PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sind Windeln ein ganz normales Hilfsmittel oder ist Windeltragen"müssen" eher Demütigung



Berner-Sennenhund
19.07.2010, 16:56
Hallo

Ich muß vorausschicken, daß ich mit diesem Thread Personen, die unter Inkontinenz erkrankt sind, weder verspotten noch mich über sie lustig machen möchte.

Da ich DL bin, habe ich mich natürlich auch schon mal gefragt, wie es ist, immer auf Windeln angewiesen zu sein.
Ich bin zu keiner richtigen Antwort gekommen bzw. kann es mir als DL nicht vorstellen.

Deshalb möchte ich hier fragen, ob Ihr die Windeln als ein ganz normales Hilfsmittel akzeptiert (wie z.B. eine Brille) oder ob Ihr das Tragen"müssen" von Windeln eher
als Demütigung seht.

Ich weiß, daß meine Frage blöd klingt. Ich möchte mit meiner Frage auch keinem zu nahe treten und bin auch nicht enttäuscht, wenn ich keine oder nur wenige Antworten erhalte.

Ich bedanke mich aber bereits jetzt bei allen, die trotzdem den Mut haben,auf meine Frage zu antworten.

Bernd6770

Momo
19.07.2010, 17:11
bin zwar kein inko und trage auch sonst eigentich nicht... aber ich denke das es bestimmt für die meisten erst ungewohnt ist sie sich aber daran gewöhnen. was bleibt denn auch schon großartig anders übrig als es hinzunehmen. ich würde versuchen das positive davon abzugewinnen als mich ins negative reinzusteigern.

Wolfgang
19.07.2010, 20:41
da stellt sich primaer schon mal die frage wann der/diejenige das erste mal mit der sympthomatik konfrontiert wird/wurde...

nach zig trockenen jahren wir die windel eher ein problem sein als wenn man diese nie abgelegt hat oder die zeitspanne nur kurz war...

der "schaasaugate" braucht ne brille...
der "derrische" ein hoergeraet...
der "undichte" nen korkstoppel oder ne windel oder andere hilfsmittel gegen das leck

dass einige die windel nicht windel nennen moegen weil windeln ja nur fuer babys sind ist das eine... fakt ist aber egal wie man das teil nennt es bleibt ne windel...

ich hatte und habe kein prolem damit....
tb/ac/ab-dinge habe ich erst vor nicht all zu langer zeit kennengelernt...
manches davon habe ich in mein leben integriert... mit anderen kann ich nix anfangen respektiere es aber voll...

smu
19.07.2010, 20:45
Als DL (mit leichten Tendenzen zum AB) hatte ich mal für einige Wochen das "Vergnügen", inkontinent zu sein (längere Geschichte).

Jedenfalls hatte ich die ersten paar Tage durchaus Spaß dran. Dann allerdings wurde es sehr lästig. Erniedrigend fand ich es allerdings die ganze Zeit über nicht. Wieso auch? Erstens hat es eh keiner gemerkt, dem ich nicht von mir aus davon erzählt habe, zweitens brauchte ich die Windeln tatsächlich (ohne irgendwie selbst schuld dran zu sein). Trotzdem hatte ich nach der Zeit dann erst mal die Schnauze voll von Windeln (naja, für zwei Monate oder drei).

Ciao,
Sven

strullerfee
19.07.2010, 21:56
Hallo Bernd6770,

ich finde nicht, dass du mit deiner Frage jemanden verspottest. Es ist für mich eine ganz normale Frage. So als ob du z.B. als Nicht-Brillen-Träger wissen willst ob eine Brille stört.

Persönlich würde ich mich nicht als inkontinent bezeichnen obwohl ich einen starken Harndrang habe und deshalb eigentlich ohne Windel mich nie weit von einer Toilette entferne. Seit ich Windel trage, habe ich an Lebensqualität gewonnen. Ich fühle mich freier! Durch dieses Wohlfühlen mit Windeln habe ich irgendwie meine Windeln lieb gewonnen. Aber ob ich deshalb ein DL bin, weiß ich nicht!

Für mich ist die Windel sowohl ein Hilfsmittel als auch ein auch ein Lustgewinn. Auf keinen Fall empfinde ich die Windel als Demütigung. Sicherlich ist der Grund auch darin zu finden, dass die Windel sowohl von meinem Partner als auch von meiner Freundin akzeptiert wird. Sie ist irgendwie ein Bestandteil meines Lebens geworden. So wie z.B. eine Brille.

Verschweigen möchte ich aber nicht, dass Windel tragen aber auch nervig sein kann. Gerade das jetzige heiße Wetter ist sicherlich ein erkennbarer Grund. Es gab einige Tage, wo mich die Windel mächtig genervt hat. Aber, um beim Beispiel der Brille zu bleiben, auch diese kann bei heißen Wetter auf der Nase nerven.

In diesem Sinne.

Liebe Grüße

Strullerfee

kb2002
20.07.2010, 08:33
Es kommt ganz darauf an wie mit dem Problem umgegangen wird. Ich habe als Kind zwei verschiedene Erfahrungen gemacht.
Bei der ersten Erfahrung war ich ca. 5Jahre und gerade erste eine kurze Zeit in der Nacht trocken. Ich fing wieder an regelmäßig ins Bett zu machen. Als es nicht besser wurde, wurde mir damit gedroht mich wieder in Windel zu stecken. Und um mich zu überzeugen, dass meine Eltern es ernst meinten wurde in meinem Zimmer vorsorglich der Wickeltisch wieder aufgebaut und mit allem befüllt was noch da war. Trocken blieb ich dadurch auch nicht und wurde darauf wieder für die Nacht gewickelt. Diese Erfahrung war für mich nicht angenehm, zumal auch meine Freunde den Wickeltisch mit den Windeln sehen konnten. Heute weiß ich, dass meine Eltern dachten ich mache mit Absicht ins Bett.
Trotzdem wurde ich wieder trocken, jedoch gab es mit 8oder 9 einen weiteren Rückfall. Hier verhielten sich meine Eltern anders. Zuerst wurde bei unserem Arzt geprüft ob ich krank bin. Als jedoch nichts festgestellt wurde fand ein langes Gespräch zwischen meinen Eltern und mir statt. Innerhalb dieses Gesprächs überzeugten mich meine Elter es mit Windel zu probieren. Durch dieses Gespräch akzeptierte ich diesmal die Windeln und es war mir auch nicht unangenehm am Abend gewickelt zu werden. Später brachte meine Mutter mir auch bei, wie ich mir selber die Windel anlegen konnte. Beim zweiten mal wurde von meinen Eltern auf Peinlichkeiten verzichtet. So wurde ich erst gewickelt wenn ich ins Bett musste und nicht wie beim ersten Mal vor dem Abendessen, egal wer noch bei uns war. Auch durfte ich morgens die Windel selbst abnehmen und musst nicht warten bis meine Eltern dazu "gekommen" sind.

schnulliboy
20.07.2010, 09:15
Hallo! :baby003:

Da dieser Thread interessant klingt, dachte ich als nicht DL/Inko, schau doch mal rein.
Ich finde auch, daß die Kernfrage absolut berechtigt ist und habe die bisherige Diskusion mit Interesse verfolgt.
Vor kurzem gab es auch bei mir einen urologischen Befund und nach medikamentöser Therapie scheint die Sache ausgestanden zu sein.
Auf jeden Fall stand damals für mich die Frage, wie es weitergeht, bzw. weitergehen könnte, ob es irgendwann Windeln werden MÜSSEN! Dazu will ich Euch sagen, daß ich Angst davor hatte! Ich könnte es mir einfach nicht vorstellen, alles in eine Windel zu machen und vieleicht ewig damit herumzulaufen und eventuell zu stinken! Versteht mich nicht falsch, ich habe Verständnis für alle DL - Ihr werdet schon wissen, wie Ihr das handhaben könnt!
Wenn es durch Inkontinenz nicht anders geht, dann ist es so und fertig! Dann steht nicht die Frage, ob es einem gefällt oder nicht, ob es peinlich oder unangenehm ist! Aber dann kann man auch offen dazu stehen und eventuelle Blicke anderer können einem egal sein! Krankheit ist Krankheit. Das versteht dann auch jeder! Sicher wird der Betroffene lernen müssen, damit umzugehen. Aber das ist mit vielen anderen Dingen auch so, der Vergleich mit einer Brille ist wirklich gut - ich bin Brillenträger! Natürlich war es früher ohne Brille schöner, jetzt ist es umständlich , auch manchmal hinderlich, aber ich kann was sehen! :)
In wieweit sich aus der Notwendigkeit ein Gefallen entwickeln kann, mag ich nicht zu beurteilen, denkbar wäre es.

LG!

stephi1985
20.07.2010, 10:17
Also als allererstes möchte ich sagen, dass ich hier angemeldet bin, weil ich manchmal sehr wohl ein gutes, schönes Gefühl dabei habe, Windeln zu tragen.

Ich bin Inkontinent. Genauer gesagt habe ich eine Dranginkontinenz. Das bedeutet, dass ich plötzlich sehr dringend auf die Toilette muss, und es oft nicht rechtzeitig dorthin schaffe.

Nun ist es so, dass meine Inkontinenz nicht immer gleich stark ausgeprägt ist. Circa zwei Drittel der Zeit muss ich (Dranginkontinztypisch) sehr häufig aufs Klo so ungefähr jede halbe Stunde, und verliere dementsprechend auch nur wenig Harn auf einmal. Dann reichen mir Einlagen aus. Diese sind für mich ein ganz normales Hilfsmittel, ich bemerke sie im Alltag kaum, und wenn sie unangenehm Nass sind, dann kann ich sie in 20 Sekunden wechseln. (das ist die Phase in der ich manchmal einfach so zum Spass eine Windel anziehe und diese auch geniessen kann)

Anders jedoch in den ca eineinhalb Wochen im Monat (das hat eindeutig etwas mit meiner Regel zu tun - kennt das noch jemand, dass sich die Inkontinenz während der Regel verändert?)
Da muss ich nicht oft aufs Klo, meistens so ca alle drei bis vier Stunden, und wenn ich muss dann läuft es sofort. Das sind dann Mengen, die von einer Einlage einfach nicht mehr auf einmal aufgenommen werden können. Da benötige ich dann Windeln. Das finde ich meistens die ersten ein bis zwei Tage ganz in Ordnung, und dann fängt es für mich an immer nervender zu werden. Das Wechseln braucht relativ lange, es ist mir manchmal peinlich mir auf irgendeiner öffentlichen Toilette die raschelnde Windel zu wechseln. Im Sommer kann das unglaublich heiss sein, und ich geh mich oft duschen, um mich nicht grauslich zu fühlen, und dass braucht auch immer seine Zeit.
Dann finde ich auch das Wort Windel irgendwie erniedrigend (kennt jemand ein anderes gutes Wort dafür? Inkontinenzslip find ich nämlich auch nicht viel besser..:-)

Dann, ein paar Tage nachdem das wieder vorbei ist, und ich Windeln nicht mehr tragen muss, sondern kann, weiss ich wieder, warum ich hier angemeldet bin:-)

Lg Stephi

Dante2004
20.07.2010, 11:55
Hallo,

Ich habe nichtorganische Enuresis, d.h. dass ich fast jede Nacht in das Bett mache,
aber auch mal Unfälle am Tag habe.

