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Thema: Thema Seitenauslaufschutz

  1. #1
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    Thema Seitenauslaufschutz

    Ich habe eine praktische Frage zum Thema Windel-Design:

    Wieso sind bei nahezu allen Windeln die Polsterbereiche außerhalb des Seitenauslaufschutzes wasserdurchlässig?

    Ich beziehe mich zum einen auf die Flügelbereiche vorn und hinten, wo viele Windeln ein breiteres Polster haben und zum anderen der mittlere Bereich, wo bei diversen Windeln der Seitenauslaufschutz auf statt außerhalb Saugpolsters fixiert ist.

    In beiden Fällen haben wir Bereiche, die von außen keine Flüssigkeit aufnehmen müssen und selbstverständlich auch keine nach außen abgeben sollen. Wieso sind sie also nicht wasserdicht?

    1. Mittlerer Bereich
    U.a. folgende Windeln haben zwischen den Beinen Saugpolster außerhalb des Auslaufschutzes: Abrifom Premium Xplus, Abriform Xplus (die Alte), Molicare Maxi, Mydiaper Ultra, Tranquility ATN.
    Ein stark eingenässtes Polster wird bei Belastung wie z.b. dem Hinsetzen somit Nässe außerhalb des Auslaufschutzes abgeben, was natürlich fatal ist.
    2. Vorn und hinten
    Die zum Teil enorm dimensionierten Polsterbereiche im vorderen und hinteren Bereich, liegen ebenfalls außerhalb des Auslaufschutzes. Bekanntermaßen ist der Gesäßbereich, also der vordere Ansatz des hinteren Seitenpolsters besonders anfällig für Leckagen, da er durch verschiedene Positionen im Tages- und Nachtverlauf in Verbindung mit der Schwerkraft stark belastet wird und man auf diesem Bereich sitzt. Dass eine möglichst große Fläche gleichmäßig ausgelastet wird und die Flügel somit als „Reservetank“ genutzt werden, macht absolut Sinn. Aber wieso geben sie bei Belastung die Nässe nach außen ab? Das macht den Sinn des Auslaufschutzes zunichte.

    Fairerweise sollte man bemerken, dass diese Situation bei hochwertigen Windeln erst spät und kurz vor der Schmerzgrenze zum Tragen kommt, wenn die Nässe nicht mehr korrekt absorbiert werden kann. Qualitativ schlechtere Windeln, die Nässe nicht so gut verteilen können, werden früher mit dieser Situation konfrontiert.
    Auch könnte man behaupten, dass „Nässe die raus will“ auch ihren Weg findet – egal über welchen Weg. Aber genau das ist ja der Zweck des Auslaufschutzes, dass Rücknässung nicht ohne Weiteres nach außen gelangen kann.

    Es gibt eine einzige Windel, die diese meines Erachtens naheliegenden Anforderungen erfüllt: Die Lilsquirts. Deren Auslaufschutz begrenzt nicht nur die übliche, rechteckige Fläche, sondern überspannt zusätzlich die Polsterbereiche vorn und hinten. Das ist nicht nur eine gute Idee, das sieht auch richtig gut aus. Jedoch bleibt die effektive Saugleistung das wichtigste Kriterium, und davon hat die Lilsquirts leider zu wenig...

  2. #2
    Member Avatar von mickdl

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    AW: Thema Seitenauslaufschutz

    Hmm... Ich versuch mich mal mit einer Antwort... Also: Der Seitenauslaufschutz dient eigentlich in erster Linie dazu, bei einer Schwallentladung zu verhindern das die Flüssigkeit zur Seite Wegläuft und dem Saugpolster mehr Zeit zur Flüssigkeitsaufnahme und Verteilung zu verschaffen, b.z.w. die Flüssigkeit zu leiten. Er ist nicht dazu da zu verhindern, dass eine bereits volle Windel bei Druck nicht ausläuft. Das muss die Windel selber hin bekommen - genauer gesagt der verwendete Superabsorber in Kombination mit dem verwendeten Fließ.

