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Thema: Meine Dranginkontinenz

  1. #1
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    Meine Dranginkontinenz

    Hallo!

    Ich leide an Dranginkontinenz und muss jeden Tag aufpassen, das ich nicht durch irgendeinen "Wasser"-Reiz in die Hose mache.
    Fliessendes Wasser aus der Kaffeemaschine, aber auch Tanken in der Tankstelle oder kurz vor dem Erreichen des Hauses schafft Reize, die mir Harn in die Hose gehen lassen.
    Oft laeuft es bereits vor Erreichen der Toilette und dann ist in der Regel aber auch nichts mehr zu retten.
    Ein versuchtes, vergebliches Unterbrechen des Harnflusses schafft eher ein Maleur (Toilette nass), als es laufen zu lassen. Ein Hose-Aufreissen im Vorgarten schafft nur nasse Haende und Hosen.

    Ich trage deshalb rund um die Uhr eine Windel seit einigen Jahren. Mein Urologe verschreibt mir immer nur Alpha-Blocker, damit meine Blase sich beruhigen kann und der Abfluss durch die vergroesserte Prostata leichter wird. Er will meine Blase komplett und leicht entleeren lassen. Aber damit wird die Undichtigkeit eigentlich nur vergroessert und erleichtert. Eigentlich ist kein Restharn vorhanden, aber dennoch eine Balkenblase.

    Es gibt viele Tage, an denen nur wenig in die Hose geht, deshalb vermeide ich Medikamente oder andere Eingriffe und bevorzuge lieber zum Schutz eine "physikalische" Windel.
    Damit habe ich kein Problem mehr! Das gehoert eben zum Leben wie eine Brille und zum Aelterwerden.

    Wie geht Ihr mit einer Dranginkontinenz um?
    Hat es Sinn in eine neurologische Urologie-Sprechstunde zu gehen? Was koennen die?

    So verbleibe ich mit meiner Schutz-Unterwaesche bevor ich irgendwelche andere Risiken oder Nebenwirkungen in Kauf nehme.
    Lieber eine Windel, mit der ich kein Problem mehr habe, als Medikamente oder Operationen.
    Aber vielleicht sieht die Umwelt es doch anders!?
    Geändert von Ulli (11.04.2019 um 20:18 Uhr)

  2. #2
    Member Avatar von mickdl

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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Hi Ulli,

    also ich bin mit Blasentraining recht weit gekommen. Ich hab meinen “Trink und Toiletten” Plan und wenn ich mich daran halte funktioniert das Tagsüber inzwischen recht gut. Seit einem Urologen Wechsel und der letzen Blasenspieglung weiß ich, das ich eine Interstitielle Zystitis habe. Keine Ahnung warum der erste das nicht raus gefunden hat. Ist allerdings am Ende vermutlich auch egal, denn in beiden Fällen (OAB und IC) ist der erste Therapie Ansatz Verhaltensänderung. Frag deinen Doc doch mal ob er guten Pysiotherapeut kennt der auf sowas spezialisiert ist. Der kann dir auch Techniken beibringen wie Du den Drang besser unter Kontrolle bekommst.

    Meine Erfahrungen mit Medikamenten (Tolterodin) ist etwas zwiespältig am Anfang waren die bei mir eigentlich hilfreich allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt - danach haben sie keine Verbesserung mehr gebracht und nur durch ihre Nebenwirkungen genervt. Allerdings hab ich gerade gelernt, das es in meinem Fall wohl auch noch andere Medikamente gibt, die speziell für IC/BPS entwickelt wurde.

    Ich bin mir etwas unsicher ob ich das nochmal versuchen sollte. Blasenschrittmacher und Botox wollte ich jedenfalls erstmal nicht probieren...

  3. #3
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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Vielen Dank Mick für Deine Antwort!

    Mir hat die Uniklinik Bonn zuletzt eine neurourologische Sprechstunde neben der Verordnung von Alpha-Blockern (Balkenblase bei sehr großer Prostata bei bislang ausreichendem Abfluss und ohne Restharn) empfohlen.
    Vielleicht haben sie Recht, aber ich scheue weitere Untersuchungen, die am Ende mir irgendwelche weiteren Medikamente bescheren. Vielleicht bin ich vegetativ zu gestresst und empfindlich, sodass meine Blase so reagiert.

