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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : damit muss mann sich rumschlagen



babywerni
18.07.2006, 18:50
Das muss ich euch mal erzählen.

War heute mal wieder bei meinem Arzt. Als es um die Rezepte ging fing er an mir zu erzählen das er nur noch 4 Windeln pro Tag verschreiben darf. Nach einigem hin und her und meiner völligen Ungläubigkeit kam erzählte er mir woher er diese info hat. Die Liebe AOK Thüringen geht anscheinend in letzter zeit durch die Arztpraxen und Apotheken und verteilen eine Broschüre zum Thema Inkontinenz. Auf der letzten Seite steht eine Tabelle wo für die einzelnen schwäre grade und die dazugehörenden mengen aufgelistet sind. Interessant ist das meine eigene Krankenkasse davon überhaupt nichts weiß. Weiter habe ich mir mal die Quellenangabe (BVMed) genauer an geschaut und bei der „quelle“ angerufen. Komischer weise wussten die nichts darüber das sie so etwas je gesagt hätten. Die Dame gab mir eine link für ihr Infokarte http://www.bvmed.de/pdf_temp/Erstattung_von_Inkontinenzprodukten.pdf) dort steht komischer weise auch nichts davon das es nur eine bestimmte Anzahl verordnet werden darf. Nun wurde ich etwas sauer und wollte wissen woher die AOK dies Information hat. Also Anruf bei AOK die Dame die ich dort am Telefon hatte war sehr überrascht das es so eine info überhaupt gibt alls als zweites wollte sie mir nicht glauben das diese Infoblatt von der AOK stammt. Jetzt ging ich noch einmal zu meinem Arzt und brachte ihm die infokarte von BVMed. So sprachlos hatte ich ihn ihn nur selten gesehen weil wegen dieses Thema extra Eine Dame vorbei gekommen ist.

Mit welchen Mitteln will die AOK denn noch arbeiten? Reichen die Gehälter der Vorsitzenden noch nicht aus?

Währe mal interessant ob jemand anderes auch so etwas schon gehört hat.

benni

eule
18.07.2006, 19:28
neu müsste das nicht sein.
jedenfalls wurde diese regelung hier mE schon mal diskutiert. da ging es dann um wann und wie viel man von der kk bezahlt bekommt, und was man dazuzubezahlen hat.
die diskusion dazu ist allerdings schon einige zeit her.

babywerni
18.07.2006, 19:48
sory eule aber ich glaube über die anzahl von windeln haben wir noch nicht gesprochen ähm geschrieben zumindest hat die suche kein weiteren treffer ergeben. auserdem ist diese "regelung" mir vorlkommen neu auch alle die ich bei meiner KK erreicht hatte wusten níchts davon die sind alle auf dem stand das das was der Arzt verschreibt auch bezahlt wird. na ja wenn es bei 10 stück am tag endet werden sie wohl auch mal nachfragen.

eule
18.07.2006, 20:07
helmut schien sich große arbeit gemacht zu haben.
ich dachte zuerst der beitag wäre beim großem foren-crash verloren gegangen, doch ich habe die diskusion die ich meine wiedergefunden:

brauche guten grund damit ich windeln tragen darf (http://www.windelbabies.de/forum/thread.php?postid=10962#post10962)

den beitrag hatte ich im hinterkopf. aber du hast recht, keine angaben über die mengen.

weiteres was ich von helmut über das thema gefunden habe:

Windeln vom Arzt (http://www.windelbabies.de/forum/thread.php?postid=30091#post30091)
Attends: Das "S" kommt (http://www.windelbabies.de/forum/thread.php?postid=29268#post29268)

(hier standen noch paar mehr links, die inhaltlich aber doch nicht passen. schade, wäre ein langer beitrag hier von mir geworden)

Helmut
18.07.2006, 20:39
Hallo Benni,

jaja die AOK ..... :kotz: aber die Barmer ist da auch nicht besser :nene:

Es ist aber nicht der erste Versuch einer AOK, die gesetzlichen Vorgaben zu Lasten der Betroffenen zu umgehen. Laut aktueller Gesetzgebung und auch laut der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen gibt es keine derartige Verordnung oder Ausführungsanweisung, um die Abgabemenge für Inkontinenzhilfsmittel zu beschränken. Du brauchst dich auf soetwas nicht einlassen und wenn sie die Quer kommen, dann sage ihnen, dass du das vor dem Sozialgericht prüfen lässt ob eine solche Vorgehensweise mit den geltenden Gesetzen usw. vereinbar ist.