    Die Idee die Bereiche außerhalb der Bündchen undurchlässig zu gestalten wir das Auslaufproblem nicht wirklich lösen, weil die Feuchtigkeit - wenn sie durch den SAP nicht mehr gebunden werden kann auch so ausläuft. Umgekehrt würde allerdings eine undurchlässige Schicht verhindern das Flüssigkeit aufgenommen wird wenn sie über die Bändchen drüber fließt. Das kann insbesondere in Rückenlage passieren, da die Bändchen hier am Po quasie wirkungslos sind, da sie herunter gedrückt werden.

    Es gibt einige Windeln bei denen der Auslaufschutz im Gesäßbereich anders gestaltet ist. Dies Windeln sind i.d.R. speziell für Stuhl Inkontinenz entworfen worden. Hier haben die Bündchen dann noch eine andere Aufgabe.

    Der wirkliche Unterschied - und der technisch anspruchsvollste Teil bei einer Windel ist die Gestaltung des Saugkerns in Abstimmung mit dem verwendeten SAP und dem verwendeten Fließ. Passt hier etwas nicht zusammen wird das ganze schnell zum Auslaufmodel. Hier gibt es einen Haufen von Patenten und jede Menge versuche das optimal zu gestalten. Das Probem das es zu lösen gilt ist dabei folgendens: Der Zellstoffkern und die verwendeten Fließe müssen so gestaltet sein, das sie die Feuchtigkeit sehr schnell verteilen können. Zweckmäßiger weise schneller als der SAP sie absorbieren kann. Ist beides nicht gut auf einander abgestimmt "verstopft" der SAP in der Eintrittszone des Kerns und die Windel läuft entweder aus oder es kann nicht mehr die theoretisch berechnete Flüssigkeitsmenge aufgenommen werden. Gerade die Fließe sind absolute High-Tech und eine Wissenschaft für sich, und sie bestimmen maßgeblich die Aufnahmegeschwindigkeit und das Rücknäss verhalten.

    Allerdings ist natürlich auch der Fertigungsprozess wichtig. Bei den einfachsten Verfahren wird entweder den SAP mit dem Zellstoff vermischt oder er wird verklebt. Beide Methoden sind nicht mehr "up to date". Bei dem ersten Verfahren fällt der Kern i.d.R. beim Tragen zusammen und beim zweiten Verfahren gibt es Mikro Lecks oder harte stellen in der Windel, außerdem neigt Methode zwei eher zum "Verstopfen". Beide sind zur Nässeverteilung nicht optimal. Das aufblasen des Zellstoffes funktioniert nicht so gut mit langen Fasern außerdem können die Fasern mit dieser Methode nicht "Ausgerichtet" werden, was allerdings entscheiden für die Flüssigkeits Leitfähigkeit ist.

    Man kann an Windeln "theoretisch" noch einiges verbessern - gerade mit Blick auf die Nässeverteilung und die Rücknässung. Allerdings muss das ganze ja auch ökonmisch in der Herstellung sein. Die Entwicklung einer "besseren" Windel ist da eine Sache - die passende Maschine zu bauen die eine solche Windel kostengünstig herstellen kann einen andere. Das ist enorm teuer und den Schritt geht ein Produktmanger nur wenn er von der Konkurenz oder einem Gesetzt dazu gezwungen wird...

  3. #3
    Member Avatar von Tagträumer

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    AW: Thema Seitenauslaufschutz

    Hier kann ich dem mickdl nur zustimmen.

    Mich stört aber etwas anderes wo ich mit der Lösung nicht zufrieden bin.
    Die saugstarken Windeln nehmen durch das Po Polster viel auf. Wenn ich jetzt aber einen ganzen Tag unterwegs bin, ist die Windel vorn zu 100% nass und hinten fast gar nicht.
    Hier würde ich mir eine Windel speziell für Männer wünschen die vorn viel aufnehmen kann.