    Es gibt wirklich Tage, da passiert eigentlich wenig. Abends, wenn ich mich traue, zu Hause mehr zu trinken, muss ich natürlich 4-5mal schnell auf die Toilette. Tagsüber halte ich mich mit dem Trinken sehr zurück, damit keine Zwischenfälle auftreten.
    Damit kann ich vom Frühstück bis mittags mit einem Toilettengang auskommen. Aber wehe, wenn ich nicht auf der Toilette war und dann mittags mir die pläschernde Kaffeemaschine anschaue. Dann kann ich nur hin- und herlaufen, um den Reiz zu bekämpfen.
    Der Harndruck bereits auf dem Weg zur Toilette wird schwer erträglich. Um damit umzugehen, habe ich viel gelesen. Aber eigentlich hilft wenig und ich muss für einen Windelschutz sorgen, auch wenn ich häufig nur wenig einnässe.

    Bei gefüllter Blase kann es aber auch zu einem Totalentleeren der Blase führen, wenn ich "Fliessreizen" ausgesetzt bin. So ist mir beim Tanken bereits mehrfach die gesamte Blase ausgelaufen; ich konnte es wirklich nicht mehr halten und alles hat sich in die Windel ergossen. Ähnliches passiert mir beim Nachhause-Kommen vor der Haustür, wo ich dann häufig sehr eilig in den Vorgarten pieseln muss. Leider nicht selten mit dann nassen Händen und auch Hosen.

    Damit sind natürlich klar Beschränkungen vorgegeben. Einen Tag ohne Windel gibt es nun nicht mehr. Auf Reisen sowieso undenkbar! Aber ich bin in einem Alter, wo die andere Gesundheit mittlerweile wichtiger wird, als die vorliegende Dranginkontinenz, mit der ich wie beschrieben umgehen kann.

  4. #4
    Trusted Member Avatar von Matzebaby

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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Hallo Ullli,
    Vieles was du schreibt kann ich auch bestätigen.
    Aber bei mir ist es nicht so das ich auf Flieẞreitze reagiere. Eher sind es kälte Reitze die meine Blase schlagartig zum entleeren bringt, ohne das ich es aufhalten kann.
    Auch schaffe ich es nicht zur Toilette wenn ich merke ich muss, denn Dann läuft es auch schon.
    Ein Tag ohne Windeln endet mit nasser Hose.
    So trage ich seit 10 Jahren Tag und Nacht Windeln und komme damit gut klar.
    Medikamente zur Entspannug der Blase kann ich wegen der Nebenwirkungen nicht nehmen.
    Aber in Augen der Ärzte sind Windeln nur für alte Leute und die jungen müssen das nicht, da es Ja so super Medikamente gibt. Kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.
    Gruß Matze

  5. #5
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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Dranginkontinenz kenne ich auch. Vor allem im Winter. Skifahren oder eine Winterwanderung, dann kann innerhalb von ein paar Sekunden der Drang nach einer Toilette entstehen. Sehr mühsam. Daher nur gewindelt in die Natur.

  6. #6
    Member Avatar von mickdl

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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Hallo Ulli,

    hier noch ein paar Tipps:

    1) Trinken: Es ist meiner Erfahrung nach keine gute Idee Tagsüber wenig zu trinken. Dadurch entstehen oft nur mehr Probleme. Wenn Du wenig trinkst hast Du gute Chancen zu dehydrieren und das ist gar nicht gut. Zum einen verursacht konzentrierter Urin nur noch mehr Harndrang und krämpfe und zum anderen wird das Risiko der Nierensteinbildung erhöht. Versuch mal die Trinkmenge (so ca. 2 Liter) mal über den Tag zu verteilen. Morgens mehr - abends weniger. Wichtig ist das Du nicht zu viel auf einmal trinkst.

    2) Alphablocker: Also bei mir war es so, dass als die Sache akut war, es immer sofort losgelaufen ist und ich so gut wie keine Kontrolle mehr hatte (ich war damals mit damals Blasenblutungen im Krankenhaus). Die Alphablocker die ich danach genommen habe (Tolterodin) hatten dann soweit geholfen das es nicht mehr bei jedem Drang oder Schmerz in die Vorlage ging und waren eigentlich die Grundlage dafür das ich mit dem Blasentraining beginne konnte.