Vor Weihnachten 2005 hatte die AOK Schleswig-Holstein eine ähnliche Aktion gestartet und eine ganze Reihe von Betroffenen angeschrieben, dass es aus organisatorischen Gründen besser ist, wenn sie einen monatlichen Pauschalbetrag von - ich glaub - 110,- € bekommen und damit ihren Bedarf an Inkontinenzhilfsmitteln selber decken. Das würde für einige Inkos die Vorlagen und Windeln tragen vielleicht reichen, aber wenn einer Katheter benötigt, dann reicht das nie! Dass dieser Betrag erstens bei den meisten Inkos viel zu wenig war und zweitens sogar die Vorgaben (Sachleistungsprinzip) des Gesetzgebers grob missachtet werden, das störte die AOK offensichtlich nicht. Erst als die ganze Sache durch mehrere Anzeigen bei den Sozialgerichten anhängig wurde, zogen sie ihr Schreiben wieder zurück.

Also nochmal, es gibt keine Mengenbeschränkung für Inkontinenzhilfsmittel die zum Verbrauch bestimmt sind, sondern nur die derzeit gültigen Festbeträge für saugende Hilfsmittel und ab 01.01.2007 vermutlich auch für ableitende Hilfsmittel. Die Menge des täglichen Verbrauchs muß sich natürlich schon im Rahmen des Üblichen bewegen wie z.B. 4-6 Stück Windeln pro Tag, bei Stuhlinkontinenz etwas mehr.

Gruß Helmut

babywerni
18.07.2006, 20:54
danke helmut das ist auch genau das was ich bisher wusste.
jetzt versucht die AOK es anscheinend über die Ärzte eine schande ist das mal sehen was mann machen kann auf jedenfall werde ich meine Ärzte informieren so gut es geht. immerhin hab ich im notfall meine freunden vom Beirat sie werden helfen das weis ich.

Jona Windeltiger
18.07.2006, 23:39
Leute, ihr tut gerade so als würde die AOK Milliardengewinne á la Allianz-Versicherung machen. Dabei haben die unterschiedlichen AOKen wiederholt Milliardenverluste gehabt, sie sind der Hauptnutznießer des Finanzausgleichs unter den Kassen.

Ich verstehe euch natürlich inhaltlich, aber das Problem ist doch nicht, dass die Kassen böse böse sind. Sondern das Problem ist am Ende ein politisches, weil unser Gesundheitssystem vollkommen reformbedürftig ist (und der Zustand gerade durch die Große Koaltion auch nicht verbessert wird).

Helmut
19.07.2006, 00:29
Hallo Jona,

wenn in den Medien von 4 Milliarden € an Verlusten gesprochen wird, dann klingt das im ersten Augenblick als riesige Summe. Betrachtet mann aber die Gesamtausgaben aller GKV mit etwa 134 Milliarden €, dann sind die 4 Milliarden nur noch der berühmte Tropfen auf den heissen Stein. Von den 134 Milliarden wurden etwa 25 Milliarden für Arznei-, Verband- u. Hilfsmittel ausgegeben und davon entfallen wiederum etwa 0,5% auf Inkontinenzhilfsmittel. Du siehst also, dass unsere Hilfsmittel eigentlich aus der berühmten "Portokasse" bezahlt werden, nennenswerte Einsparungen durch Festbeträge bei Hilfsmitteln gibt es praktisch nicht. Hier mal ein interessanter Bericht von der AOK:

Zahlen und Fakten 2005 2006 (http://www.aok-bv.de/imperia/md/content/aokbundesverband/dokumente/pdf/service/zuf2006.pdf)

Das eigentliche Problem an der ganzen Sache ist doch, dass die Kassen mit ihrem Geld nicht haushalten können und dadurch auch einige Milliarden sinnlos verprassen. Würden sie mehr in die Vorsorge und in hochwertigere Behandlungen, Hilfsmittel usw. stecken, dann würden sie unter dem Strich bestimmt mehr einsparen und dadurch die Kosten um einiges senken können. Trotz alle dem gehört das Gesundheitssystem als Ganzes auf einen aktuellen Stand gebracht, es gibt genügend Beispiele bei unseren Nachbarländern, wie es besser laufen kann und das bei gleichem Versorgungsstandart.

