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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tabletten gegen Inkontinenz?



MarcII
16.07.2006, 20:31
Hallo,

eine entfernte Bekannte von mir ist als neue (aber inwischen mehrjährige) Freundin des Vaters zweier Kinder in einen leider äußerst unschön verlaufenden Scheidungs"krieg" verwickelt und hat mir daraus erzählt: Zwar sind Vater/Mutter schon seit einigen Jahren getrennt und man hat sich, wie das heute oftmals üblich ist, auf das gemeinsame Sorgerecht geeinigt. Die Kinder leben bei der Mutter. Bereits seit Jahren gibt es Streitigkeiten über Besuchrechte, allg. Erziehungsfragen, Schulwahl, usw, usw. Offensichtlich schlägt dies auch auf die Psyche der Kinder bzw. eines der Jungen durch, der ohne ärztlich erkennbare Ursachen wieder ins Bett einnässt. Zu meiner Verwunderung erzählte mir meine Bekannte dann, dass der Arzt dem Jungen Tabletten gegen Inkontinenz verschrieben hat (ich kenne weder den Produktnamen noch den Wirkstoff). Die Tabletten führten zum Teil auch zu den in der Produktbeschreibung aufgeführten Nebenwirkungen, wie z.B. Durchfall. Der Vater hat die Tabletten daraufhin bei einem Besuch eingezogen, der Arzt hat jedoch auf Nachfrage der Mutter umgehend neue Tabletten verordnet.

Weiß jemand, wie diese Tabletten funktionieren? Die einzige Erklärung, die mir mit meinem laienhaften medizinischen Wisse einfällt, ist eine Einschränkung der Nierenfunktion. Dies würde auch die Vielzahl der möglichen Nebenwirkungen erklären. Es dürfte wohl klar sein, dass eine künstliche Einschränkung der Nierenfunktion für den Körper von Gefahr ist.
Oder handelt es sich doch um einen anderen Wirkmechanismus?

Viele Grüße
MarcII

Helmut
16.07.2006, 21:58
Hallo Marc,

nun, so pauschal kann das nicht beantwortet werden, ohne zu wissen, wie der Name des Medikamentes ist bzw. welchen Wirkstoff es besitzt. Es kann sich hier um ein Medikament handeln, das auf die Urinproduktion in der Nacht einwirkt, es kann aber genausgut ein Psychopharmaka sein. Also ohne weitere Angaben kann keiner eine klare Aussage treffen.

Gruß Helmut

MarcII
16.07.2006, 22:06
Soviel ich weiß, ist es kein Psychopharmaka. Es soll ein Medikament direkt gegen Inkontinenz sein. Vielleicht bekomme ich nochmal Gelegenheit, näher nachzufragen.

Es gibt Medikamente, die die Urinproduktion zu bestimmten Tageszeiten zu reduzieren? Wie funktioniert so etwas?

Helmut
16.07.2006, 23:56
Hallo Marc,

normal sorgt das körpereigene sogenannte antidiuretische Hormon oder kurz ADH (Vasopressin) das während der Nacht vom Körper verstärkt produziert wird dafür, dass die nächtliche Harnproduktion gesenkt wird. Wenn aber nun dieses Hormon in der Nacht zuwenig ausgeschüttet wird, dann wird Nachts die gleiche Menge Urin erzeugt wie tagsüber und die Blase kann u.U. überlaufen, wenn man durch den nächtlichen Harndrang nicht wach wird. Dieses Defizit kann mit dem Medikament Desmopressin, einer synthetisch hergestellten Substanz das dem bereits beschriebenen körpereigenen Hormon ADH nachempfunden wurde, die Harnbildung in der Nacht verringern.

Du schreibst aber, dass die ärztliche Untersuchung des Jungen keine körperliche Ursache für das Ennässen gefunden wurde, also ist der Hormonmangel eigentlich auszuschließen. Deiner Beschreibung nach wird es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine psychische Ursache handeln, welche in der Regel auch mit entsprechend darauf zugeschnittenen Medikamenten behandelt werden.

Gruß Helmut

Grinsekatze
17.07.2006, 00:02
Ist es also nicht möglich, dass aufgrund der Psyche zuwenig ADH ausgeschüttet wird?

babywerni
17.07.2006, 07:34
trenne die Psyche mal nicht von den hormonen.
Die Psyche ist ja nicht eine art bereich unseres gehirns nein sie besteht aus vielen dingen und viele unsere Hormone spielen da mit rein einige mehr andere weniger. nun ist es aber auch so das Hormone sich gegenseitig beinflussen können so mit ist es nich ausgeschossen das die ADH ausschüttung und die Psyche sich direckt oder indireckt beinflussen.