Da ich als Beruf Krankenpfleger war, waren Windeln für mich etwas ganz
normales wie eine Brille eben auch.
Na gut, machmal hat es auch Spaß gemacht eine junge Frau zu wickeln,
und die Windel war sehr schön weich und es gab manche Witze unter Kollegen
aber das war es dann schon.
Von meinen zum Teil auch jungen Patienten um die 20 - 25 J. mit Windeln hat
nie jemand etwas gesagt von schönen Gefühlen.
Natürlich hatte ich Kolleginnen ,die auch kleine Einlagen von Station
während ihrer Tage getragen haben oder Windeln mit nach Hause nahmen
oder bei der Nachtwache alleine auf Station welche getragen haben.
Aber das galt halt dann auch als Hilfsmittel.

Das mit den schönen Gefühlen dabei habe ich erst gemerkt,
als ich selber Windeln getragen habe.

Damals dachte ich noch ich sei der einzige Mensch auf Erden,
der sich in seine Kindheit zurückversetzt fühlt und das toll findet.
Das Internet war zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen ( BTX, Datext J ).

Mit der Zeit wurde aus der Last eine Lust.
Wahrscheinlich auch weil ich Windeln immer mehr wegen meiner Erkrankung brauchte,
und für mich eine Lösung brauchte damit umzugehen.
Aus der Altenpflege kannte ich, dass Erwachsene wie kleine Babys
behandelt werden und nun wußte ich auch warum.
Das Gefühl Windel zu tragen und Baby zu sein ist fast gleich,
genau wie die Arbeit einer Mutter oder Krankenschwester.

und wenn man erstmal die ganzen Sätze von der Moral und Erziehung aus dem
Kopf hat, dann bleibt ein tolles Gefühl.
Natürlich rede ich auch mit keinen vom Gesundheitswesen darüber.
Wichtig ist, dass ich die Windeln wirklich brauche,
welche Gefühle ich dabei habe ist meine private Sache.
Aus der Last eine Lust zu machen war für mich die Lösung,
auch psychisch damit klar zu kommen,
als Erwachsener wieder Windeln zu tragen.

Ich habe vor 21 Jahren meine erste Windeln getragen und seit 13 Jahren
nachts immer und oft am Tag,so kann ich nun mit 40 Jahren, gar nicht
mehr so scharf trennen zwischen Last und Lust,
aber es bleiben die Gefühle von Sicherheit, Geborgenheit
und Sexualität, die einfach toll sind.

herzliche Grüße
Dante

heistein
20.07.2010, 12:14
Original von stephi1985

Dann finde ich auch das Wort Windel irgendwie erniedrigend (kennt jemand ein anderes gutes Wort dafür? Inkontinenzslip find ich nämlich auch nicht viel besser..:-)

Lg Stephi

ich nenne die Dinger gern mal Funktionsunterwäsche. Ist im Alltagsgebrauch aber sicherlich ein zu langes Wort...

Berner-Sennenhund
20.07.2010, 13:24
Hallo

Ich möchte mich mal zwischendurch melden.
Vielen Dank für Eure interessante Antworten.
Daß mir in so kurzer Zeit so viele Personen auf meine Frage schreiben, hätte ich nicht gedacht. Ich freue mich sehr darüber :) .

Den Vergleich mit einer Brille habe ich daher gewählt, weil eine Brille von Allen/von der Gesellschaft als ein ganz normales Hilfsmittel akzeptiert wird.
Bei den Windeln/Inkontinenzslips ist es meiner Meinung leider noch nicht soweit.
Ich finde, es wird teilweise immer noch tabuisiert, Inko-Hilfsmittel zu tragen.

Bernd 6770

Hajoe
20.07.2010, 14:07
Hallo Bernd,
Als ich vor bald 10 Jahren von heute auf morgen ohne ersichtlichen Grund inkontinent geworden bin war das für mich eine Katastrohpe. Mit Medikamenten wurde ich nicht dicht und diese hatten schwere Nebenwirkungen.

Mein Gedanke "Ich doch nicht" als ich erstmals Windeln und Gummihosen angezogen habe. Nach nur kurzer Zeit habe ich mich an meine Hilfsmittel gewöhnt.

Heute bin ich ein inkontinenter DL der sich ein Leben ohne Windel nicht mehr vorstellen kann. Ich weiss aber auch dass ich bis zu meinem Lebensende diesen Schutz brauchen werde.

Deshalb meine Devise :na_und?: make the best of it

Hajoe

gulie
13.11.2010, 10:35
also ich finde, Windeln sind ein ganz normales Hilfsmittel. Mitleid ist hier fehl am Platz. Man kann es lernen, ganz normal damit umzugehen, zumal selbst eine Windelpackung mit Gummihose drüber heutzutage unter der normalen Kleidung kaum noch auffällt. Demütigend wird es erst, wenn Leute, die es wissen, dies aus irgendeinem Grund ausplaudern oder Fremde vielleicht doch ein Stück herausschauende Gummihose gesehen haben... Die evtl. daraus folgende Demütigung in Form von Mobbing im Job oder Stress im Freundeskreis sind meines Erachtens Ausdruck jämmerlicher Intoleranz.
Niemand sollte sich wegen eines Handicaps schämen oder verstecken müssen...

Lebensinsel
13.11.2010, 12:51
Guten Tag,

ich glaube, dass Windeln an sich als Hilfsmittel schon akzeptiert sind. Der Hauptgrund, warum Erwachsenenwindeln in den Dunstkreis des Tabus eingeordnet werden, ist wohl, dass im Allgemeinen nicht über menschliche Ausscheidungen gesprochen wird, obwohl sie das normalste der Welt sind.

Den meisten Leuten ist es unheimlich peinlich, darüber zu reden. Warum das so ist, müsste man mal ergründen. Möglicherweise hängt es damit zusammen, weil wir bei der Verrichtung dieser Tätigkeit alle gleich sind. Alle Standesunterschiede brechen dabei in sich zusammen, und selbst die noch so elitären Hoheiten können sich in dem Punkt nicht rühmen, etwas besseres zu sein als alle anderen.

Einen schönen Tag noch
Lebensinsel

tanja1
15.11.2010, 06:48
Hi Leute

Von einem Verkäufer im Inkobereich habe ich mal den Vergleich gehört: "Windeln sind ein Hilfsmittel, wie jedes andere auch. Wenn ich Augenprobleme habe trage ich eine Brille; wenn ich Hörprobleme habe trage ich ein Hörgerät, wenn ich Blasenprobleme habe trage ich eine Windel." Diese Gedanken gebe ich heute jeweils Patientinnen mit, die Probleme haben, Einlagen, Vorlagen oder gar Windeln tragen zu müssen. Und er kommt meistens sehr gut an. Zumindest innert kürzester Zeit denken die meisen Patientinnen so und nutzen Windeln als Funktionsunterwäsche, wie ein Vorschreiber erwähnt hat. Windeln tragen zu müssen kann doch keine Demütigung sein. Die Enttabuisierung dieses Themas sollte viel schneller vonstatten gehen.

Güsschen Tanja

Pamlover
15.11.2010, 16:02
Windeln und das Windeltragen sind im Prinzip keine Demütigung, weder als AB/DL/TB/AC, noch als Inko.
Sie können aber demütigend werden, wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist (alte Sauberkeitserziehungswerte nicht verwirft) oder wenn man sich Leuten zeigt oder mitteilt, die kein Verständnis haben, sehr intolerant oder sehr oberflächlich sind.
Das "sich vielen Menschen so nicht zeigen können" ist das Hauptproblem der Inkos, weswegen lindernde Medikamente einen höheren Stellenwert haben, als stärkere Hilfsmittel im Sinne von dickeren Windeln.

Wenn jemand gezwungen ist, Windeln zu tragen, ist das demütigende normalerweise erst gegeben, wenn ein anderer Dich deswegen verspottet oder abwertet.
Und auch dann ist es doch wieder eher auf die "unfähigkeit Urin zu halten" oder den "psychischen Drang Windeln tragen zu wollen/müssen" (je nach Fall) zu schieben, als auf die Windel selbst.

Leute die schon immer es selbst als demütigend empfanden, Windeln zu tragen und nicht dran gearbeitet haben (daran arbeiten wollten), dieses Gefühl abzulegen, werden mir jetzt widersprechen.

Aber wenn es als demütigend empfunden wird, ist es manchmal auf Mittel zum Zweck.
Ich erinnere hier an die SM-Szene, wo die Windeln gewollt genau diese Demütigungsfunktion einnehmen.

reeze
16.11.2010, 00:05
Windeln sind sehr hilfreich; erleichtern das Leben: Auch Menschen, die nicht behindert sind, könnten davon profitieren, wenn um diesen Gegenstand nicht so ein Tamtam gemacht würde.

Im Zusammenhang mit der Sauberkeitserziehung werden die Windeln zum Knackpunkt!

Die Mamis lassen das Kind spüren, dass Windeln nur etwas für Babies seien. Die Mütter nutzen es aus, dass die Kleinen in dem Alter keine Babies mehr sein wollen.

Baby zu sein, Windeln tragen zu müssen, wird in dem Zusammenhang negativ geprägt und es ist diskriminierend gemeint.

Bettnässern wird gedroht, wieder in Windeln gesteckt zu werden, wenn es noch mals passiert. Die Windel ist da als Strafe gedacht und nicht als Hilfsmittel.


Wie tief diese Erziehung in den Menschen drin steckt, sieht man manchmal an den Reaktionen, wenn jemand der Windeln tragen muss geoutet wird.

Das Programm läuft bis ans Lebensende: Wenn die so erzogenen Kinder dann einst alt sind und Windeln als zweckmässiges Hilfsmittel nutzen könnten, dann sträuben sie sich mit Händen und Füssen, so ein Ding verpasst zu bekommen, weil sie doch kein Baby mehr seien und das als Demütigung erleben… Mit eiserner Disziplin zwingen sie sich nachts mehrmals raus auf die Toilette und irgendwann plumpsen sie zu Boden, brechen sich den Oberschenkelhals und landen als Pflegefall im Krankenhaus, kriegen einen Katheter verpasst

MaBreHem2
19.11.2010, 21:57
Hallo Bernd6770,

ich trage seit meiner Geburt nachts und auch tagsüber Gummihosen und Stoffwindeln. Ich hatte meine Blase noch nie zuverlässig unter Kontrolle. Wenn ich merke, daß ich auf die Toilette muß, ist es manchmal auch schon zu spät und die Hose (besser gesagt: die Windel) ist naß.

Für mich sind Gummihose und Windel Hilfsmittel, um am "normalen Leben" überhaupt teilnehmen zu können - wie meine Brille auch. Demütigend würde ich es finden, wenn ich plötzlich im Büro oder in der Öffentlichkeit mit einer nassen Hose stehen würde. Dann doch lieber eine nasse Windel. Ich nenne sie übrigens auch so.

Einige Freunde und wenige Kolleg(inn)en wissen von meinem Problem. Ich gehe damit zwar nicht "hausieren", stehe aber - wenn es die Situation erfordert - dazu, daß ich ein "Auslaufmodell" bin.

Viele Grüße

MaBreHem

lunerouge
19.11.2010, 23:47
windeln = folge von versagen von dem "was sich gehört" **) ab N=x jahre
einfache gleichung
der rest ist subjektiv & projektion & (verinnerlichte oder ausgeführte) sanktion

**) was natürlich auch bei jedem anders ist, wo es aber doch sowas wie "common sense" zu geben scheint obs einem passt oder nicht - wie überall

Kvetinka
20.11.2010, 13:03
Hi,

Windeln bezeichne ich auch als solche. Die Schwester bat ich um eine Höschenwindel für mich (Pampers für Erwachsene), wo ich mir dann eine lila Nachtwindel im Hilfsmittellager der Urologiestation der UK Göttingen aussuchte.

Später bat ich um Flockenwindeln, als der Vorrat im Windelschrank auf dem Krankenzimmer aufgebracht war.