Gruß Helmut

Taggy
19.07.2006, 07:28
Ein anderes Beispiel: Zahnreinigung. Die private Krankenkasse verlangt die Behandlung und sogar den Nachweis dafür. Die Behandlung dauert teilweise bis 60 Minuten. Bei den Öffentlichen: gerade mal 15 Minuten. Zahnreingung gehört zur Prävention. :zustimm: :zustimm:.
Bei einigen öffentlichen Krankenkassen ist es ihnen eh Wurscht. Dann versuchen wir halt die Beiträge zu erhöhen.

Als mein Bruder sich bei der TU eingeschrieben hatte, wurde er damals automatisch bei der AOK angemeldet. Abmelden musste man sich. Der damalige MA hatte gemein: wenn sie sich abmelden können sie sicht NIE WIEDER bei der AOK einschreiben. Was für ein Verlust... :keule: :keule: :lachen: :lachen:

vi
19.07.2006, 12:32
Hi,

bei uns ist von der AOK gerade ein neues Verwaltungsgebäude fertig gestellt worden. Ein absoluter Traum aus rotem Marmor, Alu und blauem Spiegelglas. Auf einer Tafel vor der riesigen Grünfläche (mitten in der Stadt) steht der Name des Star-Architekten (nie gehört, name schon wieder vergessen).

Die DAK zahlt ihren Angestellten nicht nur ein volles Monatsgehalt Urlaubsgeld sondern sogar ein 13. UND ein 14. Monatsgehalt.

Die Barmer hat in Düsseldorf im teuersten Glas-Giganten am Rhein zwei Etagen zu Repräsentationszwecken gemietet.

Ich denke, weitere Kommentare entfallen.

Wolfgang
20.07.2006, 14:45
in .at ist die bezugsmenge reglementiert...
und zwar bei slips auf 300 stueck im quartal (3 monate) also 3 stk pro tag...
auch die produktausfuehrung ist reglementiert...
inko (slips) attends 8, tena plus, molicare blau
nur bei inko UND entwaesserungstherpie gibts saugfaehigere Produkte wie attends 9/10, tena maxi oder molicare super...

ausweichkassen gibts keine das kk staatliches metier ist...
nach unzaehligen verhandlungen mit den idioten da gibts jedoch sondergenehmigungen vorausgesetzt man hat viel zeit, briefpapier und porti...


also ned meckern sondern erst mal gucken wies in den nachbarlaendern aussieht ;) (dank eu passen sich ja alle an das land am untersten niveau an :( )

Jona Windeltiger
20.07.2006, 15:06
Okay, ich glaube euch ja, dass es bei den Kassen und von mir aus in besonderem Maße bei der AOK Verluste durch Missmanagement gibt.
Aber in deiner, Helmut, Broschüre (sehr interessant!) steht: "Deckung der Leistungsausgaben durch die Beitragseinnahmen je Mitglied und Rentner in %: 79,5".

Ich habe ja keine Ahnung, was man davon noch aus- und abaddieren muss, aber das kann doch einfach nicht normal sein, dass es da zu so einem Deckungsgrad kommt!?

Und deswegen eben meine Meinung, dass die Kassen eben nur zu einem kleinen Teil an ihrer Lage schuld sind.

Und @Dannido: Das ist auch so eine der Sachen die ich meine. Die Kassen sind ja nicht doof, und wissen ja, dass Prävention ihnen langfristig was bringt. Sie können aber nicht demenspechend handeln, gerade weil sie sich jedes vor der Politik rechtfertigen müssen. Und die Politik denkt in der Gesundheitspolitik eben momentan einfach nur von Wahl zu Wahl, und irgendwelche Wahlen sind halt ein Mal im Jahr...