    Bei Dir hört sich das nicht ganz so schlimm an, denn Du hast ja immerhin noch etwas Kontrolle über Deine Blase. Das ist ja schonmal eine gute Nachricht. Mich erinnert das, was du schreibst an den Zustand den ich so ca. ein Jahr nach dem Vorfall erreicht hatte. Das war auch der Zeitpunkt an dem ich angefangen hatte die Medikamente abzusetzen. Ich bin mir von daher nicht sicher ob Dir Alphablocker - welche auch immer es sind - viel helfen werden. Ich, denke das Du mit entsprechender Physiotherapie deutlich weiter kommen kannst als mit Medikamenten. Von daher kann ich dir wirklich nur empfehlen da nochmal nach zu haken. Ich denke, dass Du gute Chancen hast deine Kontinenz zu verbessern - vor allem weil, wenn ich Dich richtig verstanden habe - kein "organischer" Befund vorliegt.

    Von daher kann Dich wirklich nur ermutigen etwas zu versuchen - auch wenn das hier vielleicht nicht unbedingt das perfekte Forum dafür ist.

    LG
    Mick

  7. #7
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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Liebe Freunde,

    vom Urologen bekam ich als ersten Alpha-Blocker Alfuzosin, damit sich meine Blase wegen der BPH besser entleeren kann und meine (Balken-)Blase beruhigt wird, obwohl eigentlich kein Restharn zur Reizung vorhanden ist. Das Pinkeln/der Harnstrahl wurde besser, auch wenn der Abfluß durch die Prostata noch frei genug war.

    Aber der Blasenverschluss wurde dadurch lockerer und z. B. beim morgendlichen Aufstehen und Aufrichten lief ich häufig direkt aus und musste zur Toilette spurten. Meine Dranginkontinenz und meine Undichtigkeit wurde auf Grund des nun lockeren Blasenverschlusses nur noch schlechter! Ohne Windel ging nichts mehr.

    Danach bekam ich Silodosin als Wirkstoff verschrieben, der besser (selektiver, weil neuer und teurer) wirken soll. Er wirkte etwas besser, aber ich wurde in Bezug auf meinen Blutdruck sehr runter geregelt und ich wurde ein anderer Mensch. Hierzu muss ich erwähnen, dass ich für meinen Blutdruck eine geringe Dosis eines Beta-Blockers bereits nehmen soll. Beta-Blocker haben manchmal eine steigernde Wirkung der Dranginkontinenz zur Folge, weil der Blasenmuskel sich dadurch kraftvoller zusammenziehen kann (Erhöhung der Detrusorkontraktilität). Meine Ärzte bestätigten mir das aber nicht.

    Nun soll ich einen Beta-Blocker, der ev. die Drangsymptomatik verstärkt, weiter mit einem Alpha-Blocker kombinieren, der den Blasenschliessmuskel lockert. Meine Dranginkontinenz wurde leider dadurch nicht besser sondern schlechter! Ich habe den Alpha-Blocker nach einigen Wochen abgesetzt.

    Die Idee der Urologen dahinter war, dass Restharn durch meine sehr große Prostata, der gar nicht vorhanden ist, meine Blase ständig reizt und damit die Dranginkontinenz auslöst. Also wird der Blasenschliessmuskel gelockert, damit alles auslaufen kann und damit die Drangreize in der Blase zurückgehen.

    Mit dem Auslaufen stehe ich eigentlich nun alleine da, da mir Medikamente zur Entspannung der Blasenmuskulatur wohl nicht verordnet werden können (, die ich auch gar nicht möchte!), um den gefürchteten Restharn nicht ansteigen oder entstehen lassen.

    Mit ist etwas unklar, was die Ärzte in derem Standard-Schema mir nun als nächsten Schritt empfehlen werden. Neue Medikamente mit neuen Nebenwirkungen möchte ich eigentlich nicht weiter ausprobieren. Alles wurde bislang eigentlich schlechter und nicht besser.