LG Klein Jasmina

luvs_girl
08.12.2010, 02:18
Musste lernen zu akzeptieren. Normale Unterwäsche tragen können wäre aber schon richtig cool. Das was hier viele mit den Windeln machen (sie für eine gewisse Zeit zu tragen), mache ich dann eben mit Unterwäsche. Vorallem nach einer detrusor-contraction (deutsch?) kann ich es mal für 30min oder so...

smu
08.12.2010, 15:05
Original von luvs_girl
derusor-contraction (deutsch?)
Austreiberkontraktion.

Keine schöne Übersetzung, aber da es sich um einen recht fach-spezifischen Begriff handelt, kaum besser möglich.

Gemeint ist der musculus detrusor vesicae, also der Austreibermuskel der Harnblase.

Pamlover
08.12.2010, 18:20
Ja, der reine Hobbyträger trägt nur ein paar Stunden pro Tag, pro Woche, pro Monat oder pro Jahr Windeln, im Normalzustand keine.
Da macht es dann auch nichts, wenn sie mal ein bisschen scheuert, wenn es mal zu nass wird oder zuviel Wärme im Schritt verursacht.

Mit Inkontinenz dreht sich´s um. Normalerweise hat man immer eine Windel an.
Damit es keine gesundheitlichen Folgen gibt, sind ein höheres Maß an Hygiene, ggf. an Cremes und natürlich an Belüftungszeiten nötig.
Nur so wird man auch eine ggf. entstandene Windeldermatitis oder einen Pilz los, bzw. beugt dem vor.
Beides Dinge die bei 24/7 in Windeln auftreten können.

Die Intimzone freut sich dann, wenn man mal ne halbe Stunde ohne Windel (am besten wirklich nackt untenrum durch die Wohnung) läuft.
Blöd, wenn man dann doch mal was zum Aufwischen hat, aber es ist dennoch sehr ratsam.

Aber das ist auch nichts neues. Das macht man bei Babies und Kleinkindern quasi schon immer so.

Selbst mit Fetisch kann es so auch schön sein, mal keine Windel zu tragen.

Kvetinka
08.12.2010, 19:29
Muss doch meinem Spanner Nachbarn was zu glotzen bieten, wenn ich ganz ohne durch die morgentlich beleuchtete Wohnung renne.

luvs_girl
09.12.2010, 02:36
Original von smu

Original von luvs_girl
derusor-contraction (deutsch?)
Austreiberkontraktion.

Keine schöne Übersetzung, aber da es sich um einen recht fach-spezifischen Begriff handelt, kaum besser möglich.

Gemeint ist der musculus detrusor vesicae, also der Austreibermuskel der Harnblase.

Aber wir beide meinen auf jeden Fall das gleiche. Das ist ja schon mal was... *gg*

@ Pamlover: Ja genau! Gibt nichts schöneres nach einer abendlichen Dusche die Haut einfach wieder mal atmen zu lassen. Tue ich das nicht kriege ich überall rote Flecken die ganz schön schmerzen.

@ adriaperla: Na du hast ja vielleicht Nachbarn! :D

reeze
09.12.2010, 15:43
Zitat: …musste lernen zu akzeptieren.

stimmt. Hatte ich ganz verdrängt, dass das mal ein Thema war. Es war eine spezielle Erfahrung "in der verkehrten Richtung unterwegs" und ich war sogar ein bisschen stolz darauf, diese Hürde gemeistert zu haben. Wie gross die Hürde ist, hängt mit der Erziehung zusammen.

Pamlover
09.12.2010, 21:19
Achso, wegen der Übersetzung:
Hier würde man einfach schreiben "...wenn sich meine Blase zusammenzieht".

"Kontraktion des Detrusormuskels".

Gemeint wird dabei der Blasenmuskel sein, der sich zusammenzieht und so für´s Entleeren sorgt.

@adriaperla: Ich hoffe Du bietest Deinen Nachbarn immer eine gute Show. ;-)

TenaTim
12.12.2010, 11:21
Original von luvs_girl
Musste lernen zu akzeptieren. Normale Unterwäsche tragen können wäre aber schon richtig cool. Das was hier viele mit den Windeln machen (sie für eine gewisse Zeit zu tragen), mache ich dann eben mit Unterwäsche. Vorallem nach einer detrusor-contraction (deutsch?) kann ich es mal für 30min oder so...

Das funktioniert bei mir auch so. Nach einer heftigen Kontraktion ist dann für 30-40 Minuten Ruhe. In der Zeit lasse ich dann auch gern die Windel weg. Blöd ist dann nur, wenn man denkt, jetzt könnte ich ja schnell noch den Briefkasten leeren oder beim Bäcker um die Ecke ein Brot holen oder so was, was normalerweise schnell geht. Bei mir ist es dann schön öfter vorgekommen, dass ich da einfach nicht dran gedacht habe, dass ich besser wieder was drummachen sollte, ehe ich rausgehe. Wenns dann passiert, ist es natürlich mega blöd. Und viel peinlicher als das Hilfsmittel.
Grüße, Tim

luvs_girl
12.12.2010, 16:39
naja raus gehe ich nie ohne eine pants. da wäre mir das risiko dann doch zuuuuu gross. also... briefkasten ist noch ok, aber das grundstück verlasssen ist dann schon etwas zu viel risiko.

TenaTim
15.12.2010, 10:38
Original von luvs_girl
naja raus gehe ich nie ohne eine pants. da wäre mir das risiko dann doch zuuuuu gross. also... briefkasten ist noch ok, aber das grundstück verlasssen ist dann schon etwas zu viel risiko.

Ich bin manchmal etwas verträumt bzw. mit den Gedanken woanders und denk dann nicht dran. Jedenfalls als es mir das letzte Mal so passiert ist. Der Autositz musste es ausbaden. Aber es gibt ja zum Glück Febreze.

Tim

Philip
15.12.2010, 19:16
Also,
jetzt bin ich über 3 Wochen "fast" 24/7 in meinen Gummiwindelhosen:
So läuft das ab ...:
- Abend: Stoffwindeln, Gummihosen - Pipi, so viel wie eben passiert ...
- Morgen: Gummiwindelhosen (nass ... nass ...) ausziehen --- dann ein paar saftige Pritsche mit dem Lederriemen ... --- Duschen
- Stoffwindeln/Trainingpants und Gummihosen anziehen (alles dich?t!)
- Untertags: "Überfüllung" der Tagespackung vermeiden, d.h.
- Zwischendurch "normale" WC-Nutzung (nebenheraus pinkeln und mit heruntergezogenem Paket "Groß-machen" ...)
- Heimkommen, alles kontrollieren, Gummiwindelhosen ausziehen, Nulli und Popo waschen/sauber machen und alles mit Saubertüchern reinigen, wieder eincremen, ggf. WC ....
- Dickes Gummiwindelhosen - Paket (wie oft beschrieben)
- Schnuller ...
und GUTE NACHT ...
PS: Ich mach das jetzt mal so weiter ...

Flocke2007
16.12.2010, 00:38
Die Antwort ist ganz einfach - ja..Sorry für diese fade Antwort, aber was muss, das muss. Insofern arangiert man sich halt damit. LG, Flocke.

reeze
16.12.2010, 09:06
@Flocke: Man kann nicht mit "Ja" auf eine entweder-oder-Frage antworten.

Also "Ja" was jetzt?

und wieso?


@Philip: hallo inko? Klingt eher wie: "ich mach einen Rekordversuch mit mir selber" was du beschreibst. Die Frage war ob es für dich ein Hilfsmittel sei oder eine Demütigung… Also ein Hilfsmittel um dich selber zu demütigen? Vielleicht ein anderes Kapitel in diesem Forum.

Nörgel

ilw2003
17.12.2010, 18:23
Mir gefällt der Spruch 'Was das Tempo für die Nase, ist die Windel für die Blase' sehr gut, den irgend jemand hier im Forum als Signatur verwendet. Es wäre schön, wenn eine Windel genau so normal als Hilfsmittel gesehen würde, wie ein Taschentuch.
Ich bin mittlerweile so weit, dass ich im Sanitätshaus die gewünschten Hilfsmittel ohne rot zu werden bestellen kann. Das hat zwar lange gedauert, aber nun sehe ich es schon fast so normal wie die Verkäuferinnen. Und irgendwie brauche ich die Hilfsmittel ja auch wirklich.

Liebe Grüße,
ilwy

miki
17.12.2010, 20:50
Original von ilw2003
Es wäre schön, wenn eine Windel genau so normal als Hilfsmittel gesehen würde, wie ein Taschentuch.


das wird erst dann der fall sein wenn man ueber den po und sonstwas ebenso selbstverstaendlich spricht wie ueber die nase ...

PAMPERS34
02.01.2011, 17:12
hi ich trage nun seit 36 meine windeln und ich bin seh rzufrieden damit gut es kommt auch immer darauf an aob man sich damit anfreunden kann windeln zu tragen und ich habe mich damit voll und ganz angefreundet ich will auch nicht mehr ohne pampers sein .

lg vom windelbaby lilli aus wangerooge

babyralf
08.01.2011, 08:36
Hallo zusammen,

das Windeln eine Demütigung sind kann ich für mich nicht sagen. Früher habe ich die Windeln immer nur freiwillig getragen weil ich dies wollte. Heute ist es so das ich aus krankheitsbedingten Gründen (Enureses) nachts immer auf Windeln angewiesen bin. Damit habe ich aber kein Problem. Mir sind nasse Windeln tausendmal lieber als nasse Betten. Ich habe mich vor ca 1 Jahr sogar dazu durchgerungen meinem Arzt von den Problemen zu erzählen (Ist ja sein Job Krankheiten zu behandeln) Seitdem bekomme ich meine Windeln sogar von der Krankenkasse erstattet. :feuerflummi: :feuerflummi:
lg vom Windelbaby aus Berlin

Pampers636
22.01.2011, 17:58
das Windeln eine Demütigung sind kann ich für mich nicht sagen. Früher habe ich die Windeln immer nur freiwillig getragen weil ich dies wollte. Heute ist es so das ich aus krankheitsbedingten Gründen (Enureses) nachts immer auf Windeln angewiesen bin. Damit habe ich aber kein Problem. Mir sind nasse Windeln tausendmal lieber als nasse Betten.

Ist bei mir identisch. Ich habe früher Windeln eigentlich ganz toll gefunden, dann aber mit ca. 17 Jahren eine Stoffwechselstörung bekommen (ging mir da sehr schlecht). Nach zig Abklärungen im Krankenhaus wurde ich dann entlassen mit der Diagnose einer "seltenen" Störung (ich habe dadurch immer wieder "Schübe" mit einem hohen Billirubinspiegel - knallgelbe Augen, extreme Müdigkeit, etc.). Die einzige Massnahme, die ich selbst entdeckt habe ist am Abend ca. 0.5-0.8 Liter Flüssigkeit zu mir zu nehmen. Der Haken daran ist, dass ich nicht Aufwache wenn meine Blase voll ist. Das Zweite Problem ist, dass ich es wenn ich muss nicht so lange halten kann z.B. ist da Stau ein Problem.

Gut an einer Windel als Hilfsmittel:
- Es ist eine riesen Erleichterung
- Mit der Zeit gewöhnt man sich daran

Schlechtes an einer Windel:
- Bei einer Exkursion ist das teilen eines Hotelzimmers immer eine riesen Gefahr das es mein Zimmerkamerade mitbekommt.
- Man kann nicht darauf verzichten, im Sommer ist das oft gar nicht lustig

LittleLeonie
25.02.2011, 14:28
Ja, im Sommer schwitzt man sich dumm und dämlich, mit Windeln tragen....... allerdings, und wenn es andere mitbekommen, finde ich es auch peinlich, da muss ich Pampers636 Recht geben......