@Vi: Schon mal drüber nachgedacht, dass ein repräsentatives Gebäude Kunden anziehen kann (machen private Versicherungen doch genauso)? Dass das eine Vorgabe der Stadt gewesen ist für ein citynahes Grundstück, dass die Kasse bauen wollte, weil sie da gut mit ÖPNV zu erreichen ist?
Außerdem wird laut Wertermittlungsrichtlinie des Bundes Bürogebäuden eine Lebensdauer von 80 Jahren gegeben. Verteile mal die Kosten für ein Bürogebäude auf 80 Jahre und du suchst die Zahl hinter dem Komma mindestens so wie bei Inkontinenzartikeln.

vi
20.07.2006, 15:22
Original von Jona Windeltiger
@Vi: Schon mal drüber nachgedacht, dass ein repräsentatives Gebäude Kunden anziehen kann (machen private Versicherungen doch genauso)? Dass das eine Vorgabe der Stadt gewesen ist für ein citynahes Grundstück, dass die Kasse bauen wollte, weil sie da gut mit ÖPNV zu erreichen ist?
Außerdem wird laut Wertermittlungsrichtlinie des Bundes Bürogebäuden eine Lebensdauer von 80 Jahren gegeben. Verteile mal die Kosten für ein Bürogebäude auf 80 Jahre und du suchst die Zahl hinter dem Komma mindestens so wie bei Inkontinenzartikeln.

Schon mal drüber nachgedacht, warum direkt-Banken und direkt-Versicherer, ohne riesige repräsentativen gebäude so günstig sind. und ich persönlich habe mit denen noch keine schlechten erfahrungen gemacht.

Jona Windeltiger
20.07.2006, 15:43
Schon mal drüber nachgedacht, warum direkt-Banken und direkt-Versicherer, ohne riesige repräsentativen gebäude so günstig sind. und ich persönlich habe mit denen noch keine schlechten erfahrungen gemacht.

Ja. Und ich würde als Versicherungsmanager mir auch keine solchen Denkmäler bauen. ABER: es gibt ökonomisch oder auch stadtplanerisch sicher eine Menge gute Gründe, repräsentaviv zu bauen. Klar, es gibt auch ne Menge Gründe dagegen, aber es ist glaube ich weder strafbar noch moralisch verwerflich dies zu tun.

Peachbaby
20.07.2006, 16:19
Tja, im Normalfall würde das der Markt regeln - wer kostenintensive Bürobauten hochzieht, muss dann auch irgendetwas anbieten, was das rechtfertigt. Direktversicherer haben eben andere Vorteile, und dann gibt's noch meine Krankenkasse, die zwar ein Büro hat, das aber nur in einem Hinterhof in Dortmund zu finden ist, wenn man den Pförtner überzeugt hat, einen durchzulassen.
Leider reglementiert der Bund ja fast alles, was mit Krankenkassen zusammen hängt, so dass wir uns die 280 oder so verschiedenen Kassen eigentlich sparen und das ganze auf 5-10 Kassen zusammendampfen könnten. Wie jeder Wirtschaftsstudent in seinem VWL-Vorlesungen lernt, ist ein enges Oligopol häufig die beste Marktform. vorausgesetzt man unterbindet Kollusion.

Zur Materie des eigentlichen Themas kann ich leider nicht viel beitragen, weil ich meine Krankenkasse immer nur dann sehe, wenn ich meine Gehaltsabrechnung bekomme. Ich will hoffen, dass ich auch weiterhin lieber zahle ohne Leistungen in Anspruch zu nehmen - ist mir lieber, gesund zu sein.

Peachy

MBSpeedy
22.07.2006, 12:14
tja ihr lieben, mit einem gewissen schmunzeln habe ich Eure Beiträge gelesen.
Ich selbst arbeite nämlich bei der AOK als Entwickler für neue Software.

Ich kann alle Eure Aussagen nachvollziehen und bestätigen.