  8. #8
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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Hallo Mickdl,

    ich flute zum Glück nicht jeden Tag (mehrfach) meine Windel, die ich ständig trage, aber ich habe wirklich manchmal überhaupt kein Gegenmittel bei starkem und plötzlichem Drang, das Auslaufen (partiell oder vollständig) aufzuhalten. Vieles habe ich in der Not ausprobiert und auch vieles gelesen.

    Ich versuche, meine Dranggefühle um- oder abzuleiten, denn manchmal überwinde ich die Drang-Krise und alles ist wie zuvor ohne weiteren Harn-Drang. Krisen entstehen typisch vor der Haustür, beim Hören oder Sehen von laufendem Wasser, beim Kaffee-Plätschern, beim Blumen-Gießen, ... , aber nicht immer. Ein Training der Blase hat mir bislang dabei nicht helfen können. Deshalb gehe ich vor allen möglichen Reizen vorsorglich vorher auf die Toilette (wenn möglich), stelle meinen Windelschutz sicher und gehe bei der Zufuhr von Getränken sehr geplant vor, um nicht unnötig in Verlegenheit zu kommen. Nur Abends und zu Hause trinke ich wirklich ausgelassen.

    Von daher sehe ich deutlich auch eine neurologische Komponente, wie bei der Dranginkontinenz eigentlich gängig. Ich versuche diese Drang-Reize irgendwie abzuschalten auch wenn sie schon begonnen haben. Das ist häufig ein Kampf, den man in meinem Gesicht oder durch Hin- und Herr-Gehen oder Hüpfens sehen kann, wenn keiner da ist. Ansonsten habe ich verloren, gebe auf, lasse nach und es laufen, weil es anders nicht mehr möglich ist.

    Was meinst Du denn mit Physiotherapie im Detail? Irgendwelche Übungen oder Massage bzw. Bewegungen?

    Ich versuche irgendwie die Reizverarbeitung zu verbessern. Dazu zählt natürlich eine entspannte Lebensführung, die bei mir noch nicht möglich ist. Aber die psychische und vegetative Gesundheit steht bei mir nun im Mittelpunkt bei der Reizverarbeitung. Ich werde sehen, was ich erreichen kann.

  9. #9
    Member Avatar von mickdl

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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Hallo Ulli,

    Sorry für die verspätete Antwort. Ich fang mal mit den Betablocker an. Wenn Du die nimmst, ist es recht wahrscheinlich, dass sich das Drang Problem verstärkt. Ob sich das mit Alphablockern kompensieren lässt weiß ich jetzt erstmal nicht, allerdings würde ich es stark hinterfragen und sehr vorsichtig sein, den ich vermute, dass so etwas sogar gefährlich werden kann da z.B Alfuzosin auch Blutdruck senkend wirkt und in Verbindung mit anderen Betablocker möglicher weise zu gefährlichen Effekten führen kann. Im Zweifelsfall sollten also alle Ärtze wissen was für Medikament du genau nimmst.
    Alfuzosin dient zur Entspannung der glatten Muskeln und ist im Prinzip schon das richtige bei BPH - wenn es das dann ist. Allerdings kann es als Nebenwirkung Inkontinenz auslösen - die Du ja loswerden willst. Wenn der Doc also im Ultraschall kein Restharn feststellt, du Pinkeln kannst und glaubst kein Restharn Problem zu haben, würde ich mich von Präparaten dieser Art möglichst schnell verabschieden.

    An dieser Stelle kommt dann der PT in‘s Spiel. Der kann verschieden Dinge für dich tun. Wenn er gut ist, wird er erstmal den Beckenboden tonus untersuchen. Nach dem was Du berichtest, kann es gut sein, das der zu angespannt ist. Das klingt jetzt vieleicht komisch, denn alle sagen man soll Beckenboden Training machen - das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Gerade bei Männern ist das nicht selten genau umgekehrt. Ein verspannter Beckenboden sorgt dafür das Du schlechter piseln kannst, eventuell Restharn drin behältst und eine Drang Problematik bekommst. In diesem Fall kann dir der PT Techniken beibringen mit denen Du die Muskeln gezielt enspannen und kontrollieren kannst.

