absolut unkontrolliert zur Ausscheidung kam und kommt!!

    Seit ich selbst darauf drängte, ärztliche Befunde zu erhalten, machte ich auch einiges durch, habe aber nun "amtlich", dass eine Kontrolle UNMÖGLICH ist. Sowhl anal als auch am Blasenausgang fehlen die nötigen Schließmuskel - seit meiner Geburt - und keiner wollte es wissen!!!

    Nun stehe ich aber voll im Leben, habe die tollste Frau der Welt an meiner - immer noch rund um die Uhr gewindelten - Seite udn drei tolle Kids, die SUPER mit meinr - und bei den beiden Jungs auch mit ihrer - Inkontinenz klar kommen!

  3. #3
    24/7 in Diapers Avatar von BabyNils

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    Hier Unterscheiden sich 2 Erfahrungen und zwar echt Krass. Also als Erstes ist es wirklich mutig als Autist sich hier zu Melden Respekt, das die Windeln dir Helfen ist doch gut. Ich kann es sehr gut Verstehen das es Anstrengend sein kann etwas zu Filtern und sich nur auf eine Stimme zu Konzentrieren. Ich bin zwar kein Autist hatte aber auch das Problem das ich sehr Unkonzentriert wahr. Ich bin auf eine Sonderschule gegangen nun ja aber ich Lernte mit meinen Schwächen um zu gehen und Lernte auch das fehlende zu ersetzten und mich zu Konzentrieren. Hat aber nur nichts mit Windeln zu tun. Meine Ma reagierte erst Geschockt als Sie meine Windel Leidenschaft entdeckt hat, dann hatte Sie Verständnis nach dem ich Ihr klar gemacht habe das es nicht mit meiner Kindheit zu tun hat und Sie nichts falsch gemacht hat.

    Das gegen Teil, oh ha ich hätte dann mit meiner Familie gebrochen, ich finde es immer Traurig das Eltern so Reagieren müssen, da kann man doch nichts für wenn ausgerechnet das bei der Geburt fehlt. Für so ein Verhalten seinem Kind gegenüber habe ich kein Verständnis. Oh ich bin auch Gehänselt worden, weil ich nicht auf die Grund, bzw. Hauptschule gegangen bin. Ich bin fast jeden Tag Verheult heimgekommen. Irgendwann habe ich Gelernt einfach über den Hänseleien zu stehen. Ich habe mir ein sehr Dickes Fell angeschafft. Und heute bin ich sehr Selbst bewusst. Ich habe keine Probleme in der Gesellschaft. Es hat mich Stärker gemacht.

    Gruß BabyDome

  4. #4
    Treibhauseffekt
    Gast
    hmm,
    Ich finde derweil interessant, das man allgegenwärtig der Meinung ist, das Autisten nicht über Gefühle verfügen
    das tun diese nämlich durchaus, oft sogar viel intensiver und umfangreicher, als menschen ohne autismus
    wohl auch deswegen, weil sie sich damit sehr sehr viel auseinander setzen
    hmmm und doppel hmmmm

    man kann in gewisser Weise Autismus als Eigenschaft/Eigenheit empfinden

    es gibt menschen, die sind dick andere sind dünn
    da sagt man dann, Mensch mit übergewicht oder mensch mit Untergewicht
    dann wieder gibt es Menschen die haben eine extrem hohe stimme
    da sagt man dann
    Mensch mit hoher Stimme

    naja, und es gibt Menschen mit Autismus


    oha
    das war nun offtopic

  5. #5
    LittleLeonie
    Gast
    Leider bin ich auch autistisch und auch mit einer Persönlichkeitsstörung bedient, weshalb ich Windeln trage. Bei mir habert es auf Grund meiner Ticks (Es sind nicht nur Windeln, sondern auch noch anderer Käse im Spiel). Ich mache ebenfalls Geräusche, sage Quatsch-Wörter, esse Babyprodukte, trage öfters Schnuller und habe große Schwierigkeiten mit der Außenwelt. Wenn meine Ticks durchkommen rufen andere Leute mir:,,Halt die Schnauze" oder ,,Riesenbaby" hinterher.