1.) i.d.R. verdient ein AOK Vorstand, davon gibt es je Bundesland einen, rund 150.000 Euro im Jahr ohne Prämie und ohne sonstiges mit eingerechnet
2.) Die AOK gehört zum öffentlichen Dienst - so wird dort auch gearbeitet -
3.) unsere Fiale ist erst vor 3 Jahren in ein neues Gebäude eingezogen, dazwischen 5 mal innerhalb des Gebäudes umgezogen und in 2007 ziehen wir wieder um
4.) die AOK gibt für das Projekt "Umstellung Alte-Software auf NEUE Software" innerhalb von 10 Jahren rund 250 Millionen Euro aus (nachzulesen im Spiegel)
5.) alleine für Berater aller Art werden jedes Jahr rund 18 Millionen Euro fällig
6.) die Produktivität/Auslastung der Angestellten ist i.d.R. nicht höher als 50% täglich
7.) die Angestellten dürfen egal wohin ICE 1. Klasse fahren
8.) innerhalb unseres Gebäudes stellt die AOK allen Angestellten kostenfrei Getränke aller Art zur Verfügung (außer Alkohol), man darf trinken soviel man möchte

ich könnte die Liste noch unendlich erweitern .....

obwohl dabei natürlich meine Loyalität in Gefahr kommt....

viele Grüße,

MBSpeedy

Jaschu
26.07.2006, 16:20
Tja, die Situation ist in Ö auch nicht besser. Ich musste für eine neuerliche Verordnung eine Woche lang in eine Klinik in Wien. Dort wurden unzählige Test gemacht (auch rektal :( )und schließlich doch die ATTENDS 10er auf ein Jahr verordnet. Stückzahl 4 pro Tag.

Nach einem Jahr neuerlich Tests und dann wieder Verordnung auf ein Jahr,.....

Sch****gesetze!!! :ma:

Jona Windeltiger
27.07.2006, 23:24
1.) i.d.R. verdient ein AOK Vorstand, davon gibt es je Bundesland einen, rund 150.000 Euro im Jahr ohne Prämie und ohne sonstiges mit eingerechnet

Na und? Ackermann verdient 11 Millionen oder so. So what?

2.) Die AOK gehört zum öffentlichen Dienst - so wird dort auch gearbeitet -

Gewissenhaft?

3.) unsere Fiale ist erst vor 3 Jahren in ein neues Gebäude eingezogen, dazwischen 5 mal innerhalb des Gebäudes umgezogen und in 2007 ziehen wir wieder um

Das ist ein Argument wofür oder wogegen?

4.) die AOK gibt für das Projekt "Umstellung Alte-Software auf NEUE Software" innerhalb von 10 Jahren rund 250 Millionen Euro aus (nachzulesen im Spiegel)

25 Millionen € pro Jahr. Wie viele Milliarden setzt die AOK doch gleich um???

5.) alleine für Berater aller Art werden jedes Jahr rund 18 Millionen Euro fällig

Das tut schätzungsweise jedes Unternehmen in den Dimensionen.

6.) die Produktivität/Auslastung der Angestellten ist i.d.R. nicht höher als 50% täglich

Lustig, dass ver.di dann gerade gegen Stellenabbau demonstriert :D
Nebenbei ziehe ich meine These nicht zurück, dass dies auch (und gerade) durch das politisch bedingten Herumkaspern verursacht wird.
Ansonsten aber noch ein Hinweis: Nur weil du das so erlebst, heißt das ja nicht, dass das auf alle AOK-Mitarbeiter übertragbar ist.

7.) die Angestellten dürfen egal wohin ICE 1. Klasse fahren

Huhu. Auch privat? ;)
Nebenbei: es gibt da so Kooperationen zwischen der DB und großen Unternehmen ("Großkundenrabatt"). Das ermöglicht sowas zu sehr geringen Preisen. Außerdem ist arbeiten in der ersten Klasse erheblich einfach: nennen wir es es einfach eine §rhöhung der Arbeitsproduktivität der AOK-Angestellten.

8.) innerhalb unseres Gebäudes stellt die AOK allen Angestellten kostenfrei Getränke aller Art zur Verfügung (außer Alkohol), man darf trinken soviel man möchte

Eine Krankenkasse kann ja nun gesundheitsbewusstes Leben nicht nur von anderen fordern...

Pamlover
28.07.2006, 17:09
Es ist schon eine Frechheit, was da abläuft.