Ansonsten sind Windeln ein Hilfsmittel, denn er kann schon was dafür, die zu brauchen. Mich haben die Windeln durch viele Krisen begleitet.

HudsonBoy
06.03.2011, 16:29
Also Windeln tragen zu MÜSSEN - das empfinde ich schon als demütigend.
Zumindest dann, wenn jemand anderes es mitbekommt...

Als ich vor einiger Zeit nachts immer wieder "nasse Phasen" hatte, bei denen ich nunmal dann auf Windeln angewiesen war, empfand ich das als demütigend mir selbst gegenüber. Auch wenn niemand es mitbekommen hat.

LittleLeonie
07.03.2011, 18:57
Also ich empfinde es nicht als Demütigung, weil es hat ja bei mir immer geholfen. Ich sage schon, man kann nichts dafür, wenn man sie trägt, weil man krank ist.
Ich akzeptiere jeden so, wie er ist.

janbaby
07.03.2011, 19:35
Kuckuck,

ich erlebe zur Zeit mal wieder eine intensive Windelzeit, bin rund um die Uhr gewickelt und es ist total wunderbar.
Ich bin nun den Rest der Woche beruflich unterweg und die halbe Reisetasche ist vollgestopft mit Wickelmaterial, das beruhigt.

Eine Demütigung wäre es, sie nicht mehr tragen zu dürfen.

Gruß,
Janbaby :danke: :regenbogen:

pinky
08.03.2011, 09:50
Original von LittleLeonie
Also ich empfinde es nicht als Demütigung, weil es hat ja bei mir immer geholfen. Ich sage schon, man kann nichts dafür, wenn man sie trägt, weil man krank ist.
Ich akzeptiere jeden so, wie er ist.

Hi,
Das stimmt sicherlich - es entsteht nur immer wieder ein komisches Gefühl, wenn man nicht nur inko ist, sondern gleichzeitig eben noch AB. Ich kenne das Dilemma gut - besonders Urologen haben ein seltsames Talent dafür, dass man sich irgendwie gedemütigt fühlt. Ich habe es mal erlebt, dass einer beim Ultraschall, als er meine Windel sah, ganz doof fragte: Ja, was haben wir denn da? Glaubt mir, ich hätte ihn am liebsten geohrfeigt...
LG
Pinky :boxen: :boxen:

Kvetinka
08.03.2011, 11:21
Original von pinky
Ich kenne das Dilemma gut - besonders Urologen haben ein seltsames Talent dafür, dass man sich irgendwie gedemütigt fühlt. Ich habe es mal erlebt, dass einer beim Ultraschall, als er meine Windel sah, ganz doof fragte: Ja, was haben wir denn da?

Hallo Pinky,

bei mir hatte mal ein Urologe aus wunden Stellen geschlossen, dass ich Windeln aus Fetischgründen tragen würde, und hat dann gleich bei meinem Ex-Therapeuten angerufen.

Meine Frauenärztin reagierte da professioneller und schrieb mir eine Ringelblumensalbe auf.

Vor der Harnröhren OP an der UK Göttingen trug ich auch eine Windel. Selbstverständlich wecke mich morgens mein "Lieblingspfleger". Den Schnuller hatte ich da schon weggepackt.

LG Jasmina

klopfer
08.03.2011, 13:09
Original von adriaperla

bei mir hatte mal ein Urologe aus wunden Stellen geschlossen, dass ich Windeln aus Fetischgründen tragen würde, und hat dann gleich bei meinem Ex-Therapeuten angerufen.



Also ich finde, manchmal kann man auch 2 Stunden auf den Fetisch verzichten und sich so ne Menge Peinlichkeiten ersparen...

Oder ist die Demütigung nicht manchmal Teil des Fetisch?

BTT: Also ich finde Windeln keine Demütigung, denn als Inko gibt es heute auch andere Hilfsmittel die man häufig nutzen kann, wenn man keine Windeln tragen möchte. Für Männer z.B. Kondomurinale. Oder Analtampons...
Wenn jemand halt mit Windeln besser klar kommt, dann ist es halt so. Und man kann froh sein, dass es heute solche Hilfsmittel gibt.

Kvetinka
08.03.2011, 13:13
Original von klopfer
Also ich finde, manchmal kann man auch 2 Stunden auf den Fetisch verzichten und sich so ne Menge Peinlichkeiten ersparen...


Ich hatte beim Arzt tagsüber keine Windel getragen, aber wunde Hautstellen!

Xaver
09.03.2011, 08:13
Sind Windeln ein ganz normales Hilfsmittel oder ist Windeltragen"müssen" eher Demütigung
Wenn ich die Thread-Frage sehe, finde ich das schon irgendwie etwas befremdlich.
Wenn jemand inko ist, muss er sich gegen negative Auswirkungen schützen.
Das kann ein Kondomurinal sein, Analtampons, Einlagen, Vorlagen, Pants, Windeln (Slips). Was hat das mit Demütigung zu tun???
Man wählt das Mittel, das einen/eine am besten und Angenehmsten schützt. Mit dem man sich einfach am Wohlsten fühlt.
Frauen bekommen auch jeden Monat ihre Tage und müssen "Hilfsmittel" tragen, Binden oder Tampons. Das ist doch nix anderes. Und ich kenne kein Mädel dass sich deshalb "gedemütigt" fühlt...

Gruß, Xaver

cassandra
09.03.2011, 10:08
Original von Xaver
...
Frauen bekommen auch jeden Monat ihre Tage und müssen "Hilfsmittel" tragen, Binden oder Tampons. Das ist doch nix anderes. Und ich kenne kein Mädel dass sich deshalb "gedemütigt" fühlt...

Gruß, Xaver

Nichts gegen dich, Xaver, aber ich glaube, in Punkto Regelblutung können Männer einfach nicht mitreden. Sorry. So wie ein Nichtinko bei Inko nicht mitreden kann. ;)

Fakt ist, dass ich Jahre gebraucht habe, bis ich meine Tage akzeptieren konnte. Ich habe mich als Teenie sehr wohl geschämt und erst die ersten Jahre nur Binden getragen, weil ich vor Tampons höllisch Respekt hatte und nicht genau wusste, wie das gehen soll und ob ich die wieder rauskriege etc. Jedesmal, wenn ich meine Tage hatte und eine Binde trug, hab ich mich sauunwohl gefühlt und dachte, jeder sieht, dass ich eine Binde trage. Hätte mich am liebsten verkrümelt und hatte auch noch Regelschmerzen dazu (heute auch noch, aber nicht mehr sooo schlimm). Ich fand es damals demütigend!

Und ich kann mich erinnern, wie ein Mädel in der Realschule rot ausgelaufen ist während des Unterrichts. Sonst war sie immer so cool, aber da ist sie total fertig gewesen und wurde auch gehänselt. Ihre ganze Jeans war vorn rot.

:leute:

Xaver
09.03.2011, 10:36
Naja, im Teeniealter mag das schon sein (hatte meine Ex mit 16 auch, schämte sich vor mir wegen ihrer Binde, bis ich ihr erklärt habe, dass mir das nichts ausmacht, seitdem hatte sie damit keine Probleme mehr) , bei erwachsenen Frauen kenne ich das überhaupt nicht.

Regelschmerzen und auslaufende Binden sind wieder was ganz anderes, das hat aber nichts mit dem Thema hier zu tun.

Natürlich binden Frauen und Mädels nicht jedem auf die Nase, dass sie gerade ihre Tage haben, genauso wenig offenbaren sich Inkontinente. Warum auch? Geht doch niemand was an.

Wenn das bei Dir (und anderen) natürlich doch der Fall ist (demütigendes Gefühl wegen der Binden), dann will ich nix gesagt haben, aber wie ich schon schribe: Kenne das so nicht von >20ern...

Gruß, Xaver

pinky
09.03.2011, 12:13
Vielleicht muss man hier jetzt auch ein wenig trennen:
Das eine ist die Tatsache ein Hilfsmittel, sei es nun eine Windel oder ein Katheder, zu benötigen - das fällt im "Normalfall" aber kaum jemandem auf und ist soweit auch kein Problem.
Aber es gibt eben gewisse SITUATIONEN wo es - meist durch die ungeschickte Reaktion von Leuten, die keine Ahnung von so was haben - zu Peinlichkeiten oder Demütigungen kommen KANN (nicht zwangsweise muss). Aber es gibt diese Situationen eben hin und wieder mal, dem einen begegnen sie öfter, dem anderen weniger - hängt vielleicht auch davon ab, wie sensibel man selbst auf so etwas reagiert. Wir sind ja alle nur Menschen und reagieren jeder auf seine Art eben menschlich ;-)
LG
Pinky

Xaver
09.03.2011, 12:39
Ist schon richtig, aber es geht eigentlich um das:

Sind Windeln ein ganz normales Hilfsmittel oder ist Windeltragen"müssen" eher Demütigung
Und mir ist nicht klar, wo da auch nur ansatzweise eine Demütigung liegen soll.

Eine Demütigung wäre für mich, wenn jedem Inko ein Schild umgehangen wird: "ich piss mir in die Hose" oder ähnliches. Eine Windel (die zudem kaum oder eher sogar gar nicht auffällt) zu tragen ist doch keine Demütigung.
Eine Demütigung setzt voraus, dass einer einen anderen minderwertig darstellt.

Ein "normales"Hilfsmittel ist eine Windel für einen Betroffenen, sobald er sich ans Tragen gewöhnt und für sich selbst die Inkontinenz akzeptiert hat.

Dass eine Erwachsenenwindel für den "Normalo" als normales Hilfsmittel anerkannt wird ist eine Frage der Aufklärung über das Thema Inkontinenz. Für eine Pflegekraft ist es sicher normal, für die meisten Menschen bis 50/60 Jahre abstrakt und "weit weg", kaum jemand setzt sich doch einfach so mit dem Thema auseinander und denkt drüber nach, wie sich jemand schützt, der seinen Urin und/oder Stuhl nicht mehr halten kann. Geschweige denn, dass er womöglich jemand kennen könnte der da so ein Problem hat.

Gruß, Xaver

pinky
09.03.2011, 13:39
Klar, das Windeltragen an sich , ist natürlich keine Demütigung -
es ist erstmal einfach nur eine Tatsache, die man ohne Werturteil sehen kann -
zur Demütigung wird es erst, wenn andere es merken und dann NEGATIVE Werturteile fällen - blöde Sprüche bringen, wie "Mit Hosenpissern rede ich nicht" oder etwas derartiges, was unter Jugendlichen mal schnell der Fall sein kann - unter Erwachsenen aber eigentlich nicht vorkommen SOLLTE.
Aber auch da gibt es Leute die oft ganz unbewußt Dinge von sich geben, die einen kränken können, ohne das derjenige es bemerkt. Ich hab das mal erlebt im Bekanntenkreis wo einer der Marktforschung betreibt erzählte, dass er für eine Windelfirma das Kaufverhalten testete. Und dass er festgestellt hat, dass es da eben Kunden gibt, die nicht altersschwach und über achtzig sind, sondern viel jünger und davon gar nicht wenige - (ich schöpfte schon Hoffnung, dass das Thema mal offen auf den Tisch käme) - weiter kam er aber gar nicht, denn er wurde total bissig von einer anderen Bekannten, die so um die fünfzig (Karrierefrau, sehr korrekt) ist abgebügelt die ihm unfreundlich an den Kopf warf: "Ach, das ist doch völliger Blödsinn! Windeln sind doch was für alte Leute die Bettlägrig im Altenheim liegen. Da hat von uns doch keiner was mit zu tun." Er versuchte noch mal zu erklären, dass dem nicht so sei und dass es diverse Gründe gäbe Windeln zu tragen, da ist sie ihm fast ins Gesicht gesprungen, dass sie von diesem Quatsch nichts wissen wolle und dass seine Marktforschung doch recht zweifelhaft sei. Was sie da hörte passte nicht in ihr Weltbild, darum hat sie es als nicht-existent abgetan. Ich war nur zu froh, dass ich den Mund zu dem Thema gehalten habe... :fisch:
LG
Pinky

marcel16
09.03.2011, 14:32
hallo möchte auch was dazusagen ich trage schon immer inkosiips ,momentan von param komme damit gut zurecht man gewöhnt sich daran :)

Kvetinka
09.03.2011, 16:16
Original von pinky
Was sie da hörte passte nicht in ihr Weltbild, darum hat sie es als nicht-existent abgetan. Ich war nur zu froh, dass ich den Mund zu dem Thema gehalten habe... :fisch:

Hallo Pinky und Fories,

das ist wohl eher die Anst vor der eigenen Verwundbarkeit und/oder Krankheit im Alter bzw. unaufgearbeitete Traumatisierungen aus ihrer eigenen Vergangenheit (sie selber oder angehöriger Bettnässer).

