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Thema: Unter der Woche Verantwortung tragen - Am Wochenende Windeln tragen

  1. #1
    Birkenzipfel
    Gast

    Unter der Woche Verantwortung tragen - Am Wochenende Windeln tragen

    Liebe Forumteilnehmer

    Zuerst all meine Liebe an dieses Forum. Super, dass es Euch gibt. Meine Frage: Gibt es unter Euch auch Leute, die in ihrem Job viel Verantwortung tragen und umso mehr als Ausgleich am Wochenende oder abends gerne Windeln tragen? Bei mir als Psychotherapeut ist das ein wichtiges Thema. Meine Klienten erwarten ja ziemlich was Erwachsenes von mir. Da wird auch ein ziemliches Ideal an mich ran getragen...

    Wie ist das bei Euch so?

    Liebe Grüsse

    Birkenzipfel

  2. #2
    Member

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    Hi,

    Bei mir ist es auf jeden Fall so - arbeite in der IT und da verlassen sich eine Menge Leute auf mich dass ich die Systeme am Laufen halte.

    Also wenn du Verantwortung nicht gleich mit Gehalt setzt, dann trage ich viel Verantwortung

  3. #3
    Birkenzipfel
    Gast
    und in der Folge lässt Du's mehr laufen am Wochenende?

  4. #4
    Member

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    je nachdem wann sich halt Gelegenheit bietet und wann ich einen "Ausgleich" oder ein Ventil brauche.

    lg
    DLax

  5. #5
    janbaby
    Gast
    Kuckuck,

    es ist sicher so!
    Im Alltag bin ich Vater, Sachbuchautor, Häuslebauer, Sohn einer alten Mutter, Lebenskünstler, Organisator von vielen Dingen.

    Wenn ich dann mit meinem lieben Schatz allein bin, wir uns fallen lassen können, ganz klein sein können, Geborgenheit finden, dann ist alles gut und wir schöpfen Kraft.

    Das Leben ist hart genug, klein sein ist sehr wichtig für mich, für uns.

    Gruß,
    Janbaby

  6. #6
    wetman70
    Gast
    Ich bin von Beruf Betriebsratsvorsitzender, trage also auch eine gewisse Verantwortung. Und muss sagen ja, ab und zu am Wochenende eine Windel ist wie ein Kurzurlaub für die Seele. Wobei das mit anderen Sachen ausgeht, wenn wir unsere Erwachsenenhirn ab und zu einfach mal ausschalten und das Leben genießen.

    Schönes Wochenende... (mit Windeln)

    wetman

  7. #7
    WBC Fördermitglied 2019 Avatar von Bongo

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    hmmm, interessant...

    bedeutet das im umkehrschluss, dass ihr meint, ihr müsst euch unter der woche komplett verbiegen und zeitweise zu jemand werden, der ihr nicht seid, um euren arbeitsalltag zu meistern?

    ist eine funktionsfähige komplettintegration der persönlichkeitssubanteile also für euch nicht möglich, oder blos nicht denkbar?

    ist es psychologisch betrachtet gesünder, sein leben zu partitionieren, indem man z.b. unter der woche verantwortung, und am wochenende statt dessen windeln trägt? oder sollte man lieber anstreben (auch wenns schwer ist), alle diese aspekte in einer abgerundeten komplettpersönlichkeit zu vereinen um nicht derartige geistige kontraste zu schaffen, die ja schon ein ganz klein wenig nach dissoziation klingen?

    ich frag das aus echter neugier.
    ich kann eure denkansätze zwar aus technischer sicht verstehen... meine aber, dass das bei mir anders funktioniert und ich spüre da bei mir... (schwer zu formulieren)... "weniger interne betonwände", bzw. durchaus die fähigkeit, windeln und verantwortung gleichzeitig zu tragen. aus meiner sicht wiederspricht sich das nicht, weil das eine ja am körper getragen wird, und das andere am geist.

    *grübel*



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  8. #8
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    Spitzen Frage, Bongo.

    ich schätze mal, für viele wird es leider so sein, dass sie tagsüber @work oder bei Freunden "sich verbiegen müssen" oder zumindest "einen Teil von sich verdecken" müssen (verzeih das Wortspiel ) weil sie sonst vor der Wahl stehen: Job oder ich. Sozialleben oder ich. etc...