Erstmal Krankenkassen allgemein.
Die Beiträge stiegen und stiegen, steigen und steigen.
Dann kam die 10 Euro pro Quartal und pro Arzt (ohne Überweisung)
Das sollte die Beiträge stabilisieren und sogar verringern.
Kurzzeitig gab es ein größeres Plus bei den Kassen (Uberschuss),
ein Jahr später haben sie wieder viel viel zu wenig Geld ?!
Da haben wohl direkt ein paar Vorstände/Manager/Gesellschafter die Hand aufgehalten und gesagt "Wie Überschuss, dann will ich jetzt 20% mehr Gehalt".
Gesagt getan, jetzt sollen die Beiträge trotz "10 Euro" wieder steigen.

So läuft es überall ab.
Erst erhöht man der allgemeinen Belegschaft die Wochenarbeitszeit.
Dann streicht oder kürzt man Weihnachts- und Urlaubsgeld.
Anschließend friert man die kleinen Gehälter ein und
zu guter Letzt bekommt dann der Manager für die Leistung 500000 Euro Jahresgehalt MEHR oder Abfindungen, von denen Normalsterbliche sofort in Rente gehen könnten.
Nur weiter so.


Das mit den Windeln auf Rezept und die Regelungen dazu habe ich nie richtig verstanden.
Bei den Tena Slip Super musste ich damals die Hälfte dazu zahlen.
Die Tena Slip Plus hätte komplett bezahlt bekommen.
Super, natürlich hatte ich´s auch mal mit den Plus (u. vergleichbaren) probiert.

Mein Schluss :
Was ist teuer :
4 Tena Slip Super / 24h
oder
8 Tena Slip Plus / 24h
??

Bei Dauerverordnungen sieht es dann wohl noch ein bisschen anders aus.
Gesamtbudget, ?jetzt? Gesamtmenge ?!


Wenn die Krankenkassen nicht zahlen können oder nicht zahlen wollen, dann sollen sie doch lieber direkt eine 50%-Regelung treffen.
Wie viele, welche Stärke usw., dass ist dann relativ egal und die gesamte Regelung wäre wenigstens gerecht.

Andererseits, wenn der Arzt nur noch 4 Stück verschreiben darf und man mit den 4 Stück nicht klarkommt, kann man wohl dem Arzt plausibel erklären, dass die Schweregrad-Beurteilung falsch war/ist und man in die nächst "schwerere" Kategorie eingeteilt werden muss.


Am liebsten wäre es den Krankenkassen wohl, wenn jeder Inkontinente pauschaul 4 Tena Lady Normal pro Tag bekommen würde.
Was dabei rumkommt, dürfte wohl ein Fiasko sein.

Wolfgang
30.07.2006, 03:28
protokoll einer landtagssitzung zum thema verordnung von inkontinenzprodukten und deren kontengierung

http://www.wien.gv.at/mdb/ltg/2003/ltg-014-w-2003-04-24-019.htm


noch was zum thema

http://www.parlament.gv.at/pd/steno/PG/DE/XX/NRSITZ/NRSITZ_00112/SEITE_0130.html?P_PM=SEITE_0130

vi
30.07.2006, 09:35
Hallo,

als in Deutschland unsere ach-so-tolle Mega-Gewerkschaft "verdi" die Müllabfuhr bestreikt hat, hat der Hausmeisterdienst unserer kleinen Siedlung (6 Familien in 6 Häusern) die Müllsäcke mit dem eigenen Auto zur verdi-Zentrale nach Düsseldorf gefahren und dort vor die Tür gestellt, um zu bekunden, dass die mit ihrem Streitk (egal, wie gerechtfertigt er eventuell sein mag) die falschen Leute treffen.

Nun... Eine Windel, die wegen der geringen Verschreibungsmenge zu lange getragen wurde, ist 1) kein schöner Anblick und 2) ein sehr deutliches Zeichen. Und diese Zeichen kann man doch sicher mal den Krankenkassen "vor Augen" führen. (*g* Nein, nicht ganz ernst gemeint)

Mir geht eins dabei noch nicht in den Kopf: Wenn die Zahlen von Helmut stimmen, dann würde, selbst wenn die Krankenkassen GAR NICHTS mehr an Inko-Versorgung zahlen würden, der Spareffekt nur sehr sehr klein sein.
Also, WARUM???

Ist die Scham und der Ekel so groß, dass man für Inkontinenz auch nichts mehr zahlen möchte, damit das Geld nicht schmutzig wird? Ehrlich, ich kapier es nicht.