    Ich habe im Gegensatz zu dir sehr intolerante Eltern, die mich als Kind und Teenie mit allen Mitteln ins normale Schema drängten. Sie verletzten meine Privatsphäre. Kaum fanden sie vollgenässte Damenbinden oder 2 zusammengeklebte Damenbinden übereinander vor, wurde ich von meiner Mutter als Schwein bezeichnet und ins offene Messer laufen lassen, indem mein Vater mich abzockte, bis meine Geldgeschenke von Großeltern ständig weg waren. Sie haben es zwar hinterfragt, wussten um meine Bedürfnisse des Kleinseins seit ich denken kann, aber akzeptierten es nie. In deren Augen sollte ich ja normal sein und wehe, ich hatte Phasen, in den mein Drang sich wieder bemerkbar machte in Form von Geräuschen, Quatsch-Wörtern oder eben 2 zusammengeklebte Damenbinden zu tragen.

    Heute bin ich mir nicht mehr sicher, ob sie von meinen Macken noch wissen, weil ich zu meinem Vater den Kontakt ganz abbrach und mit meiner Mutter nur noch das Nötigste rede. Leider trampelte sie auf mein Gefühl herum, indem sie zu meinem Geburtstag ohne mein Einverständnis meinen Vater mitbrachte, obwohl ich von ihm durch körperliche und psychische Gewalt zu Kinder-&Teenie-Zeiten nichts mehr wissen will. Wenn sie ihn einfach mitbringt gegen meinen Willen, kommen die alten Geschichten von damals wieder hoch. Mit ihr ist es schon nicht ganz einfach, umzugehen, weil sie mich nie verstand und mit ihm erst Recht nicht.

    Ich möchte nur mit Leuten zusammenkommen, die mich so akzeptieren können, wie ich bin und meine Verwandten gehören leider nicht dazu. Meine Ticks gelten bei denen als abartig und ungeheuerlich.

    MFG Leonie

  6. #6
    Member Avatar von Wipe

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    Original von Treibhauseffekt
    hmm,
    Ich finde derweil interessant, das man allgegenwärtig der Meinung ist, das Autisten nicht über Gefühle verfügen
    das tun diese nämlich durchaus, oft sogar viel intensiver und umfangreicher, als menschen ohne autismus
    wohl auch deswegen, weil sie sich damit sehr sehr viel auseinander setzen
    hmmm und doppel hmmmm

    man kann in gewisser Weise Autismus als Eigenschaft/Eigenheit empfinden

    es gibt menschen, die sind dick andere sind dünn
    da sagt man dann, Mensch mit übergewicht oder mensch mit Untergewicht
    dann wieder gibt es Menschen die haben eine extrem hohe stimme
    da sagt man dann
    Mensch mit hoher Stimme

    naja, und es gibt Menschen mit Autismus


    oha
    das war nun offtopic
    Das ist tatsächlich ein Irrglaube, Autisten haben gefühle, wir können sie nur nicht so gut nach außen Deutlich machen was mitunter gut (z.B. das man total ruig ausschaut wärend man eig gerade total in Panik ist bei einem Vortrag oder Vorstellungsgespräch oder Ähnlichem) meist jedoch eher Hinderlich ist.
    Ich zum Beispiel habe mir Antrainiert, immer ein leichtes Lächeln "auf den Lippen zu Tragen", dadurch erscheine ich nach Außen immer total Freundlich und Zurückheltend, auch wenn ich z.B. gerade Traurig bin.

    Ebenso ist das bim Erkennen von Zwischenmenschlicher Interaktion, die ganzen Signale die ein "normaler, Neurotypischer Mensch" bei einem Gespräch unbewusst anwendet um zu Verdeutlichen was er meint, muss ich anhand von Erfahrung bewusst Analysieren, wodurch es auch häufiger zu Missverständnissen kommt.

    Autismus ist auch keine Krankheit, es ist eine andere Art der Warnehmung, was genau alles anders ist, ist für mich jedoch schwer zu beschreiben, denn ich kenne ja auch nur eine Seite, die andere (also die als normal angesehen wird) erschließe ich mir durch Training und Erfahrung und Analytischem Denken.

    Ich hab zum Beispiel keine Ahnung wie man anders als in Bildern und manchmal inneren Streitgesprächen denken kann, denn nur das kenne ich, die "normale" Variante nicht.