    Aber es ist sicher richtig zu fragen: habe ich den richtigen Job, wenn ich nicht so sein kann wie ich bin? Hab ich die richtigen Freunde, wenn ich mich ihnen nicht so zeigen kann wie ich bin?

    Bzgl. Job ist es halt so, dass die meisten Menschen nun mal den Job haben, für den sie "skills", also Fähigkeiten und (hoffentlich) Ausbildung mitbringen. Es ist schwierig und oft auch gar nich möglich, sich den Job zu suchen, den man ausüben kann ohne sich zumindest ein bisserl verbiegen zu müssen. Da kann man nun natürlich sagen, dass hierdie Gesellschaft wohl noch viel zu lernen hat, aber was auch immer die wirklichen Ursachen sind, es ist halt derzeit so, wie es ist...

    Bei Freunden verhält sich das ein bischen anders. Echte Freunde nehmen Dich so, wie Du bist. Aber das hat natürlich auch immer Grenzen. Und meine Sexualität spielt im Freundeskreis zumindest bei mir keine Rolle. Sie drängen mir ja auch nicht auf, ob sie hetero oder homo sind, ob sie vanilla oder BDSM bevorzugen und ob sie Fetische haben oder nicht. Das ist mir ja auch egal und meistens möcht ich das gar nicht wissen...

    Ich hab keine Ahnung wer von meinen Freunden von meinen Windeln weiß. Da ich oft Inko bin, gehe ich davon aus, dass es ein Teil sicher weiß. Ich verteck mich nicht, aber ich hängs auch nicht an die Glocke. Das finde ich persönlich am entspanntesten im Umgang mit der Windel - aber da findet sicher jeder seinen eigenen Weg im Umgang damit.
    Gleiches ist in der Arbeit. Da ich bei der Betriebskrankenkasse versichert bin, die bei uns im Haus sitzt, wissen jedenfalls die Kollegen dort, was mit mir los ist. Egal.
    Die Kollegen im Naheumfeld haben sicher auch dort und da was mitbekommen. Egal.

    Vielleicht hilft es mir hier auch, dass das reine "Windeln tragen" ja noch keine sexuelle Handlung ist und ich daher keinen Grund habe, hier irgendwas in der Öffentlichkeit zu verbergen oder mich irgendwie verbiegen zu müssen. Eventuell gibts da tatsächlich einen Unterschied zwischen ABDLs die inko sind und solchen die es nciht sind...

    *auch grübel*

    Jedenfalls eine interessante Frage.

  9. #9
    dl-stephen
    Gast
    Hallo Bongo,
    betrachte es doch einmal aus der Kompensations-Perspektive.

    Vielleicht ein paar Vergleiche
    Nach einem Marathon ist Regeneration wichtig. Gleichzeitig Wach sein und Schlafen, geht ja auch nicht. Beides ist notwendig. Aber alles zu seiner Zeit. Und steht nicht im Widerspruch einer harmonischen Integration von Persönlichkeitsmerkmalen. Jeder von uns hat seine indivuellen Bedürfnisse, mit variierender Priorität. Vieles davon entscheidet sich nach Tageslage.
    Es bedeutet ja nicht per se eine gespaltene Persönlichkeit zu haben, was auch immer in voneinander getrennten Momenten auszuleben, sondern ist Teil der seelischen Hygiene, des Ausgleichs, das innere Pendel wieder ins Lot zu bringen. Das Bild des "mit sich ins Reine zu kommen", finde ich auch eine schöne Beschreibung, gerade im Windelkontext

  10. #10
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    Also ich denke eher es ist sowas wie eine Entspannung.

    Einfach sich fallen lassen und ein bischen zur ruhe kommen.

    So wie andere Menschen angel gehen oder golfen etc.


    So ist halt das Windeltrage, Schnuller nuckeln etc. eine Entspannungsmöglichkeit.