Helmut
30.07.2006, 17:51
Hallo vi,

ich denke, die Kassen sparen als erstes bei den Punkten, wo sie hoffen, den geringsten Wiederstand entgegengesetzt zu bekommen. Da häufig kranke, alte oder behinderte Menschen nicht die Mittel haben, sich gegen solche Kürzungen öffentlich zur Wehr zu setzten, werden erst hier die Einsparungen vorgenommen. Wie aber aus den Zahlen zu sehen ist, sind das nur die berühmten Tropfen auf den heissen Stein, da diese Einsparungen nicht Wirklich viel bringen. Dort wo richtig Geld gespart werden könnte, da sitzt eine andere Lobby dahinter und denen "das Wasser" abzugraben, ist nicht so ohne weiteres machbar.

Die großen Posten bei den Ausgaben sind die Ärtze, die Kliniken und die Arzneimittel. In keinem Land der Welt verdienen die Pharmakonzerne soviel an den Medikamenten wie bei uns und auch die Auswahl ist bei uns am größten. Auch bei den Verwaltungen der Kassen lässt sich viel Geld sparen, da viele Verwaltungsvorschriften eigentlich nutzlos sind und nur Kosten in den eigenen Reihen verursachen.

Die Presse wird dannimmer mit tollen Zahlen von Milliarden usw. gefüttert, aber die eigentlichen Zusammenhänge zu diesen Zahlen werden nicht mitgeteilt. So ist es für den Ottonormalverbraucher nicht ersichtlich, was die Kassen eigentlich machen, sie erfahren nur von den Gigantisch klingenden Zahlen .....

In Östereich sieht die Inkontinenzversorgung noch schlechter aus, wie aus dem Bericht von Wolfgang zu lesen ist. Da gibt es anscheinend keine einheitliche Regelungen über die Erstattungen, jede Kasse macht das, was sie für richtig hält und das häufig auf kosten der Betroffenen. Da können wir nur hoffen, dass es bei uns hier in Deutschland nicht auch noch soweit kommt.


Gruß Helmut

vi
30.07.2006, 19:06
Original von Helmut
Hallo vi,

ich denke, die Kassen sparen als erstes bei den Punkten, wo sie hoffen, den geringsten Wiederstand entgegengesetzt zu bekommen....


Das denke ich auch, und habe diese Meinung schon oft genug Kund getan. Aber, dass das nun nur der "Tropfen auf den heissen Stein ist" werden die Rechenknechte der Kassen doch selber auch wissen. Ich meine, sie mögen ihre Ideologie haben, aber ich unterstelle mal, die sind nicht dumm... Sparen fällt nie leicht, das ist wohl jedem klar... Aber das ist ja kein echtes sparen, oder?

Helmut
30.07.2006, 21:14
Hallo vi,

neee, richtiges Sparen ist das nicht, aber wie sagt man so schön - Kleinvieh macht auch Mist .......

Die kleinen Sachbearbeiter werden angehalten, möglichst viel bei den Patienten zu sparen und bevor er sich mit einem Arzt oder einer Klinik anlegt, dann genehmigt er lieber mal ein Hilfsmittel nicht. Ich habe es ja selber mitbekommen, besonders als die bundeseinheitlichen Festbeträge für die Windeln eingeführt wurden, sind deutlich mehr Hilfsmittel auch anderer Bereiche zuerst einmal abgelehnt worden und erst als die Betroffenen dann schriftlich einen Widerspruch einlegten, wurde dann doch bezahlt. Diese Praxis bringt auch einige Millionen in die Kassen, da sich die wenigsten Patienten trauen, sich gegen ihre Kasse aufzulehnen.

Gruß Helmut

Grinsekatze
01.08.2006, 04:40
aus: brand eins (http://www.brandeins.net/home/inhalt_detail.asp?id=1687&MenuID=130&MagID=62)
Die wohl mächtigste Antriebsfeder im Berufsleben ist die Eitelkeit. Warum will man es an die Spitze schaffen? Damit die anderen neidisch werden. Und was wäre – neben einem teuren Dienstwagen – besser dazu geeignet, die eigene Unverzichtbarkeit zu verdeutlichen, als ein repräsentatives Büro ?(..)