    Leider bin ich auch autistisch und auch mit einer Persönlichkeitsstörung bedient, weshalb ich Windeln trage. Bei mir habert es auf Grund meiner Ticks (Es sind nicht nur Windeln, sondern auch noch anderer Käse im Spiel). Ich mache ebenfalls Geräusche, sage Quatsch-Wörter, esse Babyprodukte, trage öfters Schnuller und habe große Schwierigkeiten mit der Außenwelt. Wenn meine Ticks durchkommen rufen andere Leute mir:,,Halt die Schnauze" oder ,,Riesenbaby" hinterher.

    Ich habe im Gegensatz zu dir sehr intolerante Eltern, die mich als Kind und Teenie mit allen Mitteln ins normale Schema drängten. Sie verletzten meine Privatsphäre. Kaum fanden sie vollgenässte Damenbinden oder 2 zusammengeklebte Damenbinden übereinander vor, wurde ich von meiner Mutter als Schwein bezeichnet und ins offene Messer laufen lassen, indem mein Vater mich abzockte, bis meine Geldgeschenke von Großeltern ständig weg waren. Sie haben es zwar hinterfragt, wussten um meine Bedürfnisse des Kleinseins seit ich denken kann, aber akzeptierten es nie. In deren Augen sollte ich ja normal sein und wehe, ich hatte Phasen, in den mein Drang sich wieder bemerkbar machte in Form von Geräuschen, Quatsch-Wörtern oder eben 2 zusammengeklebte Damenbinden zu tragen.

    Heute bin ich mir nicht mehr sicher, ob sie von meinen Macken noch wissen, weil ich zu meinem Vater den Kontakt ganz abbrach und mit meiner Mutter nur noch das Nötigste rede. Leider trampelte sie auf mein Gefühl herum, indem sie zu meinem Geburtstag ohne mein Einverständnis meinen Vater mitbrachte, obwohl ich von ihm durch körperliche und psychische Gewalt zu Kinder-&Teenie-Zeiten nichts mehr wissen will. Wenn sie ihn einfach mitbringt gegen meinen Willen, kommen die alten Geschichten von damals wieder hoch. Mit ihr ist es schon nicht ganz einfach, umzugehen, weil sie mich nie verstand und mit ihm erst Recht nicht.

    Ich möchte nur mit Leuten zusammenkommen, die mich so akzeptieren können, wie ich bin und meine Verwandten gehören leider nicht dazu. Meine Ticks gelten bei denen als abartig und ungeheuerlich.

    MFG Leonie
    Das tut mir leid, dass deine Eltern und dein Umfeld dich nicht so Akzeptiert wie du bist.
    Ich kann dir ein Buch Empfehlen welches du ihnen vl einmal geben kannst um besser zu Verstehen was in dir Vorgeht, auf mich trifft das recht gut zu: http://www.amazon.de/Schattenspringe.../dp/3862019500
    (Natürlich Vorrausgesetzt, das sie Überhaupt Interesse haben sich in dich rein zu Versetzen, sonst hilft da wirklich nur den Kontakt komplett abbrechen.)
    Und ein kleiner Hinweis: Autismus wird in ~80% der Fälle genetisch weiter Vererbt, also ist es gut Möglich, das einer von beiden (oder beide) ebenfals Autistische Züge haben und damit nicht klar kommen. Daher könnte es sein, das sie Versuchen über dich dann ihr "Trauma" aus zu gleichen, anders kann ich mir eine solche Behandluch wirklich nicht Erklären. o0

  7. #7
    Swissbaby
    Gast
    Liebe Leonie und WIPI,

    Nun ich bin auch ein Asperger Autist mit 132 % IQ. Ich habe das ähnlich wie ihr beide Erzählt erlebt, Nur dass ich so gesehen den "Vorteil" habe, eine Tetraplegie zu haben durch eine Cerebrale Lähmung. So brauchte ich IMMER Windeln.

    Doch die Versorgung 4 x täglich mit dem Fläschen und 1 x fest Essen, war lange Umstritten. Heute ist es seit einer Magen OP und weil ich als Kind die Magensonde nicht vertrug ging das eh nicht ohne Flasche.

    sendet mir ein ON wen ihr mehr Wissen wollt!

    LG Swisssbaby

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