    JRKler

  11. #11
    WBC Fördermitglied 2019 Avatar von Bongo

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    danke für eure ausführungen, windelharald und dl-stephan. ich fand das sehr interessant.

    nur, dass keine missverständnisse aufkommen: ich wollte nicht vorschlagen, das man in der arbeit und bei seinen freunden überall rumerzählen muss, das man windeln trägt. sowas würd ich ja auch nicht machen

    ich dachte da eher an die nicht-materielle (also geistige, persönlichkeits-) ebene.
    diesbezüglich hab ich es schon oft erlebt, dass menschen meinen, im arbeitsalltag eine bestimmte (aus ihrer sicht) "besonders erwachsene" rolle spielen zu müssen. und dann als ausgleich am wochenende wieder komplett kind sein wollen: ob nun durch windeln tragen, oder kart-rennen fahren, oder modellflugzeuge bauen und fliegen, usw etc.

    dieser gegensatz ist das, was ich komisch finde. ich denke halt, man kann genausogut auch am wochenende (während man z.b. windeln trägt) gleichzeitig ein bisschen verantwortungsvoll sein. genauso wie man bei der arbeit hin und wieder geistig ein wenig verspielt sein kann (manchmal ist das sogar sinnvoll, wenn neue ideen gefordert werden).



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  12. #12
    pamperchu
    Gast
    Da geb ich Bongo wiederrum Recht mit dem Verspielt sein, ich selbst war Metallbauer und hatte auch ne Verantwortung das alle Sachen zur rechten Zeit fertig waren und auch noch wie Neu aussahen und trotzdem habe ich auf der Arbeit Windeln getragen. Erstens, weil ich Stressinko hatte und dann einfach so, man hat eigendlich die volle Ruhe und Konzentration und muss nicht seine Arbeit unterbrechen um 100x auf's Klo zu rennen nur weil der Koffein vom Kaffee wirkt (Ich trank auf der Arbeit ca 2 Kannen) Ich habe mich aber nie Kindlich gefühlt oder Beobachtet niemand wusste auch davon, naja bis ein Azubi meinte es sei "Lustig" mir mein T-Shirt beim Schweißen übern kopf zu ziehen, naja ab da an wussten es alle, naja und wie es so in einem Betrieb ist wo man mit 5 Deutschen und knapp 30 Türken Arbeitet war es kein Zuckerschlecken als es alle wussten. Aber Arbeitskollegen kann man sich nicht leider aussuchen Schade eigendlich...

    Liebe Grüße

    Timmy

  13. #13
    Birkenzipfel
    Gast
    Also soll man nun spalten oder möglichst eine Synthese erreichen? Spaltung: Das sehe ich immer wieder bei Träumen, welche Klienten mir erzählen, dass es (bei Männern) sehr häufig zu 2 Frauen kommt. Klischeehaft eine für Sex und die andere zum Vorzeigen bei den Eltern. Diese innere Widersprüchlichkeit ist doch sowas von verbreitet... Das macht uns fast im Kern aus.

    Synthese: Integration aller Persönlichkeitsaspekte, eine gute Balance von Spannung und Entspannung ist sicher wichtig. Aber irgendwo sind wir doch schon immer gespalten, innerlich widersprüchlich. Das ist schon krass.

  14. #14
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    ist es psychologisch betrachtet gesünder, sein leben zu partitionieren, oder sollte man lieber anstreben, alle diese aspekte in einer abgerundeten komplettpersönlichkeit zu vereinen?
    ...
    ich dachte da eher an die nicht-materielle (also geistige, persönlichkeits-) ebene.
    ...
    kann man nicht am wochenende in windeln gleichzeitig auch ein bisschen verantwortungsvoll sein - und auf der arbeit dafür hin und wieder geistig ein wenig verspielt?
    Ich habs ein bißchen sinngemäß gekürzt zitiert, aber damit sprichst du mir aus dem Herzen, Bongo.

    In meinem "Bienenkinder" Buch ist das gefühlt jeder dritte Satz, der sagt, wie schön ist es, dass die klein-grosse Maja ein solches Gesamtkunstwerk sein kann, bei ihrer Susanne.

    Das Buch "Aussöhnung mit dem Inneren Kind" ist hierzu sehr schön und vielsagend.

  15. #15
    Senior Member

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    heyho interessante Diskussion, auf hohem Niveau. Gefaellt mir.

    Bei mir ist es definitiv ein Ausgleich. Ich neige dazu im normalen Leben Verantwortung zu uebernehmen, mein Studium ist eine hardcore Geschichte und zielt auf das mittlere Management ab. Auch wenn es um Familie etc. geht neige ich sehr zum strukturieren und planen. Da koennte schon sein, dass vieles durch das Babysein kompensiert wird.