LG Jasmina

dercompu
10.03.2011, 06:48
Hallo Piky, Hallo @ All,

die Art, in der die Äußerung "abgebügelt" wurde legt bei mir den Schluss nahe, dass die gute Frau sehr großen Wert darauf legte, selbst nicht geoutet zu werden. Solche Art "Ignoranz" ist ja nicht ganz unbekannt unter Betroffenen. Wenn sie selbst noch am Anfang ihrer "Inkokarriere" stehen, dann weigert sich halt Alles in einem, das Faktum als solches zu akzeptieren (von "perversen Ausnahmen" einmal abgesehen *ggg*) - so fordert es ja auch die Gesellschaft.

Die Konsquenzen sind klar - wer dann betroffen ist, fühlt sich von der Gesellschaft ausgestoßen, minderwertig etc. - eine der Urschen für die emotionale Belastung, die viele Betroffenen nach der Diagnose / Erkenntnis Inko empfinden und die zum Rückzug und letztlich zur Vereinsamung führen.

on Topic - für mich als inko ist die Windel eine guter Unterwäscheersatz, nur wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin und sie mich necken möchte und die Tatsache ein wenig öffentlich macht - dann wird es schon zur Demütigung, wobei das mehr "spielerisch" passiert und ich überhaupt nicht auf "so was" stehe. Wenn allerdings mal "mehr" in der Windel ist und es wieder Erwarten auch in der Umgebung wahrnehmbar ist, dann ist es schon demütigend, sich unter Menschen auf zu halten, die etwas mit bekommen könnten - das vermeide ich allerdings wann immer möglich.

In diesem Sinne - macht's gut

Compu

Lotiolentus
11.03.2011, 12:02
Hallo und guten Tag,

einige, die hier von „Enttabuisierung“ schreiben, möchte ich mal fragen, ob sie nicht das Tabu gerade dann „hochhalten“, wenn sie nach einem „Ersatzbegriff“ für Windel suchen oder einen solchen verwenden?
Vielleicht ein hinkendes Beispiel: Eine Brille bezeichnet man doch auch nicht als „Sichtverbesserungsgerät“ , weil einem die Brille peinlich ist.

Gruß.
Lotiolentus

cassandra
11.03.2011, 14:41
Original von Lotiolentus
Hallo und guten Tag,

einige, die hier von „Enttabuisierung“ schreiben, möchte ich mal fragen, ob sie nicht das Tabu gerade dann „hochhalten“, wenn sie nach einem „Ersatzbegriff“ für Windel suchen oder einen solchen verwenden?
Vielleicht ein hinkendes Beispiel: Eine Brille bezeichnet man doch auch nicht als „Sichtverbesserungsgerät“ , weil einem die Brille peinlich ist.

Gruß.
Lotiolentus

Es hinkt gar nicht so sehr, aber du betrachtest es halt von deiner Seite aus. ;)

Mir war es schon als Kind peinlich, eine Brille tragen zu müssen und habe dieses Wort in meinem Wortschatz nicht haben wollen. Wo immer ich konnte, habe ich es nicht geschrieben oder gesagt und auch aufgepasst, es nicht hören zu müssen. Ich wurde als Kind schwer damit gehänselt. Das tat weh und verfolgte mich bis in meine Pupertät, wo ich dann anfing, die Brille abzusetzen, sobald ich aus dem Haus war. Und wie schrecklich war es für mich, diese wieder tragen zu müssen, als ich meinen Führerschein gemacht hab! Ich hab mich geschämt. Hab gehofft, dass die Leute nicht in den Rückspiegel schauen etc... Es steht leider in meinem Lappen drin aber in der Anfangszeit bin ich oft ohne gefahren. Gucken kann ich ja - bin Weitsichtig. Bin auch nur einmal erwischt worden. :D

Heute ist es so, dass ich sie akzeptiert habe, aber trotzdem nur da, wo es sein muss. Beim Autofahren!! Manchmal auch am PC, wenn meine Augen zu sehr meckern. Und mein Freund findet mich auch noch süss damit. hmpf...

lg cassi

LittleLeonie
13.03.2011, 22:59
Ich kann zwar bei Inkoninenz nicht mitreden, aber ich bin unterbeschäftigt in einer Behindertenwerkstatt und nicht die Einzige, die Windeln oder Vorlagen trägt. Ich habe dort Fortschritte gemacht und trage nicht mehr so oft Windeln. Es sind viele Leute dort, die Windeln und Vorlagen viel nötiger haben als ich. Während es bei mir psychisch ist, ist es bei anderen körperlich.

Ich habe versucht auf dem normalen Arbeitsmarkt eine Ausbildung und einmal angestellt sein versucht, fing dort an, Windeln zu tragen, weil es mich beruhigt. Es wurde mit Mobbing angefangen,weil ich erwischt wurde auch wenn ich trocken war. Beim 2. Versuch als angestellt im Blumengeschäft wurde ich bei Erwischen nach Hause geschickt oder bekam andere Sanktionen, fing dann an andere Fehler zu machen. :kaputtmach: und bekam immer zu hören solche Sätze wie:,,Halt die Schn**ze!" Oder: Ich wurde schon mal in den Keller geschickt, bekam zu Festtagen zB Ostern, Weihnachten & Geburtstag ,,Kitsch" geschenkt und bin irgendwann freiwillig gegangen.
Sie sagten immer, dass ich so lange alberne Geschenke bekommen würde, bis sich meine Bedürfnisse ändern zB, ich nicht mehr gewindelt werden möchte, aber es hat sich nichts geändert..... Ich bin wegen den Beleidigungen irgendwann gegangen.
Ich würde nie jemanden hänseln, nur weil er Fehler hat, aber stelle mir die Frage, warum es andere gemacht haben.

Also Cassandra, mir ging es auch ähnlich.

janbaby
14.03.2011, 09:30
Kuckuck,

jeder Rohheit liegt eine Schwäche zugrunde, das ist sicher.

Folglich sind abwertende Aussagen über die Schwächen und Eigenarten anderer Menschen nur ein Zeichen mangelnden Selbstvertrauens der "Angreifer", die damit die eigene Unsicherheit offenbaren.

Hat man dies einmal erkannt, wird man selber ziemlich unangreifbar.
Das merkt auch der agressive Dummkopf und wird fortan die "Schnauze" halten.

Und überhaupt: Brillen sind schön!


Gruß,
Janbaby :danke: :regenbogen:

pinky
14.03.2011, 09:38
Original von janbaby

Folglich sind abwertende Aussagen über die Schwächen und Eigenarten anderer Menschen nur ein Zeichen mangelnden Selbstvertrauens der "Angreifer", die damit die eigene Unsicherheit offenbaren.

Janbaby :danke: :regenbogen:

Da ist was dran - Windeln bei Erwachsenen ist schließlich ein gesellschaftliches Tabu -
wenn solche Themen angerührt werden, sind die meisten peinlich berührt -
sie wissen nicht wie sich verhalten sollen, sind extrem verunsichert und reagieren mit Abwehr -
es ist schwer, sich den Schuh dann nicht anzuziehen, vor allem wenn es beleidigend wird...
LG
Pinky

janbaby
14.03.2011, 11:39
Kuckuck,

ist mir auch gerade letztens aufgefallen.
Ein lieber Bekannter erzählte, er habe einem Opa die Windel gewechselt, weil der das selber nicht hinbekam (Schlaganfall).
Mein Bekannter erzählte das ganz ungezwungen, aber fast alle Anwesenden reagierten mit betretenem Schweigen.
Das verwunderte mich schon sehr, ich habe ihn und seine Hilfsbereitschaft gelobt. Er ist auch wirklich ein feiner Kerl.

Gruß,
Janbaby :danke: :regenbogen:

Spider
15.03.2011, 08:41
Das kommt darauf an wie man aufgewachsen und Erzogen wurde, würde ich sagen.

In China ist eine Windel ein ganz normales Hilfsmittel. Wenn man dort Zug fährt über mehrere Stunden macht man sich entweder in die Hose oder man zieht ne Windel an, da es in den meisten Zügen dort keine Toiletten gibt. In China gibt es sogar Modenschauen für Windeln.

In Deutschland sind Windeln für Erwachsene fast ein Tabu Thema, da sie eigentlich nur für Babies sind Ausserdem liegen sie direkt um den Intim Bereich, und man erzählt ja auch nicht jedem ob man einen Tanga oder eine Unterhose oder eine Boxershort an hat.

Dann gibt es noch die Angst sich zu Blamieren wenn jemand herausfindet was man unter seiner Hose verbigt.
So wie ich gehört hab sind aber nur wir deutschen so streng da. In Österreich gibt es Windeln für Erwachsene in jedem größeren Supermarkt. Und auch beim Schifahren sieht man öfters mal im Toilettenmülleimer eine Windel liegen.

Meine persönliche Meinung, Windeln sind ein ganz normales Hilfsmittel und keineswegs eine Demütigung.

saltor
15.03.2011, 12:17
Ich denke wir verallgemeinern hier wieder viel zu sehr in unsere Denkweise. Für uns ist das doch alles kein Problem und nix schlimmes. Aber wenn ich mal an meinen Papa denke, der an Krebs gestorben ist, waren die Windeln das schlimmste was man Ihm antun konnte. Egal was für schmerzen er hatte und egal ob er hin gefallen ist, er wollte aufs Klo gehen. Das gehörte zu seinem, leider erfolglosen, Kampf gegen den Krebs dazu.

racer
15.03.2011, 16:57
Hallo zusammen,
möchte mich zu dem Thema dann auch mal äußern:
in meinen bald 15 Jahren in denen ich Inkontinent und auf Windeln angewiesen bin machen mir Windeln heute nicht mehr viel aus. Ich brauch sie halt und damit fertig. Am Anfang nach meinem Unfall und der Diagnose war ich lange am Boden zerstört und konnte mir nicht recht vorstellen Windeln tragen zu müssen. Besonders in der Schule die Hänseleien machten mir zu schaffen. Deshalb kann man Inkontinenzhilfsmittel auch nicht mit einer Sehilfe vergleichen. Aber man gewöhnt sich trozdem dran. Muß ja......