    Er kann Dir ggf. auch Techniken beibringen wie Du mit dem Drang besser umgehen kannst. Einen total witzigen Trick hatte ich damals auf der Reha gelernt. Einer hatte mal erzählt, dass immer wenn er Drang hat er das Rechte Bein nach hinten hebt und sich mit der linken Hand die Achillessehne massiert. Ich hatte erst gedacht der Typ ist nicht ganz normal - aber er hatte recht und es gibt eine sehr einfache Erklärung dafür warum so etwas funktioniert. Der Körper hat ein Problem sich auf mehrere Reize gleichzeitig zu konzentrieren. Deshalb kann Dir z.B. ein Dieb etwas stehlen wenn er dich anrempelt. Der heftige Harndrang dauert ja für gewöhnlich nicht sehr lange - und damit kannst Du ihn austricksen. Bei dem genannten Trick musst Du die Balance halten und zum anderen erzeugst Du einen Reiz an einer Stelle die jetzt nicht unbedingt etwas mit der Blase zu tun hat. Bedeutet - Du konzentrierst dich auf etwas anderes und Drang verschwindet. Man kann sich da bestimmt noch jede Menge andere Dinge überlegen - wichtig ist halt nur das es ein anderer physischer Reiz ist der am besten noch mit etwas anderem kombiniert wird das die Aufmerksamkeit erfordert.

    Zum Thema neurologische Komponente - die kann auch beteiligt sein - das ist allerdings bei Drang Inkontinenz eher ungewöhnlich, denn es würde bedeuten das irgendwo Nerven geschädigt sind. Bei S6/7 Schädigung hättest Du im schlechtesten Fall keine Kontrolle mehr . Blieben noch die Nerven der Blasenwand was recht selten ist. Wahrscheinlicher - wenn gleich immer noch selten währe da eine Schädigung der Blasenwand selber. Aber das bekommt man nur mit einer Blasenspieglung mit „hochauflösendem Werkzeug“ ggf. In Verbindung mit einer UD heraus, die in diesem Fall mit einer Kaliumclorid Lösung durchgeführt wird (KCI-Test).

  10. #10
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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Hallo mickdl,

    vielen Dank für Deine Antwort, die sehr umfassend und präzise ist.

    Hinsichtlich Beta-Blocker hatte ich mehrere Ärzte (auch meinen Internisten) auf einen möglichen negativen Einfluss auf die Drang-Problematik hingewiesen (was man so lesen kann), dieser Aspekt wurde aber stets zurückgewiesen.

    Hinsichtlich Kombination von Beta- und Alpha-Blocker hatte ich auch stets kritisch hinterfragt, aber auch dort kam keine Sorge der Ärzte zurück. Aber aus eigener Sorge habe ich morgens den Beta-Blocker genommen und abends den Alpha-Blocker, damit nicht beide zusammen in voller Wucht auf den Blutdruck wirken können. Ergebnis war für mich, dass ich morgens nach dem Aufrichten im Bett fast immer auslief, weil der Alpha-Blocker seine Arbeit tat. Also nochmals den Urologen angesprochen, wunderte der sich über die Nebenwirkung des Alpha-Blockers und empfahl morgens beides zu nehmen und wechselte den Wirkstoff.

    Alpha-Blocker lockern und entspannen die ganzen Blasenmuskel und auch den Schliessmuskel, was eigentlich kontraindiziert ist. Aber die Blasenmuskel und seine Nerven sollen sich wohl zurück an einen normalen Zustand gewöhnen, wenn der Abfluss wieder völlig normal ist. So ist wohl die Theorie.

    Zur Zeit habe ich eigentlich genug von Urologen, die stets bei mir mit Alpha-Blockern starten. Andere Medikamente will man wohl aus Sorge vor Restharn nicht geben. Aber ich habe auch von Medikamenten genug und nehme den Alpha-Blocker nicht mehr. Eingriffe beabsichtige bei mir nicht. Ich suche selbst nach Hilfen und Auswegen, die Drang-Problematik besser zu kontrollieren. Deinen Fusstrick werde ich testen; ich habe bislang immer versucht, an irgendetwas anderes zu denken, um den Drang abzuschalten. Das klappt manchmal, aber nicht immer. Im Auto habe ich manchmal die Heizung voll aufgedreht, damit der Drang geringer wird.