    Weiterhin beobachte ich bei mir unregelmaessige "Windelphasen". Manchmal bin ich 2 Wochen lang jede Nacht eingepackt, manchmal 2 Monate gar nicht, im Normalfall aber so zweimal im Monat. Noch besser ist es, wenn mich jemand etwas umsorgt, so dass ich ganz abtauchen kann.

    Inwiefern diese Phasen aber mit meinem Stress zusammenhaengen habe ich vorher nie gezielt beobachtet. Momentan bin ich allerdingsl eher gestresst, weil ich fuer laengere Zeit im Ausland bin, mich auf neue Leute & Umgebung umstelle und gleichzeitig noch ein bisschen an den negativ-Folgen der unten beschriebenen "psychedelischen Kurzurlaube" knabbere. Und siehe da, ich bin ab und an wieder in der WBC, schaue bei der allinonecompany herum und suche nach Infos, wie ich hier Windeln beziehen kann.

    Vielleicht etwas Offtopic, aber Zeitweise habe ich auch mit verschiedenen psychedelischen Drogen solche geistigen "Kurzurlaube" genommen. Ich denke, die Erholung tritt dabei dadurch auf, dass alles anders wargenommen wird als sonst. So wie man bei einer Reise physisch Neues sieht, verarbeitet man es auf einem Trip eben anders.
    Da so etwas allerdings schief gehen kann und bei mir ganz ordentlich schief gegangen ist, verzichte ich mittlerweile auf diese Art von Kurzurlaub und beschraenke mich auf das Babysein, dass bei mir momentan allerdings sehr ausbaufaehig ist

    Ich finde es - um zum Thema zurueckzukommen - nicht weiter schlimm, manche Aspekte auf der Arbeit aussen vor lassen zu muessen. Ich arbeite schon regelmaessig im Management mit und habe dort keinerlei Beduerfnis das Kind in mir auszuleben. In die Job-Rolle komme ich wesentlich leichter rein als in die Baby-Rolle.

  16. #16
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    Original von Aura Of Magic
    ...
    Synthese: Integration aller Persönlichkeitsaspekte, eine gute Balance von Spannung und Entspannung ist sicher wichtig. Aber irgendwo sind wir doch schon immer gespalten, innerlich widersprüchlich. Das ist schon krass.
    Synthese geht nur dann wirklich, wenn man erkennt, dass es keine wirklichen Gegensätze gibt in unserer Welt. Die Windel ist ein Teil von mir, genauso wie meine Skills in der Arbeit. Und so wie ich in der Arbeit etwas anderes anziehe wie privat daheim, so spiele ich auch in der Arbeit oft auf anderen Saiten meiner Persönlichkeitsguitarre, als privat.
    Dennoch sind beide Aspekte Teile von mir. Das widerspricht sich nicht. Es ist halt nur einfach so, dass nicht jeder immer alle Aspekte von mir zu sehen bekommt - und auch nicht sollte, denk ich mal.

    Für mich ist es gut vereinbar.

  17. #17
    janbaby
    Gast
    Kuckuck,

    man könnte also das Thema auf den Aspekt der "Auszeit" vom Alltag eingrenzen. Es ist wohl auch so.

    Da sind Windeln, Babysein nur ein Mittel, Drogen funktionieren auch, richtig.
    Aber Windeln sind doch viel ungefährlicher.


    Die Kombination von beidem kann allerdings ziemlich abgefahren sein, glaubt mir. Aber das soll keine Aufforderung zum Drogenkonsum sein, Finger weg!

    Gruß,
    Janbaby

  18. #18
    Trusted Member Avatar von w.winni

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    bei mir ist das auch so ich arbeite im Krankenhaus also Alten und Krankenpflegerhelfer
    und da ist es immer ein "segen" wenn ich am wochenende zu meinen eltern fahre und dann in meinen zimmer ungestört windeln tragen kann ....

  19. #19
    quellequelle
    Gast
    Tag Allerseits.