Gruß
racer

aponten21
22.05.2011, 22:08
hi das ist zwar was länger her aber ich trage seit dem 21 april mit pause wieder windeln meine eltern lieben mich so meine freunde kaufen mir sogar windeln weil ich mir halt 3 mal in der schulzeit in die hose gemacht habe und 1 mal mit 21 jahren und oft heftig das ich es nur ziemlich knapp auf toilette schaffe dann ist es echt angenehm mit der windel weil ich dann so schmerzen habe freunde machen zwar spass usw. aber für mich ist es okay ich brauchte keinen arzt weil mein problem so gelöst ist nicht mehr oft auf klo und angst vor unfällen wechseln dauert nicht so lange und auf toiletten geht das ich lauf sogar mit rucksack mit windeln rum tuh die in das auto wenn ich party machen geh weil das dann echt nervt wenn man vor allen leuten durchsucht wird wenn man in den club geht währe nicht angenehm wenn man seine windeln raus holen muss es dauert ich trage die halt den ganzen monat,ich gewöhne mich langsam dran und es ist ok für mich:):)

aponten21
22.05.2011, 22:18
also das mit dem thema ist länger her das mit den windeln mit 21 ist noch immer neu

pinky
23.05.2011, 10:48
Also ich denke, ob etwas für einen demütigend ist, hängt immer stark davon ab, wie sehr man es für sich selbst wirklich akzeptiert hat.
Wer das Windel-tragen für sich selbst als beste Lösung im Umgang mit einer Inko ganz ehrlich voll angenommen hat, der wird sich kaum gedemütigt fühlen von Reaktionen anderer - klar kann man sich dann immer noch über blöde Sprüche ärgern, aber das ist etwas anderes, als Demütigung - wenn ich mich gedemütigt fühle, dann zweifel ich an mir selbst, bin nicht selbstbewusst in dem was ich tue oder wie ich bin.
Bin ich aber wirklich überzeugt, das für meine Lage bestmögliche zu tun, dann kann mich an diesem Punkt auch keiner mehr demütigen - ich denke höchstens, dass derjenige nicht weiß, wovon er redet und sage es ihm auch.
Und ich denke, das die meisten Langzeit-Inkos diesen Punkt irgendwann erreichen - jedenfalls, wenn sie psychisch halbwegs stabil sind.
LG
Pinky

DLMEN
16.08.2011, 14:27
Da du als DL ja sowieso Windeln magst ist es sicher leichter Windeln zu tragen als für Nichtträger. Wenn du Windeln mit 1 Windelhose aus PVC oder anderen Material gleichzeitig trägst ist es nicht schlimm, da du ja so sicher geschützt bist. Für Inkos ist es bestimmt dass einfachste, beste und günstigste Hilfsmittel dass es gibt, da es ja auch von Krankenkassen bezahlt wird.

Windeln fallen vielleicht unter der Kleidung ein wenig auf, aber wenn du diesen Umstand akzeptierst gibt es kein Problem. Für draußen ist es wichtig dass du immer du selbst bist. Wenn du also spürst die Windel dehnt sich aus, weil sie immer mehr voll wird, einfach nicht zu oft auf die Hose schauen, sondern die Windel einfach wirken lassen bis sie dann völlig voll ist, und sowieso getauscht werden muss. Also einfach tragen, denn dann verbindet es ja gleich 2 Vorlieben die du so voll ausleben kannst.

Denn wenn du öfters auf die Hose starrst fällt sie erst recht auf !
Viel Spaß dabei ! Deine Erfahrungen und Erlebnisse kannst du mir gerne hier als PM schreiben. Danke !

Bearchen
16.08.2011, 17:11
Hallo an alle hier !!

Ich bin Bettnässer und habe auch mal Probleme Tagsüber trocken zubleiben.
Ich kriege meine Windeln über die Krankenkasse bin also wie man so schön
sagt Inko aber für Mich sind die Windeln keine Demütigung sondern nach
einer Gewöhnungsphase zu einen super Hilfsmittel geworden das ich einfach
zu gerne Trage. Die Windeln verschaffen Mir ein Geborgenheits Gefühl , sowie
zusätzlich eine Sicherheit nicht Dumm aufzufallen mit Nassenbett oder Hosen.


Gruß Bearchen sicher Verpackt!!

mitsch
22.08.2011, 13:43
Hallo zusammen!

Das kann ich nur bestätigen!
Meine Oma sagte mir im Altenheim, als sie nich mehr aufstehen konnte, das sie dieses "Ding" nicht will - sie wolle selber auf Toilette gehen.
Ich (selber in einer Hilfsorganisation im Ehrenamt) sagte ihr: "Omi, keiner schaut dich deswegen schlecht an....es muss halt sein."
Heute würde ich ihr immer noch das selbe sagen.
Schade, das sie gehen musste, aber es zeigt, das die SELBSTBESTIMMUNG, wann ich was tue oder nicht tue anscheinend das Grundproblem ist und das nächste wäre WAS denken meine "Mitmeschen" darüber - wie sehen die mich? Bin ich vielleicht nichts mehr wert? Ehrlich gesagt, es hat mich schwer erschüttert, war doch meine Oma eine taffe Frau, die für jedes Problem eine Lösung parat hatte.

Mitsch

DLMEN
01.09.2011, 15:42
Hallo !

Ich finde schon, daß Windeln ein normales und gutes Hilfsmittel sind. Was würdest du machen wenn es keine Windeln gäbe ? LG Bernd

Abri-fan
01.09.2011, 18:55
Original von DLMEN
Hallo !

Ich finde schon, daß Windeln ein normales und gutes Hilfsmittel sind. Was würdest du machen wenn es keine Windeln gäbe ? LG Bernd

du vergisst echt nach ein paar tagen das du schonmal geantwortet hast ... das jetzt der 4 thread :D

saltor
01.09.2011, 20:02
So lange noch ein paar Postings dazwischen sind. Sonnst könnte man denken er führt selbstgeschreibse. :D Aber so bleibt der Thread auf alle Fälle oben.

Bjorn13
07.12.2011, 23:48
Hi,
ich würde sagen ein mehr als zuverlässiges Hilfsmittel, denn lieber ne nasse Windel als nen nasses Bett oder Hose! Was wahrscheinlich in den meisten fällen peinlicher/ unangenehmer kommt!!!

Oldie
31.01.2019, 18:48
Die Windel ist bei mir ein normales Zubehör zum Leben wie die Brille oder mein Rollstuhl. Gedemütigt fühle ich mich dabei nicht, da es erstens Sicherheit vor peinlichen Situationen gibt und zweitens, es macht einfach Spaß, etwas zu tun, was die Umgebung nicht mitbekommt. Eine Windel tragen MÜSSEN wäre falsch, da ich sie aus vorgenannten Gründen nutzen MÖCHTE.
Gruß Oldie.

- - - Aktualisiert - - -

Die Windel ist bei mir ein normales Zubehör zum Leben wie die Brille oder mein Rollstuhl. Gedemütigt fühle ich mich dabei nicht, da es erstens Sicherheit vor peinlichen Situationen gibt und zweitens, es macht einfach Spaß, etwas zu tun, was die Umgebung nicht mitbekommt. Eine Windel tragen MÜSSEN wäre falsch, da ich sie aus vorgenannten Gründen nutzen MÖCHTE.
Gruß Oldie.

EngelNullSieben
01.02.2019, 06:15
Berner-Sennenhund

Bezüglich deiner ursprünglichen Frage: für mich sind Windeln ein ganz normales Hilfsmittel. Ich hab schon genug andere Sachen ausprobiert, aber am Ende war die Windel das Hilfsmittel mit den besten Eigenschaften. Ich fühle mich davon nicht gedemütigt. Ganz im Gegenteil: ich sehe es als Erweiterung meines Aktionsradius. Ich bin ja oft mit Nicht-Inkos unterwegs und erlebe hautnah, wie oft sie ein Klo suchen.

Es gibt zwar einige Situationen, die sich seltsam anfühlen, aber das geht in Ordnung. MRT und EKG sind so die typischen Situationen, wo man auch mal die Windel zeigt, was ich nicht so gerne mache.

tanja1
01.02.2019, 08:42
Hi
Ja, mir geht es wie EngelNullSieben: auch für mich sind Windeln ein ganz normales Hilfsmittel oder Kleidungsstück. Was soll daran schon demütigend sein. Ich empfinde Windeln als angenehmer zum Tragen als Einlagen oder Vorlagen die immer irgendwie stören. Eine Windel ist für mich inzwischen schon fast zur normalen Unterwäsche geworden.
Grüsschen Tanja

Windelschlüpfer
02.02.2019, 05:00
Eine (Erwachsenen-)Windel ist für mich zunächst erst einmal nichts anderes als eine ganz normale Unterhose. Nur dass diese wesentlich dicker und zudem saugfähig ist.

windel_ch
03.02.2019, 08:44
Hallo Zusammen

Denke auch, dass es für unsereins, welche die Windel mögen, eher ein normales Hilfsmittel sind als eine Demütigung. Anders sieht es wahrscheinlich aus, wenn über einen bestimmt wird Windeln tragen zu müssen, oder in Windeln blossgestellt wird.
Ich bin zwar nicht Inkontinent aber trage - und benutzte - die Windeln 24/7, wie wenn ich Inkontinent währe. Das tragen an und für sich ist für mich kein Problem, etwas peinlich ist es mir, wenn ich wechseln muss. Dann mit der "Wickeltüte" auf die Toilette gehen ist schon komisch. Wurde aber noch von keiner Person darauf angesprochen.


Original von racer
in meinen bald 15 Jahren in denen ich Inkontinent und auf Windeln angewiesen bin machen mir Windeln heute nicht mehr viel aus. Ich brauch sie halt und damit fertig. Am Anfang nach meinem Unfall und der Diagnose war ich lange am Boden zerstört und konnte mir nicht recht vorstellen Windeln tragen zu müssen. Besonders in der Schule die Hänseleien machten mir zu schaffen. Deshalb kann man Inkontinenzhilfsmittel auch nicht mit einer Sehilfe vergleichen. Aber man gewöhnt sich trozdem dran.

Racer gerade auch wegen der Hänseleien in der Schule oder Freizeit während der Kindheit ist der Verglich mit einer Brille und den Windeln ja gerade so passen. Ich trage meine Brille schon seit ich mich erinnern kann. Meine erste bekam ich glaube mit 1.5 oder 2 Jahren. Glaube mir, was ich in der Schule und der Freizeit an Hänseleien anhören und erleben musste ist nicht schön. Wie Du bereits geschrieben hat, gewöhnt man sich an das Tragen / Benutzen eines Hilfsmittels. Heute kenne ich mich ohne nicht mehr, respektive das bin nicht ich ohne Brille.

Gruss windel_ch

NoDicht
12.02.2019, 19:59
Auch für mich ist die Windel ein normales Hilfsmittel welches mir Sicherheit und Freiheit gibt welche durch meine Inkontinenz sonst nicht gegeben wäre und nicht im Entferntsten eine Demütigung.
Das tragen von Windeln (ich nenne sie meist anders)und deren Nutzung für was sie da sind ist für mich genauso selbstverständlich wie das tragen von Strümpfen oder nicht nackt aus dem Haus zu gehen.
Vielleicht fällt mir aber dieses Urteil auch leicht weil ich eben sexuell schon immer auf einnässen (früher auch mal mehr) fixiert war und bin und ich somit durch meine Inko mich bei mir angekommen fühle.
Ich trage meine Windeln so das man es auf den ersten Blick nicht sieht, auch wenn ich z.B zu Ärzten und Untersuchungen muss wo man nicht darüber informiert ist, bemerkt man es dort ist es für mich eine Mischung zwischen Selbstverständlich und manchmal einem angenehmen Kicks.
In Urlauben sorge ich selbst immer für Sicherheit in dem ich Schutzlacken und Windeln genügend mit nehme, was ohne Auto aber immer belastend ist und entsorge was zu entsorgen ist wenn möglich ohne das die Vermieter was mit bekommen.
In Krankenhäusern oder Reha mache ich kein Geheimnis draus und lege offen das ich Inko und Bettnässer bin.
Wenn ich unbedingt wöllte wäre meine Inko sicher etwas geringer als wie gehabt ... aber wie oben geschrieben ohne würde es nicht gehen und wenn man es noch genießen kann!!!!!