    Meine seelische Verfassung versuche ich zu verbessern und auch die körperliche. Abnehmen muss ich und mich mehr bewegen. Das Gefühl im Alltag gejagt zu werden und Nervosität verstärkt die Dranginkontinenz. Man sollte alles viel gelassener sehen. Die Windel als Schutz war für mich anfangs neu und aufregend, heute ist diese 365 Tage im Jahr meine Unterwäsche. Zum Glück habe ich eine Frau und Ehe, die das akzeptiert. Ich selbst betrachte eine Windel mittlerweile nur wie meine Brille als reines Hilfsmittel ohne eine Scham. Die hatte ich früher. Es gibt wirklich schlimmeres und das Windelwechseln hält sich bei mir noch in Grenzen.

  11. #11
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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Mit Betablockern habe ich auch vor einigen Jahren negative Erfahrungen gemacht. Dieser Blutdrucksenker (Name vergessen) wurde mir von einem übereifrigen Diabetologen verschrieben. Von den im Beipackzettel aufgeführten Nebenwirkungen trat keine auf, dafür bekam ich extrem kalte Finger und Zehen. Derart kalte Finger das ich nicht mehr in der Lage war ein gekühltes Stück Fleisch (ca. 7°C) anzufassen. Ich habe dann das Medikament ohne Absprache abgesetzt. Mit entsprechenden Konsequenzen wie Kopfschmerzen und rotem Kopf. Heute nehme ich mehrere andere Blutdrucksenker ohne Probleme. Allerdings habe ich nicht mehr so warme Hände wie früher und muss in Winter öfter Handschuhe tragen.

    Hattet Ihr ähnliche Probleme?
    Windeln find' ich voll gut!

  12. #12
    WBC Fördermitglied 2019 Avatar von Bongo

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    AW: Meine Dranginkontinenz

    ich hab mal als teil der blutdruckmedikamente einen betablocker bekommen.
    nach einiger zeit stellte ich fest, dass ich nicht mehr in der lage war, ein 15kg-objekt von einem haus ins nächste zu tragen, ohne total körperlich am ende zu sein.
    is halt blöd, wenn der puls bei beanspruchung nicht steigen kann :/
    das haben wir dann mal weggelassen.



    imagine whirled peas ...

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  13. #13
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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Ich denke auch, dass du, wenn es keine klar bennenbare Ursache für dein Leiden gibt, an ein mechanisch ausgelöstes Geschehen denken solltest. Ich arbeite als Chiropraktiker, und ich habe schon einige Fälle gesehen, wo durch eine Kombination von Blockierungen im Becken -LWS-Bereich die Funktion der Blase beeinträchtigt war, allerdings nicht so krass wie bei dir.
    Von daher mein Rat, such dir einen Heilpraktiker, der in amerikanischer Chiropraktik ausgebildet ist und lass dich da mal ein paar Mal behandeln. Wenn das nichts bringt, weißt du zumindest, dass es keine mechanische Ursache haben kann.

    LG,
    Phönix

  14. #14
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    AW: Meine Dranginkontinenz

    Ich habe seid meiner OP eine Drang und Stressinkontinenz, kann aber für mich sagen dies ist für mich kein Stress oder Problem, eher eine Erleichterung und Befreiung im Alltag.
    Vor meiner OP litt ich oft unter dem Drang und der ständigen Suche nach Toiletten oder Bäumen, wie oft ich allein Fahrten in die Stadt (ca 25 Minuten Straßenbahn, weil "X-Zeit" waren oft 5 bis 10 Minuten) unterbrechen musste kann ich nicht mehr zählen, den auch wenn ich heimlich auf nasse Hosen stand und stehe sieht es im Alltag dann doch etwas anders aus.
    Heute genieße ich die mir geschenkte Freiheit, habe keine Angst es nicht zu "schaffen" sondern freue mich oft sogar darauf und genieße es (man muss es ja nicht unbedingt versehen)
    ---------------------------------------------------------------------
    Lieber was nasses in der Hose , als gar nichts im Kopf

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