    Schon Hesse hat im Steppenwolf gesagt, das der Mensch aus unendlich Vielen Fasetten besteht.
    Mir geht es wie den meisten hier. Ich bin Selbständig und leite einen Betrieb mit mehreren Mitarbeitern. Unter der Woche gibt es Fasetten und Teile von mir die ich nicht Zeigen kann, so sehr ich es will. Am Wochenende oder wenn es sonst denn möglich ist hole ich das nach.
    Ich denke man kann immer nur eine Person sein, auch wenn man aus vielen Charaktären besteht. Wobei man auch ein Geschäftsmann an der Oberfläche sein kann und unter der Hose ist ne Windel. Ich Denke die Windel oder besser, dass was sie aus jedem von uns macht, ist der Ausgleich. Wer von euch hat sich noch nicht in stressigen Situationen so gerettet, dass er die Augen geschlossen hat und einfach mal kurz an das letzte mal in Windeln gedacht hat. Die wesentliche Frage die ich mir Stelle ist wie ich die Windel in mein Selbstbildnis intigriere. Ich kenne viele Leute die nicht in der Lage sind Ihre schlechten Seiten zu akzeptieren, nicht dass die Windeln eine schlechte Seite sind, aber einfach ist der umgang mit Ihnen nicht. Welchen Stellenwert haben sie?
    In dieser Diskussion dienten sie als Ausgleich, wie ein Saunabesuch am Wochenende. Ich denke Sie sind für jeden mehr.
    Ich betrachte Sie als Fluch und gelegentlich als Segen, auch als Aufgabe, den wie oft waren sie schon der Keil in einer Beziehung und dann ironischerweise wiederum der Strohhlm des Lebens danach.
    In diesem Sinne, ich find das was Ihr geschrieben habt mit das Beste, das ich in einem Forum je gelesen hab.
    Danke

  20. #20
    bicolor
    Gast
    Vor fünf Jahren hatte ich einen Burnout und musste für gut drei Monate in eine Klinik. Abschalten, ausschlafen, sich selbst verstehen und kennenlernen, reflektieren, um das Leben neu organisieren zu können. Ursachen für diesen Zusammenbruch waren übermäßiges Arbeiten, immer vorn sein zu wollen, Ehrgeiz, von den Kollegen und Chefs geliebt zu werden usw. usf.

    Darüber hinaus hatte ich ein Doppelleben geführt: einerseits der ideale Familienvater und dann noch die "dunkle Seite", die Liebe zu Männern, was niemand wissen durfte. Wenn man das über Jahrzehnte so lebt, dann kommt irgendwann dein Körper und deine Seele an und gibt dir Signale, erst leichte und dann immer stärkere. Als Mann neigt man dazu, dass alles nicht ernst zu nehmen und immer noch einen drauf zulegen. Wird schon wieder!

    Seit meiner Erfahrung in der Klinik und der Hilfe durch meinen Therapeuten gehe ich heute mit allem offener um. Meine Frau weiß seit diesem Ereignis um meine Neigungen (bisexuell und Windeln) und lässt mir den Raum, es auszuleben. Nicht jede Frau ist so tolerant. Da habe ich großes Glück (ob sie das vor dreißig Jahren auch gewesen wäre, ist jedoch offen und mir scheint, dass es damals zum Bruch gekommen wäre). Doch braucht man fast dreißig Jahre, um sich dem zu stellen, was man wirklich ist, es zu akzeptieren? Ich kann hier nur aus meiner Geschichte den Rat geben, steht zu euch und verbiegt euch nicht. Damit soll sich niemand öffentlich outen, der das nicht will und die Folgen nicht abschätzen kann.

    Kaum jemand weiß heute um meine Neigungen. Ich gehe nicht damit in die Öffentlichkeit. Nur da, wo Gleichgesinnte sind, kann ich offen damit umgehen. Und in meinem engsten Umfeld kann ich so sein, wie möchte. Das Windelntragen ist für mich Entspannung, Geborgenheit und ein Zurückziehen, gibt mir Sicherheit. In meinem Job als Unternehmensberater habe ich viel Stress und bin getrieben angesichts der Fülle der Aufgaben, Reisen mit dem Auto (5000 Km im Monat), Zeitmangel, fehlende Freunde und das berufliche Spielen einer Rolle.

    Ich bin niemals kindlich mit meinem Fetisch. Mit AB usw. kann ich nicht so viel anfangen. Trotzdem verstehe ich die vielen Facetten des Lebens mit großer Toleranz, die ich auch von anderen erwarte aber sehr selten erhalte.

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