Windelschlüpfer
28.09.2019, 16:52
Als erwachsener Mensch eine Windel zu tragen ist keine Schande. Es ist die wohl angenehmste Art, ungewollte Ausscheidungen des Körpers aufzufangen. Einigen Frauen und Männern, die aus medizinischen Gründen Windeln tragen müssen, wird es aber trotzdem unangenehm und peinlich sein, wie ein Baby gewindelt zu sein. Ich finde es aber völlig normal, wenn Erwachsene wegen Inkontinenz oder aus Bequemlichkeit Windeln tragen. Es muß ja auch nicht unbedingt eine "richtige" Windel zum zukleben sein, oftmals reicht eine Pants völlig aus. Eine Demütigung ist es vielleicht für jemanden, der von heute auf morgen dauerhaft Windeln tragen muß und nie mehr eine normale Unterhose anziehen kann.

https://66.media.tumblr.com/e79dcf1203e791dc13123782f7e1a4f1/tumblr_pdgtwu6gXl1wfekg5o1_1280.png

Bärchen1601
02.10.2019, 07:13
Für mich ist es auch keine Demütigung.

Es ist ein bequemes Hilfsmittel, was mir so einige Freiheiten gibt.
Allerdings auch manchmal etwas peinliche Situationen, die aber seltener werden.

Neulich hatte ich einen Therapeutentermin, denn ich aus Angst ohne Windel wahrgenommen habe.
Seit einem halben Jahr das erste Mal wieder ohne Windel.
Es ist nichts passiert, aber es war anstrengend, immer darauf zu achten, nicht in die Hose zu machen, zu gucken, wo das nächste Klo ist, immer rechtzeitig gehen zu müssen.
Ich bin nicht inko, will es auch nicht werden, aber es ist so bequem und einfach, Windeln zu tragen, dass ich das nicht mehr missen möchte.
Heute werde ich wieder zu der Therapeutin gehen, aber diesmal mit Windel. Ich seh das nicht ein, mich wieder diesem Stress auszusetzen.

tanja1
02.10.2019, 07:49
Hi Leute

ich weiss zwar nicht, ob ich hier schon geantwortet hatte aber für mich ist Windelntragen definitv keine Demütigung sondern ein ganz normales Hilfsmittel. Ob ich nun meine Augenschwäche mit einer Brille oder meine Blasenschwäche mit einer Windel löse ist doch im Grundsatz dasselbe. Windeln sind ein ganz normales Hilfsmittel, das leider viel zu oft tabuisiert wird. Schade.

Grüsschen Tanja

Janek
03.10.2019, 12:18
Demütigend ist noch immer die Intoleranz der so genannten "Gesellschaft". Wer sich zum Windeltragen bekennt, der ist entweder gleich Fetischist oder muss die Notwendigkeit beweisen. Es wäre so einfach, wenn sowas einfach hingenommen werden könnte. Die Normalität einer Brille oder eines Hörgeräts hat das nämlich längst nicht.

Ich habe bei meinem Chef in übertragenem Sinne "die Hosen runter gelassen". Es blieb im Vieraugengespräch, nur die engsten Kollegen wissen es. Von Uninformierten kam die Frage, warum ich denn auf der Toilette immer so lange brauche oder warum ich immer eine Tasche mitnehme. Aber es gab völlig selbstverständlich Abfalleimer für alle Toiletten auf meiner Etage. Und das sogar noch am Tag, an dem ich dem Chef davon erzählte.

Konners
08.10.2019, 16:57
Also ich bin zwar nicht Inkontinent, kann dir aber aus Erfahrung und mit Sicherheit sagen dass,
"Tragen müssen" etwas anderes ist als "Tragen wollen" es gibt Momente wo "Tragen müssen" einfach Scheiße ist...
Und es gibt viele Leute die dann z.B als Inkontinente auch die Momente z.B
in der Badewanne genießen, weil sie dort keine Windel tragen müssen und keine Angst haben müssen das es "läuft".

Selbst wenn du 24/7 trägst...
Trägst du am Ende des Tages die Windeln immer noch freiwillig und das ist etwas anderes, als sie tragen zu müssen.
Ich kann auch gut verstehen, wenn jemand der Windeln auf Grund von Inkontinenz tragen "muss" vielleicht ein klein wenig verärgert ist,
über die ganzen Leute die immer davon reden wie gerne sie doch Inkontinent wären,
weil sie dann immer windeln tragen könnten und die auch noch bezahlt werden...
Ist kein Angriff oder ähnliches nur meine Meinung ^^

Zum Ursprung der Frage glaube ich das es ganz auf die Person drauf ankommt und die Zeit die man ihr giebt.
Denn über die Zeit hinweg kann man sich an vieles gewöhnen und vielleicht auch ein stück weit schätzen lernen.

Ich für meinen Teil würde jederzeit eine Windel einem Öffentlichen Klo vorziehen da diese oft sehr dreckig sind.

nicetux
08.10.2019, 17:37
Manchmal sehe ich es schon ein Stück weit als Strafe oder Demütigung weil es mir doch das Gefühl gibt eingeschränkter zu sein. Genauso habe ich nach all den Jahren immer noch das Gefühl dass andere 'schauen' auch wenn die Windeln mittlerweile so dünn und diskret geworden sind. Im Sommer bin ich deswegen sehr froh, dass ich da auf große Einlagen umsteigen kann und es sich in Grenzen hält weil ich da eher schwitze. Dennoch schätze ich die Windel auch als Hilfsmittel weil es mir auf der anderen Seite auch Sicherheit gibt die ich brauche. Ich bin da also zwiegespalten wie man sieht.

Plueschbaby
08.10.2019, 22:23
Hallo, ich sehe es nicht Demütigung an Windel tragen zu müssen, weil ich Inkontinent bin. Aber habe auch gelernt, das nur dann erwähne, wenn es sein muss. Aber wohl auch so, das wohl verstecken muss, wie es jetzt auch bei Hörgeräten Mode scheint. Die mit Inears auch was Erklärt das keine Fremden was angeht. Warte darauf das wirklich die Idee kommt Ventile einzubauen, das nur auf Toilette sich öffnet.

Windelschlüpfer
09.10.2019, 06:14
Also ich bin zwar nicht Inkontinent, kann dir aber aus Erfahrung und mit Sicherheit sagen dass,
"Tragen müssen" etwas anderes ist als "Tragen wollen" es gibt Momente wo "Tragen müssen" einfach Sch...e ist...
Das ist wohl wahr. Ich bin auch nicht Inkontinent, muß aber manchmal öfters zur Toilette und trage deshalb, wenn ich es für notwendig halte, entweder eine Windel oder eine Pant. Dauerhaft Windeln tragen zu müssen wäre mir auch sehr unangenehm. So lange ich jedoch die Wahl zwischen gewöhnlicher Unterhose oder Windel habe, ist diese für mich auch keine Demütigung sondern vielmehr eine praktische Alternative.

Bärchen1601
09.10.2019, 06:55
Ob eine Windel eine Demütigung ist, oder nicht, hängt wohl nicht von der Windel ab oder davon, ob man real inkontinent ist oder nicht, sondern von der Einstellung des jeweiligen Trägers zur Windel.
Und in welchem Zusammenhang die Windel benutzt wird.

Meine Mutter hat eine verpfuschte OP wegen einer Blasensenkung hinter sich und ist seitdem inkontinent.
Inzwischen hat sie sich wohl dran gewöhnt, aber am Anfang war es für sie eine Demütigung.
Es war für sie durch ihre Erziehung, durch ihr Weltbild, eine Demütigung, die Kontrolle verloren zu haben.
Ich hab das nie verstanden, warum sie so denkt, zumal es ja nicht ihre Schuld war, dass sie die Kontrolle verloren hat.
Bei ihr war es die Erziehung und ihre Einstellung.
Auch die Erziehung, dass Urin (und Kot) bäh ist und unhygienisch und widerlich/eklig ist, trägt wohl dazu bei, dass es für jemanden eine Demütigung sein kann.
Mit diesen Werten wird auch im SM-Bereich gespielt, wenn der Windelträger gedemütigt werden soll, indem an ihn zwingt, eine Windel zu tragen.
Ohne diese Einstellung und inneren Werte und Normen wäre es eben keine Demütigung mehr.

Ich bin nicht inkontinent, jedenfalls nicht richtig, noch nicht, und das hat nichts damit zu tun, dass es für mich keine Demütigung ist.
Ich trage trotzdem Windel 24/7 und es ist unbedeutend, ob ich es muss oder will.
Wenn ich mal keine Windel trage, das ist im letzten halben Jahr genau zweimal passiert, fehlt mir etwas und ich möchte so schnell wie
möglich wieder eine Windel umhaben, weil es einfach nur bequem ist.
Ich hab sie jetzt auch in diesem heißen Sommer nonstop durchgetragen. Das Schwitzen ist immer noch besser, als ohne Windel.
Und selbst wenn es manchmal als "unbequem" und als "negativ", "lästig" empfunden wird, so ist es doch keine Demütigung.

Bei einer Demütigung geht es um den Verlust des Selbstwertgefühls und das ist eine Einstellungssache, eine "Kopfsache" !
Keine Sache, wo es um erzwungene oder freiwillige Inkontinenz geht.

Und weil das Thema Hörgeräte angesprochen wurde:
Die Hörgeräte werden nicht kleiner, weil sie versteckt werden müssen, sondern weil dann der Tragekomfort einfach höher ist.
Dass andere das Hörgerät nicht mehr gleich sehen, ist nur ein positiver Nebeneffekt.
Auch bei Windeln ist der Hauptgrund, diese zu optimieren, nicht das Verstecken oder Vertuschen, sondern das Erhöhen des Tragekomforts.
Was gleichzeitig beinhaltet, dass Windeln nicht mehr so auffällig sind und nicht mehr so demütigend sind, weil in den meisten Mitmenschen
eben noch dieses Weltbild meiner Mutter vorherrscht.
Wobei wir wieder bei der inneren Einstellung und den Werten und Normen sind.

mickdl
09.10.2019, 21:02
Also demütigend finde ich sie nicht und es ist auf jeden Fall besser sie zu tragen als mit einer nassen Hose dazustehen. Angenehm finde ich Windeln und Vorlagen allerdings nicht mehr (OK - manchmal schon bin ja auch DL - aber im Alltag ist Inkontinenz einfach nur unpraktisch und blöd). Ich bin seit ca. 3 Jahren inkontinent und das hat mein Leben ziemlich verändert. Man muss alles genauer planen (z.B. Urlaub), immer Ersatz dabei haben, von Haut Problemen und anderen Ärgernissen mal ganz zu schweigen. Was mich richtig Überwindung gekostet hat, war wieder Fittness zu machen. Das fand ich jetzt nicht demütigend - aber in der Umkleide am Anfang einfach nur peinlich.

DerDaniel
18.10.2019, 19:13
Hallo

Ich muß vorausschicken, daß ich mit diesem Thread Personen, die unter Inkontinenz erkrankt sind, weder verspotten noch mich über sie lustig machen möchte.

Da ich DL bin, habe ich mich natürlich auch schon mal gefragt, wie es ist, immer auf Windeln angewiesen zu sein.
Ich bin zu keiner richtigen Antwort gekommen bzw. kann es mir als DL nicht vorstellen.

Deshalb möchte ich hier fragen, ob Ihr die Windeln als ein ganz normales Hilfsmittel akzeptiert (wie z.B. eine Brille) oder ob Ihr das Tragen"müssen" von Windeln eher
als Demütigung seht.

