Runhild

Der Aufbruch

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Mein erster Beitrag in diesem Blog liest sich teilweise wie mein Manifest zum Windeltragen. Ich hatte aber nicht vor, gleich von Null auf 100 durch zu starten. Trotzdem war ich über mich selber überrascht, dass ich in den vergangenen Tagen mehr Zeit in Windeln verbracht habe, als ich mir vorgenommen hatte.

Es gab auch Momente, in denen ich keine Lust auf die Windeln hatte. Manchmal saß ich bis tief in der Nacht vor dem Computer, war müde und erschöpft und wollte so schnell wie möglich ins Bett. Aber vorher musste ich auch noch ins, die nasse Windel entsorgen, mich waschen und und und... stöhn. Ich war doch so müde. Ich hatte absolut keine Lust auf eine Nachtwindel.

Doch während ich dann mich auszog, mich wusch und ich dabei zur Ruhe kam, verspürte ich doch wieder Lust auf Windeln. Im Bett sah ich noch die Gummihose von der letzten Nacht liegen und so lag ich dann doch, frisch gewickelt, im Bett und freute mich über das wohlige Gefühl einer dicken Stoffwindel.

In meinem Schlafzimmer und in meinem Bad liegt immer eine Windel oder eine Gummihose herum oder es hängt etwas auf dem Wäscheständer zum trocknen und dann wird mir immer ganz warm ums Herz und die Unlust verliert sich dann wieder ganz schnell.

Je mehr ich Windeln trage, umso mehr vermisse ich sie in Zeiten, in denen ich mich sie aus verschiedenen Gründen nicht an habe.

Erst mit Windeln fühle ich mich vollständig. Ich bin dann ausgewogener, fröhlicher und lebhafter. Gut geschützt kann ich Pipi einfach laufen lassen und wenn es dann ich die Windel geht, fühle ich reine Lebensfreude.

Damit stellt sich die Frage, warum ich nicht früher damit angefangen habe, die Windeln in meinen Alltag zu integrieren. Nun, es gab in der Vergangenheit 2 Probleme, die mich davon abgehalten haben.

Das erste Problem war meine psychische Instabilität mit mehr oder weniger schweren Depressionen. Es war eine lange, dunkle Zeit, die jede Lust, auch die auf Windeln unterdrückte. Ohne Antidepressiva hätte ich das nicht überlebt. Mit den Tablette habe ich funktioniert, aber nicht viel gefühlt. Die Windeln waren nur selten interessant für mich. Manchmal waren sie ganz praktisch.

Die Lösung war so einfach wie überraschend und ich habe sie erst vor 3 Jahren herausgefunden. Ich habe eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Die Depression wurde vom Darm ausgelöst. Seit ich keine glutenhaltigen Getreide und kein Milcheiweiß mehr zu mir nehme, geht es mir so gut, wie nie zu vor. Ich brauche keine Antidepressiva mehr. Das ärztliche Personal hat dafür keine Erklärung, aber das ist mir egal.

Das 2. Problem war von einer viel praktischeren Natur. Ich hatte mir im letzten Jahr eine neue Wohnung gesucht und bin umgezogen. Da kam dann irgendwann der Moment, in dem man die Windeln und Gummihosen in Kisten verpacken musste. Da während des Umzugs immer viele Personen in meiner neuen Wohnung anwesend waren, habe ich die Kisten so schnell nicht wieder auspacken können.

Beim Aussuchen der Wohnung und bei der Möblierung habe ich die Windeln natürlich stets berücksichtigt. Mein Schlafzimmerschrank wurde um ein Element vergrößert und bietet mir jetzt viel mehr Platz für Windeln und Gummihosen. Auch der Wäscheständer hat jetzt einen Platz im Schlafzimmer gefunden. Da kann dann schon mal etwas darauf hängen bleiben, ohne dass der Besuch es sieht und seit einiger Zeit hängen da fast immer Windeln und Gummihosen.

Die Einrichtung der Wohnung hat viel länger gedauert, als ich es geplant hatte, und sie ist immer noch nicht abgeschlossen. Aber wird es Zeit, dass ich dort nicht nur Wohne, sonder auch lebe.
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