Aber nicht nur Individuen, auch Unternehmen erliegen nur zu oft der Versuchung, sich pompös zu inszenieren und errichten deshalb imposante Firmengebäude. Das suggeriert Macht, Einfluss und guten Geschmack. Deutet aber, laut Parkinson, vor allem darauf hin, dass der Konzern seine besten Tage bereits hinter sich hat (..). So entstanden die glanzvollsten Kirchenbauten Roms, als die Tage der großen Päpste vorüber waren. Und auch Versailles, Inbegriff königlicher Omnipotenz, war erst fertig, als Ludwigs Macht zu schwinden begann.

Die Frage bleibt offen, ob Institutionen schwach werden, weil sie ihre ganze Aufmerksamkeit der Selbstdarstellung widmen, oder ob sie sich dem Prunk ergeben, weil sie nichts Besseres mehr zu tun haben. Wie auch immer: Während Perioden aufregender Entdeckungen oder Fortschritte hat kein Mensch Zeit, ein vollkommenes Hauptquartier zu erstellen. Dieser Zeitpunkt rückt erst heran, wenn alle bedeutende Arbeit getan ist. Perfektion – wissen wir heute – ist das Ende. Und das Ende ist der Tod.

jonas F
05.08.2006, 00:31
Vi,

ich glaube, euer Hausmeister hat nix begriffen. Es ging doch nicht darum, ihn, die Hausmeister oder die Bürger zu treffen, sondern die öffentlichen Arbeitgeber, die die Gehaltsschraube immer weiter nach unten drehen. Und warum? Weil sie zu wenig einnehmen. Warum das? Weil sie nur noch den kleinen Arbeitnehmer und Kleinfirmen besteuern. Ein Konzern kann sich so lange arm rechnen, bis er nichts mehr bezahlt. So ist z.B. die Körperschaftssteuer vor einigen Jahren (2002, wenn ich mich recht erinnere) um Milliarden nach unten gegangen. Nachzulesen auf den Seiten des Bundesfinanzministerium. Also wir kriegen immer weniger Gehalt, davon zahlen wir immer mehr Steuern, die trotzdem nicht ausgleichen, was im Staatssäckel von den Konzernen fehlt. Das ist ne Logik, was?

Die AOK gibt einen viel höheren Prozentsatz von den Versichertenbeiträgen für Verwaltung aus, als die GEK zum Beispiel. Ich glaube, da laufen viel zu viele unnütze Fresser herum, bis hoch in die Chefetagen. Kein Wunder, dass einige von diesen Leuten dann auf so ne Weise bei den Ärzten hausieren gehen.

Mit der Deutschen Bank und ihrem Ackermann, den ich nebenbei für einen der übelsten Wirtschaftsganoven halte, muss ich wenigstens keine Geschäfte machen. Mit der AOK als Versicherter mehr oder weniger schon.

LG

L
J.

Jaschu
16.08.2006, 12:25
... im Wiener Landtag! Aber gebracht hat es bisher weniger als nichts! Sind alles offenbar nur nette Worte ohne Nachdruck und Wirkung. Es bleibt abzuwarten, was Behindertenanwaltschaft, Regierung neu und die diversen Organisationen letztlich für die Betroffenen erreichen.

Liebe Grüße
JAN :hm:

Timo
17.08.2006, 19:49
Hi Benni und alle anderen,
Begrenzung auf 110 € mtl als Max-Versorgung ist mir inzwischen durch div Kassen (auch DAK) bekannt geworden.
Insgesamt ist es immer die gleiche Diskussion: Betroffene sitzen nicht mit am Tisch, wenn entschieden wird.

Über die Sinnig- bzw Unsinnigkeit der Mittelverschwendung in Unternehmen wie der AOK oder anderen Kassen brauchen wir kaum weiter zu diskutieren; Hilfe wird es wahrscheinlich nur geben, wenn Entscheidungsträger selber zu Betroffenen werden oder die Lobby - auch für Pflegestellen - größer wird.
Das erstere ist ein Glücksfall, den sich aber keiner wünscht - für den zweiten Punkt habe ich die Hoffnung langsam aufgegeben.