Ich weiß, daß meine Frage blöd klingt. Ich möchte mit meiner Frage auch keinem zu nahe treten und bin auch nicht enttäuscht, wenn ich keine oder nur wenige Antworten erhalte.

Ich bedanke mich aber bereits jetzt bei allen, die trotzdem den Mut haben,auf meine Frage zu antworten.

Bernd6770

Im Kindergarten, bei den 4-6 jährigen, in der Grundschule und im Gymnasium waren die Windeln mir immer nur ein Zeichen meiner "Unvollkommenheit"
Alle anderen Kinder gingen auf die Toilette, bei mir landete alles in den Windeln!!
Dazu kam, wie jeder Betroffene wohl aus eigener, leidvoller Erfahrung weiß, die Demütigung und das exzessive Mobbing der anderen Kinder und Mitschüler!!
Freunde hatte ich keine, spielen wollte keiner mit mir und NUR beim Sport hatten sie etwas Respekt, weil ich der beste Turner der Klasse war und auch bei Ballspielen aller Art unter den Besten.
Weder die Kindergärtnerin, noch meine Lehrer, noch die Professoren im Gymnasium wussten richtig mit meiner Inkontinenz umzugehen und selten nur schritt jemand ein, wenn die anderen mich deswegen "fertig machten"!!

Das liegt lange hinter mir, dennoch ist da ein gewisser Schmerz, wenn ich heute daran denke.
Geholfen hat mir ein sehr guter Therapeut einer Jugendklinik für Neurologie und Psychiatrie, in der ich mehrere Wochen stationär betreut wurde.
Er lehrte mich, mich zu mögen, wie ich bin. Half mir, meine Windeln zu sehen wie meine Brille.
Etwas, das ich eben brauche um gesundheitliche Defizite auszugleichen. Er gab mir das nötige Selbstvertrauen zu meinen Windeln zu stehen.
Sein nicht geringer Einfluss in Fachkreisen verhalf mir zu den besten und nicht gerade billigsten Untersuchungen, bis endlich feststand, dass die Inkontinenz Folge eines neurologischen Defekts bei der Geburt ist.
Durch eine Schräglage im Uterus und die etwas komplizierte Geburt wurde ein Nerv im Rückenmark abgetrennt.
Eben jener, der die Verbindung zwischen den Sphinktern der Blase und des Darms bildet. ERGO: keine Kontrolle möglich.

Sorry, es ist nun doch sehr lang geworden. Falls es dennoch Fragen gibt, bitte einfach PN oder auch hier.
Vielleicht macht es ja anderen etwas Mut, sich zu öffnen und professionelle Hilfe zu suchen.
Auch wenn meine Inkontinenz nicht heilbar ist, so half mir der Therapeut doch, damit lebensfroh und unbeschwert umzugehen.

Fiene
11.12.2019, 06:40
Also für mich sind die ein ganz normales Hilfsmittel. Ich kenn es aber auch nicht anders. Da ich seit meiner Geburt drauf angewiesen bin

tanja1
16.12.2019, 07:17
Hi

Ja, Fiene, da gebe ich dir vollkommen recht. Gestern habe ich das einer Patientin klar und deutlich sagen müssen. da sie sich selber, im negativen Sinne, als "Baby" bezeichnet hatte. Da habe ich ihr mal wieder deutlich machen müssen, dass eine Windel ein ganz normales Hilfsmittel ist wie Brillen, Hörgeräte, Stöcke, Rollatoren usw.. Ist doch einfach so. Aber die Gesellschaft macht daraus gleich ein Drama. Eigentlich schade.

Grüsschen Tanja

mike14
18.12.2019, 18:42
Moin,

gebe ich mal was dazu...

Windeln an sich sind für mich selbst keine Demütigung mehr. Es gibt nur Situationen in denen ich sie als solche empfinde zum Beispiel wenn wir mit Freunden unterwegs oder auf Party sind. Dann ist es sehr unangenehm für mich. Ich bin dabei kein Freund von dicken Nachtwindeln wenn ich nicht schlafen gehe denn diese tragen mir zu sehr auf und allein der Gedanke belastet mich zu sehr "entdeckt" zu werden. Mit den Tagwindeln muss man jedoch sehr aufpassen mit Trinkmengen und Wechselintervallen... das finde ich belastend ja und auch demütigend.

Ebenfalls demütigend habe ich empfunden als ich nach einem Sportunfall mit gebrochenem Schüsselbein und Rippen mich nicht selbst versorgen konnte. Im Krankenhaus sollte es ja dazu gehören aber wenn man dann für die Nacht nach Windeln fragen muss und diese noch nicht mal selber anziehen kann war das sicher demütigend oder zumintest sehr peinlich... Ja ich weiß, dass ist Blödsinn und die Pfleger / innen haben auch keinen Wind drum gemacht aber für mich war es leider so. Auch als meine Frau die eigentlich die ganze Sache kennt dann noch zwei Wochen lang meinen fehlenden Arm ersetzen musste war das alles andere als normal für mich.

Im Grunde ist es so, dass die Demütigung sich bei mir im eigenen Kopf abspielt und gar nicht von anderen ausgeübt wird. Der Teil der Menschen die sich beruflich mit dem Thema auskennt (Pfleger, Ärzte, Sanitätshaus usw.) hat mit dem Gedanken an Demütigung sicher nichts am Hut.

VG Mike

flori1994
21.12.2019, 12:48
Also für mich sind Windeln ein völlig normales Hilfsmittel. Ich bin zwar nicht inkontinent (jedenfalls nicht bewusst) aber Stress schlägt mir auf die Blase, wodurch ich dann sehr oft aufs Klo muss.

Windelschlüpfer
22.12.2019, 06:49
Bei Inkontinenz und Blasenschwäche ist die Windel tatsächlich ein Hilfsmittel im medizinischen Sinne. Ich sehe sie als gesunder Mensch, der sie eher aus praktischen Gründen trägt, dagegen als Lifestyle-Produkt. Um an den Vergleich mit Brille oder Hörgerät anzuknüpfen, würde ich die Windel in diesem Fall eher mit einem Vergrößerungsglas vergleichen.

wstf2000
02.01.2020, 18:56
Es kommt ganz darauf an wie mit dem Problem umgegangen wird. Ich habe als Kind zwei verschiedene Erfahrungen gemacht.
Bei der ersten Erfahrung war ich ca. 5Jahre und gerade erste eine kurze Zeit in der Nacht trocken. Ich fing wieder an regelmäßig ins Bett zu machen. Als es nicht besser wurde, wurde mir damit gedroht mich wieder in Windel zu stecken. Und um mich zu überzeugen, dass meine Eltern es ernst meinten wurde in meinem Zimmer vorsorglich der Wickeltisch wieder aufgebaut und mit allem befüllt was noch da war. Trocken blieb ich dadurch auch nicht und wurde darauf wieder für die Nacht gewickelt. Diese Erfahrung war für mich nicht angenehm, zumal auch meine Freunde den Wickeltisch mit den Windeln sehen konnten. Heute weiß ich, dass meine Eltern dachten ich mache mit Absicht ins Bett.
Trotzdem wurde ich wieder trocken, jedoch gab es mit 8oder 9 einen weiteren Rückfall. Hier verhielten sich meine Eltern anders. Zuerst wurde bei unserem Arzt geprüft ob ich krank bin. Als jedoch nichts festgestellt wurde fand ein langes Gespräch zwischen meinen Eltern und mir statt. Innerhalb dieses Gesprächs überzeugten mich meine Elter es mit Windel zu probieren. Durch dieses Gespräch akzeptierte ich diesmal die Windeln und es war mir auch nicht unangenehm am Abend gewickelt zu werden. Später brachte meine Mutter mir auch bei, wie ich mir selber die Windel anlegen konnte. Beim zweiten mal wurde von meinen Eltern auf Peinlichkeiten verzichtet. So wurde ich erst gewickelt wenn ich ins Bett musste und nicht wie beim ersten Mal vor dem Abendessen, egal wer noch bei uns war. Auch durfte ich morgens die Windel selbst abnehmen und musst nicht warten bis meine Eltern dazu "gekommen" sind.
Deine Beschreibung zeig ziemlich gut, dass es sehr von den gegebenen Umständen abhängt, ob die Windel das Demütigung oder eher als Hilfsmittel empfunden wird.

Es ist klar, dass du dich beim ersten Mal, so wie deine Eltern sich verhielten, gedemütigt gefühlt haben musst. Und ich denke genau das wollten sie damit bezwecken. Durch den Wickeltisch und die Windeln haben sie Druck auf dich ausgeübt. Du aber konntest nichts dafür, dass du ins Bett gemacht hast und hattest somit auch keine Chance die bevorstehenden Konsequenzen abzuwenden. Natürlich ist das demütigend, insbesondere natürlich auch, Weil sie dich mit dem für alle sichtbaren Wickeltisch bloßstellten. Für ein Kind ist das natürlich ganz besonders schlimm.
Hätten sie sich schon damals ein bisschen diplomatischer dir gegenüber verhalten und versucht ihr zu erklären dass die Windel nicht nur für dich sondern auch für Sie eine enorme Erleichterung darstellen würde und bei allem auch die notwendige Diskretion gewahrt, wäre das für dich vermutlich eine ganz andere Erfahrung gewesen.

Ich selbst bin nicht inkontinent und daher auch nicht physisch auf Windeln angewiesen. Wir alle wissen wahrscheinlich wie wir die ersten Male freiwillig Windeln angezogen haben oder vielleicht aus anderen Gründen auch anziehen mussten und wie wir uns dabei gefühlt haben. Ein bisschen Scharm war sicherlich bei jedem dabei.
Trotzdem glaube ich nicht, dass selbst Inkontinente, das tragen müssen einer Windel als Demütigung empfinden. Ein Erwachsener Mensch wird verstehen, dass die Windel in diesem Fall ein Hilfsmittel ist. Demütigend wäre es wahrscheinlich sich vor anderen Menschen ohne Windel einzunässen. Aber natürlich kann das Tragen einer Windel schon zur Einschränkung der Lebensqualität beitragen und auch Scharm spielt dabei sicherlich eine Rolle, aber Scharm ist in meinen Augen nicht mit Demütigung gleich zu setzen. Sie ist ein ganz natürliches, oder sagen wir besser anerzogenes, Gefühl. Demütigend wäre es in meinen Augen, wenn wir von anderen unfreiwillig in peinliche Situationen gebracht würden, weil z.B. In Anwesenheit des Betroffenen erzählt wird, dass jemand Windeln tragen muss.

Natürlich muss man sein Handeln danach ausrichten, wenn man Windeln trägt und umso mehr, wenn man darauf angewiesen ist. Damit tut sich jemand, der es genießt eine Windel zu tragen oder dieses aus rein praktischen Erwägungen tut, natürlich leichter als derjenige der ist aus reiner Notwendigkeit tut.

beat
03.01.2020, 17:33
Weder noch. Ich habe kein Problem damit. Schön dass es mittlerweilen auch bunte Windeln gibt und farbige "Gummihosen". Nicht nur immer in weiss. Allerdings mag ich auch das "Gefühl" für das kühle Plastik- und Gummimaterial...

Berner-Sennenhund
13.01.2020, 17:29
Hallo an alle, die bisher hier geantwortet haben.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Euch für Eure Antworten bedanken :).
Ich selbst schreibe hier ja nicht viel, obwohl ich TE bin. Ich freue mich aber sehr, wenn jemand antwortet und lese hier immer noch gerne und regelmäßig.

VG
Berner-Sennenhund

anno
13.01.2020, 17:38
nach knapp jahren haben wir dem sennenhund seine frage beantworten können.... :-)