Viele Psychopharmaka arbeiten ja genau auf diesem gebiet zum beichbiel steigen oder senken sie die auschüttung von Glückshormonen.

hoffe für jeden das er so etwas niemals braucht.

benni

anna-lena
24.07.2006, 17:13
Hi,

von Tabletten gegen Inkontinenz habe ich noch nie gehört.

Könnste mir mal ne Siete im Inet geben wo sowas verkauft wird.


LG
Anna-Lena

00nix
24.07.2006, 19:20
Original von anna-lena
Hi,

von Tabletten gegen Inkontinenz habe ich noch nie gehört.

Könnste mir mal ne Siete im Inet geben wo sowas verkauft wird.


LG
Anna-Lena

:D Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker

Helmut
24.07.2006, 20:24
Hallo anna-lena,

es gibt eine ganze Reihe von Medikamenten, die bei Inkontinenz eingesetzt werden können, aber dabei ist auch zu bedenken, dass nicht jede Form der Inkontinenz damit Behandelt werden kann. Die häufigsten eingesetzten Medikamente sind die Anticholinergika. Das sind hochwirksame Medikamente, die zur Behandlung einer instabilen Blasenmuskulatur bei Inkontinenz eingesetzt werden und werden auch Spasmolytika oder Antispasmodika genannt. Insbesondere bei der Dranginkontinenz bzw. bei einer hyperaktiven Blase, gehören Anticholinergika zusammen mit einem gezielten Toilettentraining zur Standarttherapie.

Relativ neu sind Medikamente, die bei Belastungsinkontinenz eingesetzt werden. Der Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin greift das Problem Harninkontinenz im Gehirn an. Damit ist es erstmals Möglich, auch bei mittlerer bis schwerer Belastungsinkontinenz eine wirksame medikamentöse Behandlung durchzuführen.

Bei Überlaufinkontinenz kommen Alpha-1-Blocker zum Einsatz. Sie sind ursprünglich zur Behandlung von Hochdruckleiden entwickelt worden, haben jedoch auch eine günstige Wirkung auf den Blasenhals. Sie kommen überwiegend bei Männern mit Prostataleiden zum Einsatz.

Du siehst also, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Medikamente gibt und diese immer an die jeweilige Form der Inkontinenz angepasst werden müssen. All diese Medikamente haben zum Teil doch erhebliche Nebenwirkungen, weshalb sie immer Rezeptpflichtig sind und nur vom Arzt/Urologen verschrieben werden können.


Gruß Helmut

Jaschu
26.07.2006, 16:25
Bei mir wurden einmal - etwa für ein halbes Jahr - INKONTAN eingesetzt, allerdings ohne Erfolg und mit durchfallartigen Nebenwirkungen, was bei Stuhlinkontinenz ja besonders "erfreulich" ist!! ;( ;( ;(

Habe dann solange auf die Absetzung gedrängt, bis der Arzt zugestimmt hat. Das Medikament war irgendwie Voraussetzung für die weitere Verordnung der Inko-Slips oder so.

Grüßchens
JAN :knuddel:

Alexip
04.08.2006, 16:18
Hi,
alles was man über Medikamente die bei bettnässenden Kindern einsetzt steht hier:

http://www.gesundheitsinformation.de/index.34.de.html?bab[subpage_id]=0-8

Grüße
Alexander

PS: Leider nimmt er nicht den ganzen Link, muss man von Hand in den Browser kopieren

jonas F
05.08.2006, 00:48
Ist wahrscheinlich ein alberner Kommentar, aber nach meinen ganzen Erlebnissen mit Medikamentenhalte ich mich an die alte Regel:
Ich geh zum Arzt und lass mir was verschreiben, denn der Arzt will ja schließlich leben. Dann geh ich zur Apotheke und hol das Zeug, denn der Apotheker will auch leben und dann schmeiß ich den Krempel weg, denn auch ich will leben....:D

Im Ernst: Ich habe z.B. ein Medikament bekommen (hat nix mit Inko zu tun) das als eine von den vielen Nebenwirkungen, wie sie ja die meisten Medikamente haben, eine Funktionseinschränkung der Augenmuskulatur zur Folge haben. Jetzt soll ich mir wohl eine Brille verschreiben lassen?!?

Ich denke mit Grauen zurück an die Medikamente, die ich wegen der Blase schon bekommen habe. Die Wirkungen waren enorm, nur dass ich auslauf, das hat keines verhindert, also:abgelehnt:

Jonas