    Ich habe aber fstgestellt, das sich mit einer ganz einfachen Flieseinlage der hintere Bereich zum Teil mit nutzen lässt. Das Flies verteilt somit die Flüssigkeit weiter in den hinteren Bereich. Gerade wenn man den ganzen Tag Outdooraktivitäten nachgeht, finde ich das recht praktisch.

  4. #4
    Datenschieber Avatar von Wolfgang

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    AW: Thema Seitenauslaufschutz

    ja, fliesswindeln als docht sind eine alternative....
    eigentlich sollte es die windel aber auch ohne tuning schaffen
    "Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie Ihr mich haben wollt. Entdeckt mich, wie ich bin."

  5. #5
    Member Avatar von sturmgras

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    AW: Thema Seitenauslaufschutz

    guten morgen zusammen,
    Taggträumers Erfahrungen decken sich mit den Meinen.
    Um welches Vlies handelt es sich und wird es über volle Länge eingelegt, wird es auf Kontur geschnitten und muss es eventuell befestigt werden um seine Funktion zu erfüllen?
    Danke für Deine Antwort.
    Danke auch wenn jemand weitere Tipps hat, die dem Problem der ungleichmässigen Befüllung bei wiederholter Schwallentleerung entgegenwirken.

    Wer hat, wie auch schon beschrieben und moniert, Windelmodelle ausfindig gemacht, die am Unterbauch eine vermehrte Saugleistung vorhalten,
    eben Männerwindeln bei Blaseninkontinenz.

    Danke für Die Diskussion und schönen Sonntag
    sturmgras
    ich liebe den Charme des Makels

  6. #6
    Senior Member Avatar von Pimpernuckel

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    AW: Thema Seitenauslaufschutz

    Zitat Zitat von 3600 Beitrag anzeigen
    Wieso sind bei nahezu allen Windeln die Polsterbereiche außerhalb des Seitenauslaufschutzes wasserdurchlässig?
    Warum nicht? Du scheinst nicht zu verstehen, wozu der "seitliche Auslaufschutz" wirklich gedacht ist - die Ableitung der damit direkt in Kontakt kommenden Flüssigkeit, also wenn du direkt "gegen den Zaun pinkelst", um's mal drastischzu formulieren. Alles andere ist ab dem Punkt irrelevant und würde aus physikalischen Gründen sowieso nicht funktionieren. Daran ändern die hier schon wieder aus der Ramschkiste gekramten haarsträubenden Verschwörungstheorien auch nichts. Alles andere ist schlichtweg Blödsinn. Nur, weil ihr die Windeln immer tragt, bis sie durchnässt sind wie ein Sandsack nach der Flut, wird keinen Hersteller dazu bewegen, grundsätzlich konstruktiv da was anders zu machen. Klar, man kann mit Einlagen und allen möglichen Tricks rumbasteln, aber ich als von Stuhlinko betroffener kann z.B. überhaupt nicht verstehen, warum man mit nassem Hintern rumlaufen soll/ will. Und genauso sehen das auch die Hersteller: Wenn eine Windel bis zum Anschlag voll wird, wird sie einfach falsch verwendet und zu lange getragen. Alles andere muss jeder mit sich selbst ausmachen, aber von der Illusion, dass es je eine "Megawindel" geben wird, die unter allen möglichen Bedingungen 100% auslaufsicher ist und problemlos 24 Stunden getragen werden kann, sollte man sich verabschieden. My 2 Cents...

    Pi
    Ada, ada! Haba umu mimu?
    -------------------------------
    24/7 in Windeln

  7. #7
    Member Avatar von Tagträumer

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    AW: Thema Seitenauslaufschutz

    @sturmgras:
    Ich nehme folgende Einlage: lille Classic pad MAXI Vorlagen ohne Folie 16x60cm
    Einfach mit in der Windel legen so das diese hinten oben mit dem Saugbereich abschließt und gut ist. Nix zuschneiden, basteln oder ähnliches.

  8. #8
    Senior Member Avatar von bellind

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    Cool AW: Thema Seitenauslaufschutz

    fragt mal bei tischler nach, der bekommt das bestimmt hin !!

    :P
    I GOT TOASTED AT FLAMING MOE`S

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